{"id":12217,"date":"2021-05-28T11:53:48","date_gmt":"2021-05-28T09:53:48","guid":{"rendered":"https:\/\/www.centigrade.de\/?post_type=blog&#038;p=12217"},"modified":"2021-06-01T15:14:43","modified_gmt":"2021-06-01T13:14:43","slug":"ux-design-ist-tot-lang-lebe-ux-design","status":"publish","type":"blog","link":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/blog\/ux-design-ist-tot-lang-lebe-ux-design\/","title":{"rendered":"UX Design ist tot. Lang lebe UX Design."},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-12221\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798499394.jpg\" alt=\"Designer Illustration\" width=\"1649\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798499394.jpg 1649w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798499394-300x109.jpg 300w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798499394-1500x546.jpg 1500w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798499394-768x279.jpg 768w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798499394-1536x559.jpg 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1649px) 100vw, 1649px\" \/><\/p>\n<p><em>Der Start eines neuen UX Designer Rollenbildes.<\/em><\/p>\n<h2>Vieles ist passiert &#8230; und auch wieder nicht<\/h2>\n<p>Ich bin nun wirklich schon eine ganze Weile in der sogenannten\u00a0<em>UX Szene<\/em>\u00a0unterwegs. Ich leite als Inhaber und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von Centigrade seit \u00fcber 15 Jahren eines der erfolgreichsten UX Unternehmen in Deutschland. Aber seit ich vor 20 Jahren von der Videospiele-Entwicklung in den damals noch\u00a0<em>Usability<\/em>\u00a0und\u00a0<em>User Interface Design<\/em>\u00a0genannten Bereich gearbeitet habe, hat sich eigentlich gar nicht viel ver\u00e4ndert. Klar &#8211; neue Tools sind entstanden und wieder verschwunden. Methoden wurden gehypt und dann durch angeblich noch bessere Methoden abgel\u00f6st. Die Endger\u00e4te und Gestaltungsm\u00f6glichkeiten sind zahlreicher geworden und irgendwie redet auch keiner mehr vom\u00a0<em>Pixeln<\/em>, weil sich das sp\u00e4testens mit 4K Monitoren erledigt hatte.<!--more--><\/p>\n<p>Abgesehen davon, ist aus meiner Sicht aber vor allem viel Namenspflege und Umbenennung f\u00fcr ein und dasselbe Ziel betrieben worden. Beispielsweise war der Begriff\u00a0<em>Usability Engineering<\/em>\u00a0in der Community pl\u00f6tzlich lange nicht mehr so en vogue wie beispielsweise\u00a0<a href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/leistungen\/ux-research\"><em>UX Research<\/em><\/a>. Und pl\u00f6tzlich redeten einige von uns auch nicht mehr von\u00a0<em>Aufgabenanalyse<\/em>, sondern von der\u00a0<em>Jobs to be done<\/em>\u00a0Methode. Selbst der einst vielzitierte Begriff\u00a0<em>User-Centered Design<\/em>\u00a0hechelt nun dem Begriff\u00a0<a href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/leistungen\/ux-design\"><em>UX Design<\/em><\/a>\u00a0hinterher.<\/p>\n<h2>Usability vs. User Experience<\/h2>\n<p>Wurde hier wirklich nur reine Namenpflege betrieben oder stecken dahinter echte Unterschiede? Die Antwort ist wie so oft:\u00a0<em>&#8222;Sowohl als auch!&#8220;<\/em>. Es gibt beispielsweise durchaus einen wichtigen Unterschied zwischen\u00a0<em>Usability<\/em>\u00a0und\u00a0<em>User Experience<\/em>, daher darf man aufhorchen, wenn die eine Gruppe von\u00a0<em>Usability Engineering<\/em>\u00a0und die andere Gruppe von\u00a0<a href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/leistungen\/ux-research\"><em>UX Research<\/em><\/a>\u00a0spricht.<\/p>\n<p><em>Usability<\/em>\u00a0oder\u00a0<em>Gebrauchstauglichkeit<\/em>\u00a0ist kurz gefasst:<\/p>\n<blockquote><p>\u201cDas Ausma\u00df, in dem ein Produkt oder Service durch bestimmte NutzerInnen in einem bestimmten Kontext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen.