Über den Tellerrand geschaut

3D Druck Erfahrungen: Ein Griff für den Novint Falcon

Niki Hermkes
Niki Hermkes
1. September 2017

Im Jahr 2015 bin ich bei der Suche nach einer Designagentur für mein Schülerpraktikum das erste Mal auf Centigrade aufmerksam geworden. Das Praktikum lief gut und seitdem unterstütze ich das Unternehmen als Assistent User Interface Designer. Im Bereich visuelles und konzeptionelles Design arbeitete ich schon an vielen Projekten. In einem davon konnte ich für Centigrade ein paar erste Erfahrungen im Bereich 3D Druck sammeln.

Der Anwendungsfall DeepGrip

Meine Aufgabe war es, einen Griff für den Novint Falcon Controller zu entwerfen, ein Device das die Bewegungen deiner Hand in eine VR Simulation überträgt, um so ein authentisches Spielerlebnis bei VR Games zu ermöglichen.

Novint Falcon Griff ohne speziellen 3D Druck Aufsatz

In diesem Fall ging es jedoch nicht um eine Spielesoftware, sondern ein Projekt mit dem Centigrade eine Virtual Reality (VR) Simulation, zu der man sonst lediglich einen visuellen Zugang hätte, mit haptischen Feedback verbindet. In VR Anwendungen spielt es für die Nutzer erfahrungsgemäß eine große Rolle, wie sie mit der vorgefundenen Welt interagieren können. Am Anfang steht zumeist die Erwartung, mit den virtuellen Gegenständen ebenso natürlich umgehen zu können, wie mit realen. Während bei einigen Technologien wie der HTC Vive von Haus aus Controller mitgeliefert werden, die Nutzer real in der Hand halten, gibt es auch andere Möglichkeiten der Interaktion. Details zum Projekt sind im Blogartikel vom August 2015 nachzulesen.

Bei DeepGrip verwendeten wir den oben erwähnten Novint Falcon Controller. Dabei war uns klar, dass es eine große Auswirkung auf die Nutzererfahrung haben würde, wie sich der Griff des Controllers für den Nutzer anfühlt und wie er gestaltet ist.

In einer ersten „Quick and Dirty“ Version war der Griff zwar liebevoll und kreativ aus Holz und einer halben Klopapierhalterung zusammengebaut worden. Aber durch die technischen Möglichkeiten des 3D Drucks war diese Lösung dann doch überholt und musste dem Fortschritt weichen.

Stilfindung

Nachdem ich die ersten Ideen gesammelt und als Skizze festgehalten hatte, fiel die Wahl des Designs auf eine LowPoly Version des Griffes.

Skizzen für den 3D Druck

Vor der Ausarbeitung eines finalen Modells entschied ich mich, erst schnell ein grobes Konzeptmodell ohne viele Details und genaue Maße zu erstellen, damit man sich eine Vorstellung des Endproduktes machen konnte. Das erwies sich als sehr sinnvoll, da das Design mit dem Falcon Grip zu sehr in Kontrast stand. Wir entschieden uns also doch, den LowPoly Ansatz zu verwerfen und stattdessen eine mehr geschwungene, dynamische Version des Griffes auszuarbeiten die wir in den anfänglichen Skizzen fanden.

Modellierung

Der wohl aufwändigste Part des Projektes war der Entwurf eines 3D Modells innerhalb einiger Stunden vorm PC. Hierbei nutzte ich die Freeware Blender, das wohl bekannteste 3D Design Programm. Damit hatte ich zwar zuvor schon mehrere Projekte verwirklicht, aber bin natürlich trotzdem kein Experte darin. Das ist aber auch gar nicht nötig, denn auch wenn es ein sehr komplexes und vielseitiges Programm ist, sind die Grundlagen für statische 3D Modelle in Blender schnell gelernt. Komplizierter würde es dann, wenn man in Blender tiefer eintauchen und ganze Animationen erstellen oder Spiele programmieren wollte.

3D Modell in Blender

So vielseitig die Möglichkeiten mit Blender aber auch sein mögen, so lassen leider auch einzelne Funktionen zu wünschen übrig wie zum Beispiel das Messtool welches in diesem Projekt essenziell war. Wir mussten genaue Maße einhalten damit der Druck perfekt auf den Falcon passt aber die Bedienung des Tools war sehr unpraktisch.

Mit Hilfe von einigen Kollegen war aber auch das kein großes Hindernis und nach ca. 16 Stunden war das Modell druckbereit.

Druck

Zwei Wochen nachdem wir uns für einen 3D Druck Dienst und eines der zahllosen Druckmaterialien entschieden hatten konnten wir den Griff zum ersten Mal in den Händen halten. Die anfängliche Begeisterung war allerdings schnell verflogen nachdem wir feststellten dass der Griff nicht auf den Falcon passte, denn trotz der Millimeterarbeit am PC kam es beim Druck zu Ungenauigkeiten. Also griff ich zum nächsten Schleifgerät und bearbeitete den Druck bis er auf das Device passte.

Nachschleifen des GriffsFür weitere 3D Druck Projekte also immer lieber die Modelle etwas zu groß als zu klein anlegen, denn überstehendes Material kann man immer noch im Nachhinein abschleifen!

Zu guter Letzt ging ich noch mit einer Dose Montana über den Griff, damit dieser auch farblich zum Falcon passt. Fertig war der erste 3D Druck in der Geschichte von Centigrade.Erster 3D Druck

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