{"id":15176,"date":"2022-06-10T12:24:57","date_gmt":"2022-06-10T10:24:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.centigrade.de\/?post_type=blog&#038;p=15176"},"modified":"2022-07-25T16:29:10","modified_gmt":"2022-07-25T14:29:10","slug":"gebrauchsanweisung-fur-digital-designerinnen","status":"publish","type":"blog","link":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/blog\/gebrauchsanweisung-fur-digital-designerinnen\/","title":{"rendered":"Gebrauchsanweisung f\u00fcr Digital Designer*innen &#8211; Wie Sie st\u00f6rrische Digital Designer*innen f\u00fchren, um sie zu H\u00f6chstleistungen anzutreiben."},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15181\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/send-help-post-its.jpg\" alt=\"send help post its\" width=\"1000\" height=\"562\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/send-help-post-its.jpg 1000w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/send-help-post-its-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/send-help-post-its-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/p>\n<p><strong>Sie sind Projektverantwortliche*r, Projektmanager*in oder arbeiten regelm\u00e4\u00dfig mit Designer*innen und haben es satt, st\u00e4ndig zeitintensive anstrengende Diskussionen \u00fcber notwendige Features und Ihre brillanten Ideen zu f\u00fchren?<\/strong><!--more--><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15185\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/intervention-1.jpg\" alt=\"intervention\" width=\"1000\" height=\"563\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/intervention-1.jpg 1000w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/intervention-1-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/intervention-1-768x432.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/p>\n<p>Dann begr\u00fc\u00dfe ich Sie herzlich zu meiner Intervention: Wir m\u00fcssen reden\u2026<\/p>\n<p>Der Ausl\u00f6ser dieses Textes ist die steigende Frustration und Resignation, die ich bei vielen teils sogar noch jungen Designer*innen in meinem Umfeld bemerke. Ausgel\u00f6st wird diese Frustration von so manchen Projekt-Mitspieler*innen \u2013 nicht aus B\u00f6swilligkeit, sondern aus Unwissenheit, dem Wunsch nach Selbstverwirklichung, alten Strukturen und Kontrolle, Ungeduld, Zeitmangel, dem falschen Mindset, sowie dem Unwissen dar\u00fcber, was Design heute bedeutet.<\/p>\n<p>Ich richte diesen Text deswegen vor allem an Sie, die Projektmanager*innen, die das Zusammenspiel verschiedener Disziplinen bei der Entwicklung digitaler Produkte und Prozesse von morgen koordinieren und Designer*innen helfen k\u00f6nnen, diese Frustration durch mehr Verst\u00e4ndnis und ein offeneres Miteinander aufzul\u00f6sen. Ich selbst arbeite seit 16 Jahren als Designerin, in den letzten Jahren aber verst\u00e4rkt im Projektmanagement. Meine Hauptaufgabe ist die strategische Leitung des Designteams bei Centigrade. Von diesem Team h\u00f6re ich regelm\u00e4\u00dfig, mit welchen Alltagsproblemen sich unsere Designer*innen herumschlagen.<\/p>\n<p>Ich richte diesen Text aber auch an Digital Designer, die tagt\u00e4glich f\u00fcr eine bessere <a href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/leistungen\/ux-design\">User Experience<\/a> k\u00e4mpfen und so m\u00fcde davon sind, schlechte Ideen und unwichtige Features auszuarbeiten, die nicht entlang eines mensch-zentrierten Prozesses entstanden sind, sondern von Projektbeteiligten hineingetragen werden.