\u201d<\/p><\/blockquote>\n<p><em>User Experience<\/em>\u00a0oder das\u00a0<em>Nutzungserlebnis<\/em>\u00a0ist hingegen definiert als:<\/p>\n<blockquote><p>\u201cDie Wahrnehmungen und Reaktionen von NutzerInnen vor, w\u00e4hrend oder nach der Interaktion mit einem Produkt oder Service.\u201d<\/p><\/blockquote>\n<p>Wen die Quelle zu den hier etwas umformulierten Begriffsdefinitionen im Detail interessiert, der schlage hierzu am besten in der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.beuth.de\/de\/norm\/din-en-iso-9241-210\/313017070\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">DIN EN ISO 9241, 210<\/a>\u00a0Norm nach. Doch unabh\u00e4ngig von einzelnen Varianten der beiden Begriffsdefinitionen: Der gr\u00f6\u00dfte Unterschied zwischen User Experience und Usability ist, dass User Experience offensichtlich erst\u00a0<em>im Kopf der NutzerInnen entsteht<\/em>, unabh\u00e4ngig davon, ob diese gerade ein System bedienen oder nicht. UX ist damit also v\u00f6llig subjektiv und irrational und entzieht sich der Kontrolle eines jeden anderen. Oder, um es anders auszudr\u00fccken:<\/p>\n<p><em>Die Gedanken sind frei &#8211; und so ist auch die User Experience.<\/em><\/p>\n<h2>UX Designer: mit Hybris zum Scheitern verurteilt<\/h2>\n<p>Ist es da nicht eigentlich anma\u00dfend, zu glauben, dass man als einzelnes Teammitglied UX\u00a0<em>gestalten<\/em>\u00a0k\u00f6nnte? Demzufolge w\u00e4re ein UX Designer ja ein\u00a0<em>Gestalter von Wahrnehmungen und Reaktionen<\/em>, oder b\u00f6se gesagt ein\u00a0<em>Mind Controller<\/em>. In begrenztem Ma\u00dfe mag das sogar zutreffen, wenn z.B. durch\u00a0<em>Nudging<\/em>\u00a0und\u00a0<em>Gamification<\/em>\u00a0bestimmte Verhaltensmuster provoziert werden.<\/p>\n<p>Dennoch finde ich diese Art von Definition nicht nur anma\u00dfend, sondern sogar sch\u00e4dlich f\u00fcr die dahinterliegende, wundervolle Profession. Die Bezeichnung\u00a0<em>UX Designer<\/em>\u00a0als Beschreibung einer beruflichen Rolle tut nicht gut, weil er den UX Designer auf einen Sockel hebt, von dem er nur tief st\u00fcrzen kann. Die Erwartungen, die durch eine solch unterschwellige Begriffs-Hybris entstehen, k\u00f6nnen nur entt\u00e4uscht werden.<\/p>\n<p>Ein einzelner UX Designer hat meistens weder genug Wissen \u00fcber die EndnutzerInnen noch ausreichend Kontrolle \u00fcber den digitalen Produktentwicklungsprozess. Es ist deshalb leider davon auszugehen, dass UX Designer\u00a0<em>eben nicht<\/em>\u00a0genau die Wahrnehmungen oder Reaktionen bei den NutzerInnen hervorrufen, die sie sich w\u00e4hrend der Gestaltung eines Produktes oder Services blumig ausgemalt haben. UX entsteht also im Kopf der NutzerInnen nur durch eben jenes Erzeugnis, welches\u00a0<em>nach der Umsetzung des gesamten Entwicklungsteams<\/em>\u00a0hinten rausgepurzelt ist.<\/p>\n<p><em>Wir m\u00fcssen einsehen, dass die tats\u00e4chliche Kontrolle \u00fcber die Qualit\u00e4t eines digitalen Produktes oder Services beim Entwicklungsteam als Ganzes liegt &#8211; nicht bei einzelnen UX Designern. Dabei gar die Kontrolle \u00fcber die Wahrnehmungen und Reaktionen einzelner NutzerInnen zu haben, ist eine derzeit noch eine Illusion.<\/em><\/p>\n<h2>Was vom Zauber \u00fcbrigbleibt&#8230;<\/h2>\n<p>Die fehlende Kontrolle des UX Designers \u00fcber das Endprodukt oder gar die Reaktionen der NutzerInnen kann man auch in der modernen, agilen Software-Entwicklungsuniversen mannigfaltig beobachten: Ein ganze Armada von &#8222;smarten&#8220; Software Engineers steht einer kleinen Gruppe von &#8222;kreativen&#8220; UX Designern gegen\u00fcber. Und ein Software Engineer, der vor einer wenig Engineering-freundlichen Design-Spezifikation sitzt, macht im agilen, eigenverantwortlichen Entwicklungsteam nachvollziehbarerweise das, was er oder sie f\u00fcr gut, richtig und &#8211; vor allem &#8211; machbar h\u00e4lt. Wenn dabei eine gute User Experience hinten rausf\u00e4llt, dann ist das\u00a0<em>mehr Gl\u00fcck als Design<\/em>. Und da das Gl\u00fcck einem im professionellen Berufsalltag leider nur selten hold ist, wird aus dem\u00a0<em>Zauber des