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Über den Tellerrand geschaut

UX & Game Thinking: Game Changer für die Autoindustrie?

Roman Rackwitz

Podcast "Der Flaneur Digital Business People" Visual

Am 12. Dezember 2018 hörte ich ein Interview von Dr. Carsten Breitfeld, einem Experten für elektrische Mobilität und Co-Gründer & CEO der Firma BYTON, die es sich zum Ziel gesetzt hat Autos in smarte Devices zu wandeln. Er war zu Gast beim Podcast „Der Flaneur“, welcher live auf der Websummit Konferenz 2018 in Lissabon aufgezeichnet wurde.

Dr. Breitfeld verbrachte die letzten 20 Jahre bei BMW und war dort verantwortlich für die Division Chassis Entwicklung, Corporate Strategy und mehr. Bevor er BYTON gründete, war Dr. Carsten Breitfeld auch Vice President & Head of Vehicle Program des i8 bei der BMW Gruppe.

Während man dem Podcast zuhört, kann man seine Vision erkennen, dass Autos in Zukunft smarte Plattformen für Services auf Rädern sein werden. Denn wenn Autos immer autonomer werden, wollen die Menschen, die in den Autos sitzen unterhalten und beschäftigt werden. Das ist es, wo BYTON sein Geschäftsfeld sieht und wo wohl ein Großteil seines Umsatzes herkommen wird: durch angebotene Services und weniger durch den eigentlichen Verkauf der Autos.

Ex BMW Entwickler des Byton startup

Dr. Carsten Breitfeld

 

 

 

„Man muss sich die Frage beantworten: Was machen die Leute eigentlich die ganze Zeit in einem autonom fahrenden Auto?”

Meine Intention – Autonome Autos mit herausragender User Experience (UX)

Aber warum schreibe ich über das Thema? Ich persönlich denke dabei sofort auch daran, was wir mit solchen autonomen Autos wohl machen können, selbst wenn diese nur stehen. Aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich, wie genial das Innere eines Autos für die Aufnahme von Audioinhalten bzw. auch einem Podcast sein kann. Hierfür ist es das perfekte Umfeld, da es bereits sehr gut gegen Störgeräusche von außen abgeschirmt ist und es auch innerhalb der geschlossenen Türen einen sehr schönen Raumklang gibt. Sie glauben mir nicht? Versuchen sie es mal.

Was wäre also, wenn die heutigen „Podcaster“ sich einfach ein autonomes Auto rufen können, um dann ihren Podcast aufzunehmen? Ein mobiles Aufnahmestudio auf Abruf. Ich wette auch, dass es nicht allzu lange dauern wird, bis der erste Betreiber solcher autonomen Autos auf solch ein Verhalten reagiert und einige seiner Fahrzeuge direkt mit passenden Mikrofonen und Zusatzequipment ausstattet. Zusammen mit einer passenden Bearbeitungssoftware bietet sich das doch direkt als ‚In-Car-App-Verkäufe‘ (ICAP) an.

Natürlich werden auch die mobilen Aufnahmemöglichkeiten mit unseren Smartphones besser und besser und ein Algorithmus wird immer mehr störende Geräusche rausfiltern können. Ob der Bedarf an solchen Autos also wirklich besteht sei mal dahin gestellt, aber ich denke sie verstehen, was ich meine.

Dabei müssen wir nicht mal so weit in die Zukunft gehen, wenn es um UX in Autos geht. Dieses Video zeigt, was wahrscheinlich die meisten Eltern sehr gut nachvollziehen können: Kinder wollen unterhalten werden. Dabei kann sogar das stehende Auto, zum Beispiel auf einem Rastplatz, zum Erlebnis für Kinder werden.

Dies eröffnet eine völlig neue Welt, wenn es um die Bedürfnisse der User Experience (UX) aus Sicht der Autoindustrie geht. Haben heutzutage nur die Beifahrer Zeit, so werden in Zukunft auch die Fahrer mehr Zeit haben. Die Fahrer von heute werden die Kinder von morgen sein!

Heutzutage suchen wir ein Auto hauptsächlich wegen seines Preises, seines Designs oder seiner Leistung aus. Was wäre, wenn sich diese Überlegungen in Zukunft in Richtung Unterhaltungsfähigkeit, installiertes Equipment, Rechenleistung und mehr verschieben würden?

Traditionelle Autohersteller müssen die Quelle ihres Umsatzes wohl neu überdenken.

Und eventuell wäre es eine gute Idee mehr Umsatz über Apps & Services mit guter User Experience zu generieren und weniger durch einen reinen Auto- und Zubehörverkauf. Neue Wettbewerber wie BYTON werden definitiv die traditionellen Hersteller herausfordern. Gleichzeitig sehen sie sich dabei aber selbst eher als einen Technologieanbieter, der „Erfahrungen“ verkauft. Und wir alle wissen, warum das Smartphone das traditionelle Telefon aus dem Markt drängte. Es war wohl weniger, weil es sich damit unbedingt besser telefonieren ließ als mit dem klassischen Vorgänger, richtig?