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte ein besseres Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Arbeit der Digital Designer schaffen, um Projektbeteiligte zu sensibilisieren.<\/p>\n<h2>Die Top 5 Denkfehler zu Digital Design und wie es wirklich ist<\/h2>\n<h3>#1: Digital Designer*innen schubsen keine Pixel \u2013 sie l\u00f6sen Probleme.<\/h3>\n<p>Ein Mythos, der mir zu h\u00e4ufig im Alltag begegnet, ist der Irrglaube, dass man als Digital Designer die Produkte einfach nur etwas aufh\u00fcbscht, Logos und Buttons gr\u00f6\u00dfer macht, anschlie\u00dfend noch ein paar Farben und Schriften \u00e4ndert und Freude daran findet, so viele Iterationen und Kompromisse auszuarbeiten, bis man (wenn \u00fcberhaupt) irgendwann zu einem mittelm\u00e4\u00dfigen Ergebnis findet. Dabei sollte man stets freundlich lachen, winken und zustimmen. Bad News: Das ist leider nur eine Illusion, die uns in zu vielen Hollywood-Serien untergeschoben wird, um den Beruf m\u00f6glichst simpel, hip und attraktiv zu machen. Schauen wir uns deswegen lieber gemeinsam die Realit\u00e4t an.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15187\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Skelett-at-work.jpg\" alt=\"Skelett at work\" width=\"1000\" height=\"667\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Skelett-at-work.jpg 1000w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Skelett-at-work-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Skelett-at-work-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/p>\n<p>Die Arbeitswelt als Designer*in hat sich gerade im Softwaresektor in den letzten Jahren elementar ver\u00e4ndert. Digital Designer treten f\u00fcr mensch-zentrierte L\u00f6sungen an und gestalten Sicherheitsmechanismen f\u00fcr komplexe Anwendungen. Sie fokussieren sich auf die Gestaltung von erwartungskonformen Interaktionsparadigmen, um Nutzer*innen mit Kompetenzerlebnissen bei der Anwendung eines Produktes zu befl\u00fcgeln. Sie setzen sich mit ISO-Normen und Systemlandschaften auseinander, dokumentieren und arbeiten dabei in gro\u00dfen Projektteams, bestehend aus Programmierer*innen, User Researcher*innen, Kund*innen, Nutzer*innen, Marketingverantwortliche und Manager*innen, die nat\u00fcrlich alle vom Design \u00fcberzeugt werden m\u00fcssen. W\u00e4hrenddessen, besch\u00e4ftigt sich der*die Designer*in noch mit den j\u00e4hrlich wechselnden Tool-Landschaften, Technologien, Trends und Looks, um den Anschluss nicht zu verlieren.<\/p>\n<h3>#2: Digital Designer*innen arbeiten nicht f\u00fcr Auftraggeber*innen, sondern f\u00fcr ihre Nutzer*innen und sind bereit, in deren Sinne Entscheidungen zu treffen, jenseits des pers\u00f6nlichen Geschmacks.<\/h3>\n<p>Digital Designer sehen sich als Anw\u00e4lt*innen ihrer Nutzer*innen, nicht als \u201eEverybody&#8217;s Darling\u201c, und haben nicht den Anspruch, es jedem recht zu machen. Sie folgen einem mensch-zentrierten Design-Prozess und stellen ihre eigenen Egos und Ideen hinten an, um die Bed\u00fcrfnisse der Nutzer*innen im Fokus zu behalten. Sie erarbeiten skalierbare Produkte und dokumentieren ihre Arbeit in Design-Systemen, die ihre eigene Kreativit\u00e4t einschr\u00e4nken, weil sie den Mehrwert verstehen und an das Prinzip \u201eSingle Source of Truth\u201c glauben. Die meiste Zeit sind sie aber damit besch\u00e4ftigt, die Projekt-Personas am Leben zu halten, subjektive pers\u00f6nliche Geschm\u00e4cker und Meinungen abzuwehren und den Scope des Projektes einzuhalten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15191\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Skelett-at-work-2-1.jpg\" alt=\"Skelett at