Anfangs<\/em>\u00a0(den sicherlich jeder UX Designer schon einmal w\u00e4hrend einer Neukonzeption erleben durfte) schnell die\u00a0<em>Ern\u00fcchterung des Endes<\/em>:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-12223\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798598298.png\" alt=\"\u00dcbergang von Nutzeranforderungen \u00fcber die Entwicklung zum Produkt\" width=\"1604\" height=\"904\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798598298.png 1604w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798598298-300x169.png 300w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798598298-1500x845.png 1500w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798598298-768x433.png 768w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798598298-1536x866.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1604px) 100vw, 1604px\" \/><\/p>\n<p>Um ein etwas weniger heroisches daf\u00fcr umso satirischeres Bild heranzuziehen: w\u00e4hrend sich die UX Designer im Hintergrund an ihren Gestaltungen die Finger verbrennen, dr\u00fccken die Software Engineers im Vordergrund diejenigen UX Kn\u00f6pfe, die sie f\u00fcr richtig halten. Und, hey &#8211; so schwer kann das mit diesem UX ja auch nicht sein, wenn man in der Lage ist, hunderttausende Zeilen funktionierenden Quellcodes zu \u00fcberblicken, oder?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-12225\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798658587.png\" alt=\"Homer Simpson am Tablet mit Kontrolle \u00fcber T\u00fcr\" width=\"1620\" height=\"910\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798658587.png 1620w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798658587-300x169.png 300w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798658587-1500x843.png 1500w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798658587-768x431.png 768w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798658587-1536x863.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1620px) 100vw, 1620px\" \/><\/p>\n<h2>Danke Software Engineers!<\/h2>\n<p>Auch wenn es gerade ganz anders klingt: ich habe den allergr\u00f6\u00dften Respekt vor den Software Engineers. Sie sind in der Tat die letzten, die die T\u00fcr zu machen. Streichen wir die Satire, dann heisst das: Sie \u00fcbernehmen h\u00e4ufig implizit die gr\u00f6\u00dfte Verantwortung f\u00fcr die Qualit\u00e4t eines Produktes. Sie sind gezwungen, systematisch vorzugehen und sich kontinuierlich fortzubilden, da ihr digitales Produkt mit all seinen Bugs und Defekten sie sonst bis in den Schlaf verfolgen wird. Sie m\u00fcssen sich harten Fakten stellen wie z.B. wieviel Prozent ihrer Arbeit mit Testcode abgedeckt ist oder wieviel Regression Bugs sie in welcher Zeit beheben konnten. Und der Compiler? Nun, der ist gnadenlos. Ein Tippfehler hier oder da und das Produkt tritt gar nicht erst vor die Augen der NutzerInnen.<\/p>\n<p><em>Ohne Software Engineers g\u00e4be es keine digitalisierte Welt und damit auch keine Notwendigkeit zur Gestaltung digitaler Produkte. Danke, Software Engineers daf\u00fcr.<\/em><\/p>\n<p>Dennoch glaube ich: der hier geschilderte Effekt, dass die letzte Person in einer Lieferkette sich oft auch am verantwortlichsten f\u00fcr das Endergebnis f\u00fchlt (oder von Au\u00dfenstehenden so wahrgenommen wird), muss gemeinsam durchbrochen werden. Die T\u00fcren d\u00fcrfen sich hinter den Software Engineers nicht automatisch f\u00fcr die UX Designer schlie\u00dfen &#8211; sie d\u00fcrfen aber auch nicht offen stehen bleiben.<\/p>\n<p><em>Wie kann das gelingen?<\/em><\/p>\n<h2>Developer, Developer, Developer<\/h2>\n<p>Wenn mich jemand fragt, ob ich mich mehr als Gestalter oder als Software Engineer f\u00fchle, dann antworte ich ohne zu z\u00f6gern:\u00a0<em>&#8222;Developer!