Warum bin ich davon so fasziniert? Mit jeder neuen Technologie und einem neuen Service geht es am Ende vor allem um das Geschäft mit Erlebnissen. Egal welche Art von Service angeboten wird, der wirtschaftliche Erfolg wird zu einem Großteil davon abhängig sein, wie man die Aufmerksamkeit der User für sich gewinnt und durch gute User Experience diese langfristig halten kann.

„Die Fahrer von heute werden die Kinder von morgen sein!“- Roman Rackwitz

 

Hier wird die Profession von User Experience und damit auch der Ansatz des Game Thinking von Nutzen sein, um die beiden genannten Erfolgsfaktoren zu erreichen und den Nutzer langfristig glücklich zu halten.

User Experience (UX) existiert im Kopf des Nutzers, es kann also nicht als Objekt, Produkt oder als Service identifiziert werden. Es ist viel mehr eine rein subjektive Nutzererfahrung, die aus der Interaktion mit einem Produkt oder einem Service entsteht.

Da es sich um ein emotionales und subjektives Element handelt, das einen so hohen Anteil an der Beziehung zwischen Unternehmen und seinen Kunden einnimmt, ist es nicht verwunderlich, dass gerade die Variable “Spaß” im Bereich von UX Design sehr gefragt ist..

Game Thinking - Autos fahren aus Smartphone

Foto: Matheus Bertelli

User Experience und Game Thinking

Viele Leute, die über UX sprechen, meinen tatsächlich Usability. Aber das ist nicht genug. Etwas nutzbar zu machen ist ein Kinderspiel, das ist die Grundlage von allem. Aber wenn ein Spiel einfach nur nutzbar wäre, würde es wohl kaum Begeisterung hervorrufen. „User Experience“ (UX) bedeutet weit über die Funktion einer reinen Nutzbarkeit hinauszugehen. UX beschränkt sich nicht nur auf die funktionalen Werte eines Produkts oder Service, sondern auf die emotionale Erfahrung bei der Nutzung. Es geht also um mehr, als nur das reine lösen eines Problems oder das Erfüllen eines einfachen Bedürfnisses.

Gleichzeitig bedeutet dieser funktionale Wert in UX aber auch genau das, was Game Thinking – im Zusammenspiel mit UX – von der Gestaltung klassischer Spiele unterscheidet. Denn seien wir mal ehrlich: Ein klassisches Spiel hat wohl wirklich nur sehr selten eine funktionale Ausrichtung. Wenn es nämlich eine solche Ausrichtung hätte, würde immer dieser rationale Grund, das Siel zu spielen, über allem schweben. Aber ist es nicht gerade diese “zweckfreie” Charakteristik im Spiel, die ein Spiel zu einem wahren Spiel werden lässt? Es ist keine Arbeit und es gibt keinen rationalen Grund es zu spielen. Stattdessen machen wir es einfach, um des Machens willen. Es ist rein für uns und zu unserer freien Verwendung da, ohne jegliche versteckte Absicht.

Somit wird eines klar: Game Thinking will kein Spiel an sich nutzen oder am Ende gar sein. Game Thinking möchte erfolgreiche Spielmechaniken nutzen, um ähnliche positive Erfahrungen bei ansonsten unattraktiven Aktivitäten zu erzielen.

In diesem Sinne müssen wir anerkennen, dass die Zukunft des Automobils und damit jegliche Diskussion um Mobilität, nicht nur eine Antwort auf infrastrukturelle und technologische Herausforderungen beantworten müssen. Noch bedeutender müssen Sie auf das neue Nutzerverhalten Antworten finden, das mit dieser neue Technologie einhergeht. Die Nutzer von autonomen Autos werden mehr Zeit haben Dinge zu tun, während sie die Produkte nutzen. Das führt zwangsläufig auch zu einer größeren Nachfrage nach Unterhaltung und weiteren Services die ihre ICAS (in-car-attention-span) befriedigt. Und dies steigt wohl exponentiell mit jeder weiteren autonomen Fahrstufe, die Autos in der Zukunft erreichen werden.

So wie wir heute unsere Smartphones anhand der Features und den Erlebnissen, die wir damit erleben bewerten, bin ich mir sicher, dass wir ebenso die autonomen Autos bewerten werden. Diese Entwicklung wird natürlich nicht nur innerhalb der Autoindustrie stattfinden. Jede Industrie, die sich einem technologiebefähigten Wandel ausgesetzt sieht, wird hier mehr oder weniger betroffen sein.

Das ist es, worum es bei Digitalisierung im Zusammenspiel mit User Experience & Game Thinking geht: herausfordernd ist viel weniger die Technologie selbst, sondern das veränderte Verhalten von Menschen in dieser jetzt noch technologiebefähigteren Welt.

Natürlich ist das meine persönliche Ansicht, geschrieben aus der Perspektive eines Game Thinking Enthusiasten. Meiner Meinung nach der wahrscheinlich am stärksten „Mensch-zentrierte-Design-Ansatz“, den wir kennen.

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