{"id":12282,"date":"2021-06-11T14:37:45","date_gmt":"2021-06-11T12:37:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.centigrade.de\/?post_type=blog&#038;p=12282"},"modified":"2022-08-02T15:40:33","modified_gmt":"2022-08-02T13:40:33","slug":"playertypes-bei-kindern-louisa-teil-2","status":"publish","type":"blog","link":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/blog\/playertypes-bei-kindern-louisa-teil-2\/","title":{"rendered":"Playertypes bei Kindern: LOUISA Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>In unserem letzten <a href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/blog\/einfuehrung-in-das-projekt-louisa\/\">Blog-Beitrag zum LOUISA Projekt<\/a> sind wir darauf eingegangen, um was es beim Projekt \u00fcberhaupt geht und was die Ziele sind. In diesem Blogbeitrag wollen wir den Start in die praktische Arbeit und unseren Prozess beleuchten. Alles beginnt mit der ersten Persona und ihrem Szenario&#8230;<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<h2><strong>Der Start \u00fcber Personas und Szenarien<\/strong><\/h2>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft wp-image-12289\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Persona-Anna-Schmidt-1-266x300.png\" alt=\"Persona Anna Schmidt\" width=\"280\" height=\"316\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Persona-Anna-Schmidt-1-266x300.png 266w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Persona-Anna-Schmidt-1.png 507w\" sizes=\"auto, (max-width: 280px) 100vw, 280px\" \/>Eine Persona ist ein repr\u00e4sentativer Nutzer der Anwendung. In jedem Projekt betrachten wir daher zuerst die wichtigste Persona und ihr Kernszenario, um die zentralen Nutzerbed\u00fcrfnisse unserer Zielgruppe zu identifizieren und damit den Problemraum abzustecken. Im Projekt LOUISA haben wir eine gro\u00dfe Bandbreite an Personas, da die Zielgruppe aus Kindern besteht, die sich innerhalb einer kurzen Zeitspanne stark weiterentwickeln. Unsere j\u00fcngste Persona ist daher 4 Jahre alt, unsere \u00e4lteste 17 Jahre. Um einen ersten Fokus zu setzen, konzentrieren wir uns zun\u00e4chst auf ein 8-j\u00e4hriges M\u00e4dchen, welches die LOUISA App ohne Hilfe von Erwachsenen benutzen kann.<\/p>\n<p>Wir betrachten au\u00dferdem zwei Szenarien, da neben den verschiedenen Personas auch unterschiedliche Nutzungskontexte relevant sind: die Zeit im Krankenhaus und die Zeit danach zu Hause.<\/p>\n<p>Unser erstes Szenario beschreibt den Zeitraum von der Aufnahme und den ersten Tests im Krankenhaus bis hin zur Diagnose. In diesem Szenario dreht sich alles um die neue Situation, in der unbekannte Fachbegriffe auftauchen, angsteinfl\u00f6\u00dfende Untersuchungen durchgef\u00fchrt werden und generell eine bedr\u00fcckende und unsichere Stimmung rings um das Kind herrscht.<\/p>\n<p>Das zweite Szenario beleuchtet die Herausforderungen, denen sich das Kind nach der Entlassung zu Hause stellen muss. Welche Symptome treten auf? Welche sind gef\u00e4hrlich? Dabei ist eine kontinuierliche Dokumentation des Gesundheitszustandes sehr wichtig, um den Austausch mit den \u00c4rzten zu erleichtern.<\/p>\n<h2>Gamification und Playertypes im LOUISA Projekt<\/h2>\n<p>Dem Kinderarzt und Projektleiter von LOUISA, Dr. Basu, war von Anfang an klar, dass die entstehende L\u00f6sung <a href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/leistungen\/gamification\">Gamification<\/a> Elemente enthalten sollte, da eine Anwendung f\u00fcr Kinder Spa\u00df machen und gleichzeitig motivieren soll, eher unliebsame Aufgaben wie Dokumentationen regelm\u00e4\u00dfig auszuf\u00fchren.