&#8220;<\/em>. Moment mal&#8230; das beantwortet doch gar nicht die Frage, oder? Doch, das tut es. Ich m\u00f6chte damit folgendes zum Ausdruck bringen:<\/p>\n<p><em>Solange wir die Begriffe &#8218;Developer&#8216; oder &#8218;Entwickler&#8216; als synonym f\u00fcr den Software Engineer verwenden, wird sich nichts an der klaffenden L\u00fccke zwischen Designern und Engineers \u00e4ndern.<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-12227\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798711146-e1622202431146.png\" alt=\"L\u00fccke zwischen Designer und Entwickler\" width=\"1609\" height=\"870\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798711146-e1622202431146.png 1609w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798711146-e1622202431146-300x162.png 300w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798711146-e1622202431146-1500x811.png 1500w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798711146-e1622202431146-768x415.png 768w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798711146-e1622202431146-1536x831.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1609px) 100vw, 1609px\" \/><\/p>\n<h2>&#8218;Entwicklung&#8216; schlie\u00dft den Anfang ein<\/h2>\n<p>In der Videospiele-Industrie, sind alle Teammitglieder, die ma\u00dfgeblich die Qualit\u00e4t des Spiels beeinflussen und entwickeln\u00a0<em>Developer<\/em>. Die konkrete Disziplin eines Teammitgliedes ist dabei zweitrangig. Egal ob Character Artist, 3D Modeller, Storywriter, Level Designer, Lead Engineer, Game Tester, Scripter oder wer auch immer &#8211; jeder im Team tr\u00e4gt seinen winzigen Teil zur Gesamtentwicklung bei.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich entspringt der Begriff\u00a0<em>Entwicklung<\/em>\u00a0ja auch genau aus dem Anspruch, etwas von Anfang bis Ende systematisch zur Entfaltung zu f\u00fchren. Auf UX bezogen bedeutet das: User Research, Konzeption oder Usability Testing aus dem Entwicklungsteam auszuschlie\u00dfen w\u00e4re sicherlich genau der falsche Weg. Im Gegenteil:<\/p>\n<p><em>Wir UX Designer m\u00fcssen uns als &#8218;Entwickler&#8216; ins Spiel bringen! Nur kollaborativ und gemeinsam mit allen anderen Team-Mitgliedern kann UX Design gelingen.<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-12229\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798787406-e1622203159410.png\" alt=\"Developer Illustration\" width=\"1622\" height=\"900\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798787406-e1622203159410.png 1622w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798787406-e1622203159410-300x166.png 300w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798787406-e1622203159410-1500x832.png 1500w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798787406-e1622203159410-768x426.png 768w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798787406-e1622203159410-1536x852.png 1536w\" sizes=\"auto, (max-width: 1622px) 100vw, 1622px\" \/><\/p>\n<p>Mir liegt wirklich viel daran, dass immer mehr digitale Produkte und Services entstehen, die gem\u00e4\u00df der geltenden UX Definition bei immer mehr Menschen angenehmere Wahrnehmungen und Reaktionen hervorrufen. Nicht zuletzt deshalb glaube ich zum Beispiel auch an die Kraft von\u00a0<em>Gamification<\/em>. Ich liebe die magischen Momenten, die entstehen, wenn wir uns im produktiven\u00a0<em>Flow Zustand<\/em>\u00a0befinden. Dieser schmale Korridor zwischen\u00a0<em>\u00dcberforderung<\/em>\u00a0und\u00a0<em>Unterforderung<\/em>\u00a0bringt uns in\u00a0<em>energetischen Fokus<\/em>\u00a0und erm\u00f6glicht das\u00a0<em>v\u00f6llige Abtauchen<\/em>\u00a0bei der Nutzung eines digitalen Produktes oder Services. Das ist allemal jede UX Anstrengung wert.