worktable\" width=\"1000\" height=\"667\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Skelett-at-work-2-1.jpg 1000w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Skelett-at-work-2-1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Skelett-at-work-2-1-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/p>\n<p>Designer*innen ben\u00f6tigen deswegen mehr Vertrauen, Verst\u00e4ndnis, Respekt vor ihren R\u00e4umen, um ihre Arbeit machen zu k\u00f6nnen. Dieser Raum wird ben\u00f6tigt, um im Team auf objektiver Basis die richtigen Entscheidungen zu besprechen und diese auszuarbeiten. Pers\u00f6nliche Geschm\u00e4cker sind in der Ausarbeitung von mensch-zentrierten Produkten fehl am Platz und verursachen lange Diskussionen, viele Iterationen und schlechte Kompromisse, die dem Produkt schaden und Budgets auffressen. Die Frage, warum ein*e Designer*in wie folgt entschieden hat, ist immer erlaubt. Sie lieben es, in der Tiefe objektiv zu argumentieren und freuen sich \u00fcber die Akzeptanz ihrer durchdachten Entscheidungen.<\/p>\n<h3>#3: Gute Digital Designers sagen nicht zu allem ja. Sie sind unbequem, anstrengend und diskutieren gerne, bevor sie nicht validierte Ergebnisse einfach hinnehmen.<\/h3>\n<p>Wenn der*die Designer*in immer alles nur noch gut findet, was das Projektteam zur\u00fcckmeldet, \u00c4nderungen ohne Gegenwehr umsetzt, bedeutet dies zu einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit, dass diese*r innerlich abgestorben ist, schon lange resigniert hat und keinen Sinn mehr darin sieht, mit Ihnen ernsthaft \u00fcber seine*ihre Arbeit zu diskutieren. Sollten Sie diesen leblosen Zustand bei Ihrem*Ihrer Designer*in feststellen, hei\u00dft das, dass Sie leider keine gute Feedback-Kultur haben. Aber keine Sorge, Sie k\u00f6nnen sein*ihr Vertrauen zur\u00fcckgewinnen. Versuchen Sie einfach, Design-Entscheidungen wieder Ihrem*Ihrer Designer*in zu \u00fcbertragen, fragen Sie nach seiner*ihrer Meinung, lassen Sie sich auf Augenh\u00f6he beraten und nehmen Sie sinnvolle Vorschl\u00e4ge auch mal an.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15195\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Skelett-terrified.jpg\" alt=\"Skelett terrified\" width=\"1000\" height=\"800\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Skelett-terrified.jpg 1000w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Skelett-terrified-300x240.jpg 300w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Skelett-terrified-768x614.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/p>\n<p>Vertrauen Sie der Expertise Ihrer Designer*innen wie Sie Ihrem Gehirn-Chirurgen auch bei einer Gehirn-OP vertrauen w\u00fcrden. Der Vergleich wirkt vielleicht etwas hochgegriffen, aber mit dem*der Allgemeinmediziner*in funktioniert er schon nicht mehr. Haus\u00e4rzt*innen werden wie Designer*innen, Fu\u00dfballtrainer*innen oder Virolog*innen auch regelm\u00e4\u00dfig Kompetenzen abgesprochen von selbsternannten Google-Profis, die es einfach besser k\u00f6nnen\/wissen! (Das war Ironie.)<\/p>\n<p>Freuen Sie sich stattdessen lieber \u00fcber die lebhafte Gegenwehr, gehen Sie den Fragestellungen wertsch\u00e4tzend nach und erleben Sie, wie durch mehr Vertrauen und gr\u00f6\u00dfere Spielr\u00e4ume Produkte entstehen, von denen sogar letztlich Ihre Nutzer*innen profitieren. So schaffen Sie eine gesunde Basis, in der Ihr*e Designer*in wieder ambitioniert Entscheidungen und Prozesse hinterfragt, nach dem \u201cwarum\u201d sucht. Machen Sie sich keine Sorgen, wenn Ihr*e Designer*in Ihnen erkl\u00e4rt, warum Ihr Produkt schlecht ist, denn gleich danach wird er*sie nach einer L\u00f6sung suchen, um es besser zu machen.