<\/p>\n<p>Um ein Gef\u00fchl daf\u00fcr zu bekommen, was eine gamifzierte Anwendung enthalten muss, damit sie unsere Zielgruppe motiviert, haben wir im Zuge der Personaerstellung mehrere Kinder einen <a href=\"https:\/\/playertypes.centigrade.de\/#\/game\/splash\">Test zur Bestimmung der Playertypes (= Spielertyp)<\/a> ausf\u00fcllen lassen. Die Kategorisierung in Playertypes erm\u00f6glicht es, die Hauptmotivation einer Nutzergruppe in einer gamifizierten Umgebung zu identifizieren. Zur Playertype Zuordnung benutzen wir Marczewskis \u201eUser Type Hexad\u201c (siehe Grafik), welches sechs Kategorien von Spielertypen vorsieht: Player, Achiever, Free Spirit, Disruptor, Philanthropist und Socialiser (Quelle: <a href=\"https:\/\/www.gamified.uk\/user-types\/\">https:\/\/www.gamified.uk\/user-types\/<\/a>).<\/p>\n<p>Unsere Umfrage zeigte folgende Verteilungen der Playertypes bei den Kindern:<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Philanthropist &amp; Free Spirit (mit gleich vielen Ergebnissen):<\/strong><br \/>\nDen Philanthrophisten ist der tiefere Sinn der T\u00e4tigkeit sehr wichtig. Sie wollen als Mentoren agieren und anderen helfen, ohne eine Belohnung zu erwarten. Die <strong>Free <\/strong>Spirits wiederum haben das Bed\u00fcrfnis nach Unabh\u00e4ngigkeit und Individualit\u00e4t. Sie lieben es zum Beispiel, nach Easter Eggs zu suchen und ihren Weg durch das Spiel selbst zu bestimmen.<\/li>\n<li><strong>Achiever:<\/strong><br \/>\nDieser Spielertyp ist davon getrieben, der Beste zu sein. Achiever lieben es, Herausforderungen zu meistern und sich stetig zu verbessern.<\/li>\n<li><strong>Player (wenigste Ergebnisse):<\/strong><br \/>\nF\u00fcr diesen Spielertypen geht es um das Spiel selbst. Der Player m\u00f6chte das Spiel spielen und ist haupts\u00e4chlich durch die Belohnung innerhalb der Spiele (also prim\u00e4r extrinsisch) motiviert, dabei zu bleiben.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Dieses Ergebnis hilft uns, unsere Nutzer auch auf einer emotionalen Ebene zu verstehen, denn die verschiedenen Playertypes sind wiederum mit verschiedenen Arten der intrinsischen Motivation assoziiert. Intrinsische Motivation bedeutet, dass es keine extrinsische Motivation wie Bezahlung braucht, um eine Handlung auszuf\u00fchren, sondern dies aus der Eigenmotivation der Person heraus passiert.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-12291 alignright\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Playertype-Modell-Marczewskis-1.png\" alt=\"Playertype Modell Marczewskis\" width=\"319\" height=\"316\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Playertype-Modell-Marczewskis-1.png 319w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Playertype-Modell-Marczewskis-1-300x297.png 300w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Playertype-Modell-Marczewskis-1-150x150.png 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 319px) 100vw, 319px\" \/><\/p>\n<p>Der Kinderklinik des Universit\u00e4tsklinikum Essen ist im LOUISA Projekt das Ansprechen und Aufbauen der intrinsischen Motivation sehr wichtig, da so ein tieferes Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Krankheit erreicht und langfristig die Selbstwirksamkeit der Kinder erh\u00f6ht wird. Welche Kernbed\u00fcrfnisse die intrinsische Motivation welches Playertypes verst\u00e4rken, ist der Grafik unten zu entnehmen. Damit sind folgende Bed\u00fcrfnisse f\u00fcr unsere Zielgruppe besonders wichtig und bei der Konzeption zu beachten: Autonomy (Free Spirit), Mastery (Achiever) und Purpose (Philanthrop). Wir sehen also, dass die Zielgruppe auf der einen Seite ihre F\u00e4higkeiten verbessern (Mastery) und Unabh\u00e4ngigkeit erlangen (Autonomy) will, aber sich auf der anderen Seite auch um andere k\u00fcmmern und ihnen helfen will (Purpose).