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-12231\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798996116.png\" alt=\"Flow Zustand Illustration\" width=\"2232\" height=\"1202\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798996116.png 2232w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798996116-300x162.png 300w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798996116-1500x808.png 1500w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798996116-768x414.png 768w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798996116-1536x827.png 1536w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1614798996116-2048x1103.png 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 2232px) 100vw, 2232px\" \/><\/p>\n<h2>Ein neues UX Designer Rollenverst\u00e4ndnis<\/h2>\n<p>Um diesen erstrebenswerten Flow-Zustand sowohl f\u00fcr das Team als auch f\u00fcr die NutzerInnen zu erreichen, m\u00fcssen UX Designer eine neue Haltung gegen\u00fcber ihrer Berufung einnehmen und sich in erster Linie als\u00a0<em>Entwickler<\/em>\u00a0und damit als Teil eines gr\u00f6\u00dferen Ganzen verstehen, statt \u00fcberm\u00fctig &#8211; oder zumindest wenig dem\u00fctig &#8211; Konzepte und Designs mit sich selbst auszumachen.<\/p>\n<p>User Experience beginnt mit der F\u00e4higkeit zur Empathie und Perspektiven\u00fcbernahme. Diese &#8222;Spezialkraft&#8220; sollten gute UX Designer also ohnehin bereits innehaben. Sie sollten sie aber nicht ausschlie\u00dflich f\u00fcr die NutzerInnen- gewinnbringend einsetzen, sondern eben auch f\u00fcr die grenz\u00fcberschreitende Zusammenarbeit mit den Software Engineers.<\/p>\n<p><em>Mehr Perspektiven\u00fcbernahme, mehr gegenseitige Wertsch\u00e4tzung und mehr Empathie f\u00fcr das Handwerk anderer Disziplinen wird automatisch dazu f\u00fchren, dass weniger \u00dcbergaben &#8222;\u00fcber die Mauer&#8220; passieren, sondern mehr Kollaboration, Introspektion und Inspiration im gesamten Entwicklungsteam aufkeimt.<\/em><\/p>\n<p>Folgender Startentwurf eines ersten neuen\u00a0<em>UX Designer Rollenbildes<\/em>\u00a0soll euch als UX Designer dabei unterst\u00fctzen, eine gesch\u00e4rfte Haltung gegen\u00fcber einer der sch\u00f6nsten Disziplinen der Welt einzunehmen und dadurch im Entwicklungsteam effektiver zu werden:<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Wir sind keine UX Designer<\/strong>. UX ist das, was im Kopf der NutzerInnen entsteht und sie steht und f\u00e4llt rapide mit der Qualit\u00e4t der Umsetzung. Nur das Entwicklungsteam als ganzes kann es daher schaffen, diejenigen Wahrnehmungen und Reaktionen bei den NutzerInnen auszul\u00f6sen, die w\u00fcnschenswert sind. Lasst uns die Rolle\u00a0<em>UX Designer<\/em>\u00a0immer mit dieser Grundanschauung im Hinterkopf leben &#8211; solange zumindest, bis wir einen besseren Titel gefunden haben.<\/li>\n<li><strong>Wir sind Entwickler<\/strong>. Wir sind integraler Teil des Entwicklungsteams und orientieren uns daher daran, was das Engineering Team zu leisten im Stande ist. Wir m\u00fcssen unsere Konzepte gemeinsam mit den Software Engineers\u00a0<em>pro Umsetzbarkeit<\/em>\u00a0gestalten. Dazu ben\u00f6tigen wir sehr gutes technisches Verst\u00e4ndnis und m\u00fcssen die Sprache der Software Engineers &#8211; zumindest gebrochen &#8211; sprechen, lesen und schreiben k\u00f6nnen.<\/li>\n<li><strong>Es gibt keine &#8218;Handoffs&#8216; zu den Software Engineers<\/strong>. Kein Software-Entwicklungsprozess ist linear. Wir werfen Konzepte daher nicht \u00fcber die Mauer, sobald wir glauben fertig zu sein. Unsere Arbeit f\u00e4ngt gerade erst an, wenn die ersten Umsetzungsteile bereits entstanden sind und sie setzt sich kontinuierlich in kleinen gemeinsamen Abstimmungsschleifen fort. Wir verstehen die einzelnen Mitglieder des Entwicklungsteam als\u00a0<em>die Finger einer gemeinsamen Hand<\/em>\u00a0und nicht als zwei H\u00e4nde verschiedener Personen.<\/li>\n<li><strong>Wir tragen Verantwortung f\u00fcr unsere Konzepte.<\/strong>\u00a0Wenn wir ein Konzept in die Welt setzen, dann bedeutet das oft jede Menge Arbeit f\u00fcr eine ganze Reihe von Software Engineers. Wir m\u00fcssen hierbei verbindlich und pr\u00e4zise sein, denn alle Konzepte, die wir sp\u00e4t revidieren oder erg\u00e4nzen, verlangen den Software Engineers extreme Anstrengungen ab und erh\u00f6hen zudem deren\u00a0<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Technische_Schulden\" target=\"_blank\" rel=\"nofollow noopener\">technische Schulden<\/a>. Im Zweifel fragen wir den Software Engineer lieber einmal mehr statt einmal weniger nach seiner Einsch\u00e4tzung zu Konzept- oder Prototypen-\u00c4nderungen.