<\/p>\n<p>Designer*innen sind sensibel und ben\u00f6tigen eine Umwelt, die respektvoll und weniger \u00a0toxisch ist. Probieren Sie es aus, Sie werden Ihre Designer*innen aufbl\u00fchen sehen.<\/p>\n<h3>#4: Ich seh in dein Herz. Gebe gutes Feedback \u2013 schlechtes Feedback (GFSF)<\/h3>\n<p>Wenn Designer*innen um Feedback bitten, geht es selten darum, vom Projektteam zu erfahren, wie sie Buttons sch\u00f6ner gestalten k\u00f6nnen, welche Farben sie stattdessen besser gew\u00e4hlt h\u00e4tten oder um zu erfahren, ob Arial vielleicht die besser Schriftwahl gewesen w\u00e4re. Wir fragen gezielt nach Feedback, um zu erfahren, ob die Inhalte des Produktes richtig abgebildet wurden und Interaktionen erwartungskonform zur Maschine passen. Diesen Punkt finden meistens leider alle anderen aus dem Projekt mega langweilig, weswegen Designer*innen 90% ihrer Zeit mit Teil 1 auf Trapp gehalten werden. Anschlie\u00dfend entstehen kompromiss-schwangere Frankensteins Monster-Screens aus Version 1,3,4 und 6,15 und 25, um anschlie\u00dfend festzustellen, dass das Ergebnis doch nicht so richtig \u201eknallt\u201c.<\/p>\n<p>Leider wird es nicht gerne gesehen, wenn Designer*innen von solchen Experimenten abraten, was ich h\u00e4ufig mit fehlendem Vertrauen in deren Expertise verbinde. Kennt man die zeitaufw\u00e4ndigen Arbeitsschritte der Designer*innen, um zu einem finalen homogenen und visuell ansprechenden Design zu finden, w\u00fcsste man, wie viele verschiedene Kombinationen bereits durchgespielt und f\u00fcr unzureichend befunden wurden. Um niemandem auf den Schlips zu treten, lassen Designer*innen zu oft zu, dass jede*r eine eigene Idee im Design positionieren kann, auch wenn sie aus Expert*innensicht keinen Sinn macht. Projekte, die so ablaufen, haben leider h\u00e4ufig das gleiche Ergebnis: Projektmanager*in zufrieden, Designer*in frustriert, Nutzer*in verfehlt.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15197\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Skelett-at-work-3.jpg\" alt=\"Skelett at work\" width=\"1000\" height=\"667\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Skelett-at-work-3.jpg 1000w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Skelett-at-work-3-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Skelett-at-work-3-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/p>\n<p>Daf\u00fcr habe ich einen leicht umsetzbaren Rat im Gep\u00e4ck: Mehr Verantwortung ins Design geben, weniger Spa\u00df an Iterationen finden, Vetos akzeptieren &#8211; einfach aber effektiv. Konzentrieren Sie sich mit Ihrer Expertise lieber auf die Inhalte und die Funktionalit\u00e4t, die Ihr Produkt widerspiegeln soll. Stellen Sie konkrete Fragen oder sprechen Sie \u00fcber objektiv nachvollziehbare Probleme. Vermeiden Sie subjektives Feedback, dass mit \u201eirgendwas und irgendwie\u201c startet, lassen Sie sich gerne beraten und versuchen Sie, Ihre Designer*innen nicht im Tr\u00fcben Ihres unspezifischen Feedbacks fischen zu lassen, denn das kann sehr zeitintensiv und teuer werden.<\/p>\n<h3>#5: Digital Designer designen. Wenn man glaubt, man w\u00e4re der einzige Designer im Projekt und pl\u00f6tzlich feststellt, dass das gesamte Team in der Rolle des Art Directors teilnimmt. Kl\u00e4ren Sie darum in Ihrem Team fr\u00fchzeitig Verantwortlichkeiten und Rollen. Und nehmen Sie fr\u00fchzeitig echte Designer*innen mit ins Boot.<\/h3>\n<p>Immer wieder beobachte ich, wie in der fr\u00fchen Produktentstehungsphase bewusst auf Designer*innen verzichtet wird. User Research als zu teuer und zeitintensiv wegrationalisiert wird und die Persona auf dem Server begraben wurde. Stattdessen haben l\u00e4ngst \u201epers\u00f6nliche Requirements\u201c Einzug ins Produkt gefunden. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen nicht immer alle Rollen in allen Workshops und Meetings in das Produkt einbezogen werden. Verzichten Sie an bestimmten Wegpunkten jedoch keinesfalls auf den*die Designer*in. Einer der gr\u00f6\u00dften Fehler, den ich in vielen Projekten sehe, ist das viel zu sp\u00e4te Hinzuziehen der Digital Designer.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-15199\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Skelett-help-2.jpg\" alt=\"Skelett help\" width=\"1000\" height=\"667\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Skelett-help-2.jpg 1000w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Skelett-help-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Skelett-help-2-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1000px) 100vw, 1000px\" \/><\/p>\n<p>Was Designer*innen in Projekten h\u00e4ufig nur noch bleibt, ist Schadensbegrenzung. Man k\u00f6nnte es auch <em>Lipstick on a pig<\/em> nennen. Gerade wenn wir \u00fcber das Thema Nachhaltigkeit oder Vision sprechen, kann der*die Designer*in nicht fr\u00fch genug mit am Tisch sitzen. Stattdessen \u00e4rgern wir uns lieber dar\u00fcber, dass Designer*innen viel zu sp\u00e4t unangenehme nervige Fragen stellen und wenig Begeisterung f\u00fcr das Produkt zeigen. Lieber w\u00fcrde man sich anstrengende Gespr\u00e4che \u00fcber Nutzer*innen, Requirements, User Experience, Ethik und die fehlende Nachhaltigkeit ersparen, um stattdessen endlich mal PS auf die Stra\u00dfe zu bekommen. Aus Design-Sicht w\u00fcrde ich dieses Vorgehen als \u201cGarbage in &#8211; Garbage out\u201d bezeichnen. Die L\u00f6sung: Beziehen Sie so fr\u00fch wie m\u00f6glich Designer*innen bei wichtigen Produkt-Entscheidungen ein, dann klappt es auch mit der Begeisterung und den guten L\u00f6sungen.<\/p>\n<h2>Resum\u00e9<\/h2>\n<p>Eigentlich ist es nicht schwer, den Digital Designers eine Umwelt zu bieten, in der sie einen guten Job machen k\u00f6nnen. Geben Sie ihnen den n\u00f6tigen Sauerstoff, vertrauen Sie in ihre Expertise, erkennen Sie den Wert von Design bei der L\u00f6sung von Problemen, streichen Sie das veraltete Bild des Pixelschubsers aus Ihrem Kopf und stellen Sie Ihre pers\u00f6nlichen Geschm\u00e4cker zur\u00fcck. Lassen Sie sich fallen in ein v\u00f6llig neues Mindset, dass Ihnen Arbeit und Zeit spart und einen vollkommen neuen Vibe im Projekt ausl\u00f6sen wird.<\/p>\n<p>An alle Designer*innen: Eure F\u00e4higkeit ist es nicht nur, Dinge sch\u00f6n aussehen zu lassen (und ja, das k\u00f6nnen wir auch), sondern vor allem wichtige Probleme f\u00fcr Nutzer*innen zu l\u00f6sen. Kl\u00e4rt auf, woran ihr glaubt und was Design wirklich bedeutet. H\u00f6rt auf, schlechte Kompromisse oder Entscheidungen von Au\u00dfenstehenden bequem abzunicken. Hinterfragt weiterhin schlechte Produktl\u00f6sungen. Hinterfragt die Basis, auf der euer Gegen\u00fcber gerade eure Arbeit bewertet wird und entscheidet selbst, ob diese Basis ausreichend ist, um darauf aufbauend \u00c4nderungen vorzunehmen. Werdet nicht m\u00fcde, subjektives Feedback abzuwehren. Haltet an euren Nutzer*innen fest. Besetzt die R\u00e4ume, die euch zustehen. Habt trotzdem weiter ein offenes Ohr f\u00fcr andere Ideen und R\u00fcckmeldungen. F\u00fchrt Gespr\u00e4che \u00fcber das Arbeitsumfeld und sprecht \u00fcber die Bed\u00fcrfnisse, um einen guten Job machen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Designer*innen m\u00fcssen lernen, wieder an ihre Arbeit zu glauben und daf\u00fcr bereit sein, viele aufkl\u00e4rende Gespr\u00e4che zu f\u00fchren. Designer*innen tragen Verantwortung, denn sie sind die Design Thinker, die daf\u00fcr sorgen k\u00f6nnen, dass in Zukunft bessere und nachhaltigere Produkte geschaffen werden. Daher meine Bitte an euch: Seid anstrengend, seid laut, seid die lebendigen Designer*innen, die wir f\u00fcr eine bessere Zukunft so dringend brauchen.