<\/p>\n<p>Interessanterweise ist dies ein recht \u00e4hnliches Bild zu unserem Projekt MightyU, wo ebenfalls der Playertype von kranken bzw. eingeschr\u00e4nkten Kindern bestimmt wurde. Auch hier war vor allem der Philanthrop vorherrschend. Daraus kann die Annahme abgeleitet werden, dass Kinder, um die sich auf Grund ihrer Lage viel gek\u00fcmmert werden muss, selbst das Bed\u00fcrfnis haben, Hilfe und Unterst\u00fctzung weiterzugeben. Damit f\u00fchlen sie sich selbstwirksamer und weniger unzureichend.<\/p>\n<h2><strong>Ausblick auf die abgeleiteten L\u00f6sungsans\u00e4tze<\/strong><\/h2>\n<p>Die beiden Projektansprechpartner des Zentrums f\u00fcr Kinder- &amp; Jugendmedizin am Universit\u00e4tsklinikum Essen, Gesundheits- &amp; Kinderkrankenpflegerin Carolin van Nahl und Oberarzt der Kinderheilkunde Dr. med. Oliver Basu, hatten bereits im Vorfeld des Projektes einige \u00dcberlegungen zu der Entwicklung der L\u00f6sung angestellt. Sie waren durch ihre direkte Erfahrung mit den Patient*innen zu dem Schluss gekommen, dass ein Character, der selbst ein Handicap hat, ein perfekter Begleiter f\u00fcr die Kinder in der L\u00f6sung w\u00e4re.<\/p>\n<p>Auf Basis der bereits beschriebenen Scoping- und Researchergebnisse zu den Bed\u00fcrfnissen der Zielgruppe konnte im folgenden Konzept Ideation Workshop die Idee, eine App zu entwickeln, die mit einem Character ausgestattet ist, als passende L\u00f6sung best\u00e4tigt werden. Der Character hat eine eigene Geschichte und agiert als Freund des Kindes und befindet sich durch sein Handicap in einer \u00e4hnlichen Lage. Um dem Purpose Gedanken zu unterst\u00fctzen, braucht er au\u00dferdem Hilfe bei seiner eigenen Geschichte (muss seine Freunde wiederfinden). Gleichzeitig wei\u00df er aber auch viel \u00fcber das Leben im Krankenhaus und unterst\u00fctzt das Kind als Ansprechpartner.<\/p>\n<p>Die detaillierte Ideenfindung zum Character, zu seiner Hintergrundgeschichte, sowie die Konzeptstruktur der App mit Level-Mechanik und Belohnungen folgen in den n\u00e4chsten Beitr\u00e4gen. Als n\u00e4chstes wird <a href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/unternehmen\/team#david.patrizi\">David<\/a> zur Erarbeitung eines Characters aus visueller Sicht berichten.<\/p>\n<p><strong>Wir haben Dein Interesse geweckt? Schau Dir unsere <a style=\"color: #2d373b; text-decoration: underline;\" href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/leistungen\/uebersicht\"><strong>Leistungen<\/strong><\/a> an!<\/strong><\/p>\n<p><span class='maxbutton-1-container mb-container'><a class=\"maxbutton-1 maxbutton maxbutton-ux-design-de\" title=\"UX Design\" href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/leistungen\/gamification\"><span class='mb-text'>Gamification<\/span><\/a><\/span> <span class='maxbutton-1-container mb-container'><a class=\"maxbutton-1 maxbutton maxbutton-ux-design-de\" title=\"UX Design\" href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/leistungen\/ux-research\"><span class='mb-text'>UX Research<\/span><\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":64,"featured_media":0,"template":"","tags":[782,946,611,345,419],"class_list":["post-12282","blog","type-blog","status-publish","hentry","tag-gamification-de-2","tag-louisa","tag-medizin","tag-player-types","tag-user-research-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/12282","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/64"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/12282\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12337,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/12282\/revisions\/12337"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12282"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12282"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}