<\/li>\n<li><strong>Wir sind Dom\u00e4nen-Profis und Informations-Modellierer.<\/strong>\u00a0Wir wissen im Detail und verbindlich, welche Informationseinheiten (sogenannte\u00a0<em>Entit\u00e4ten<\/em>) in unserem Konzept welche Bedeutung haben, wie sie miteinander in Beziehung stehen, wie sie sich voneinander abgrenzen oder zu welchem Zeitpunkt sie f\u00fcr bestimmte NutzerInnen in welchen Kontexten relevant sind. Wenn nicht\u00a0<em>wir<\/em>, wer soll es dann wissen? Wir modellieren kontinuierlich ben\u00f6tigte Informationseinheiten und begleiten sie auf ihrer Reise durch die Software-Entwicklungspipeline, wir hegen und pflegen sie und sch\u00e4rfen sie regelm\u00e4\u00dfig, evolution\u00e4r und in Absprache nach.<\/li>\n<\/ul>\n<h3>Mitmachen und Neudenken<\/h3>\n<p>Ich nenne hier nur die ersten 5 Bausteine eines sp\u00e4ter sicher umf\u00e4nglicheren UX Designer Rollenbildes. Es handelt sich dabei nat\u00fcrlich um die Aspekte, die mich pers\u00f6nlich am meisten bewegen. Ich bin aber der \u00dcberzeugung, dass es deutlich mehr Punkte gibt, die das UX Designer Rollenbild sch\u00e4rfen und modernisieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte daher an dieser Stelle die Diskussion er\u00f6ffnen und euch einladen, weitere Gedanken zu erg\u00e4nzen &#8211; egal ob ihr der gleichen Grund\u00fcberzeugung wie ich seid oder meinen Ausf\u00fchrungen eher &#8218;konstruktiv kontrovers&#8216; gegen\u00fcbersteht. Aus euren gesammelten Werken, werde ich dann nach und nach weitere Versionen eines neuen UX Designer Rollenbildes destillieren. Ich bin gespannt auf euer Feedback.<\/p>\n<p><em>\u00a0Lasst uns gemeinsam die Rolle UX Designer modernisieren, um die digitalisierte Welt von Morgen mit besseren Produkten und Services ein kleines St\u00fcck besser zu machen.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wir haben Dein Interesse geweckt? Schau Dir unsere <a style=\"color: #2d373b; text-decoration: underline;\" href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/leistungen\/uebersicht\">Leistungen<\/a> an!<\/strong><\/p>\n<p><span class='maxbutton-1-container mb-container'><a class=\"maxbutton-1 maxbutton maxbutton-ux-design-de\" title=\"UX Design\" href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/leistungen\/ux-design\"><span class='mb-text'>UX Design<\/span><\/a><\/span> <span class='maxbutton-1-container mb-container'><a class=\"maxbutton-1 maxbutton maxbutton-ux-design-de\" title=\"UX Design\" href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/leistungen\/ux-engineering\"><span class='mb-text'>UX Engineering<\/span><\/a><\/span> <span class='maxbutton-1-container mb-container'><a class=\"maxbutton-1 maxbutton maxbutton-ux-design-de\" title=\"UX Design\" href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/leistungen\/ux-research\"><span class='mb-text'>UX Research<\/span><\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":5,"featured_media":0,"template":"","tags":[395,74,146,390,617,756],"class_list":["post-12217","blog","type-blog","status-publish","hentry","tag-development","tag-usability-de","tag-ux-de","tag-ux-design","tag-ux-engineering","tag-ux-research-de-2"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/12217","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/5"}],"version-history":[{"count":8,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/12217\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12220,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/12217\/revisions\/12220"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12217"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12217"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}