<\/p>\n<p>An alle Nicht-Designer: Besch\u00e4ftigen Sie sich mehr mit der Komplexit\u00e4t von Design. Legen Sie den Irrglauben ab, dass Designer*innen da sind, um oberfl\u00e4chlich ein paar Pixel zu schieben und Ihre Ideen zu verwirklichen. Designer*innen arbeiten f\u00fcr die Nutzer*innen des Produktes. F\u00fcr Ihre Nutzer*innen. Bewerten Sie Design nicht nach pers\u00f6nlichen Vorlieben, sondern fokussieren Sie sich auf das Verst\u00e4ndnis der Nutzer*innen. Finden Sie Wege, wie Sie Ihr*e Designer*innen mit Ihrem Know-How unterst\u00fctzen k\u00f6nnen, statt ihre Hand zu f\u00fchren, weil Sie keine Kontrolle abgeben k\u00f6nnen. Suchen Sie den Dialog &#8211; Designer*innen werden Ihnen gerne erkl\u00e4ren, auf welcher Basis deren Entscheidungen fu\u00dfen. Bevor Sie mit subjektivem Feedback das Design ruinieren, denken Sie dar\u00fcber nach, wie Sie es konstruktiv und objektiv formulieren k\u00f6nnen. Ihre Designer*innen brauchen Ihre Unterst\u00fctzung, denn nur indem Sie unser Grundverst\u00e4ndnis von Design teilen, schaffen wir es, lebendige und mensch-zentrierte Produkte zu erschaffen. Sie sind es, die die R\u00e4ume der Designer*innen aufmachen und sch\u00fctzen k\u00f6nnen, damit diese tun k\u00f6nnen, was sie am besten k\u00f6nnen: Probleme auf die sch\u00f6nste Art und Weise zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr gibt\u2019s dann auch ganz viele Props, Love und Respect von eurem Designteam \u2013 versprochen.\u00a0We are all in this together &lt;3.<\/p>\n<p>Fotos: Tara Winstead, <a href=\"https:\/\/www.shutterstock.com\/de\/g\/fizkes\">fizkes<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wir haben Dein Interesse geweckt? Schau Dir unsere <a style=\"color: #2d373b; text-decoration: underline;\" href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/leistungen\/uebersicht\">Leistungen<\/a> an!<\/strong><\/p>\n<p><span class='maxbutton-1-container mb-container'><a class=\"maxbutton-1 maxbutton maxbutton-ux-design-de\" title=\"UX Design\" href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/leistungen\/ux-design\"><span class='mb-text'>UX Design<\/span><\/a><\/span> <span class='maxbutton-4-container mb-container'><a class=\"maxbutton-4 maxbutton maxbutton-ux-design-de-large\" title=\"UX Design\" href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/leistungen\/ux-management\"><span class='mb-text'>UX Management<\/span><\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":68,"featured_media":0,"template":"","tags":[598,933,849,111],"class_list":["post-15176","blog","type-blog","status-publish","hentry","tag-design-de","tag-digital-design","tag-digital-design-professional","tag-projekt-management"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/15176","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/68"}],"version-history":[{"count":12,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/15176\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15269,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/15176\/revisions\/15269"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=15176"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=15176"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}