{"id":16385,"date":"2023-10-09T15:47:15","date_gmt":"2023-10-09T13:47:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.centigrade.de\/?post_type=blog&#038;p=16385"},"modified":"2023-10-10T15:53:38","modified_gmt":"2023-10-10T13:53:38","slug":"lean-long-lasting-ansaetze-fuer-nachhaltige-ux-projekte","status":"publish","type":"blog","link":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/blog\/lean-long-lasting-ansaetze-fuer-nachhaltige-ux-projekte\/","title":{"rendered":"Lean &#038; long-lasting &#8211; Ans\u00e4tze f\u00fcr nachhaltige UX-Projekte"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-16400\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Sustainable-UX-Mockup-2.jpg\" alt=\"Sustainable UX Mockup\" width=\"1344\" height=\"896\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Sustainable-UX-Mockup-2.jpg 1344w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Sustainable-UX-Mockup-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Sustainable-UX-Mockup-2-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 1344px) 100vw, 1344px\" \/><\/p>\n<p>Im allgemeinen Diskurs zum Thema Nachhaltigkeit geht es oft um Ressourcen, Energie und M\u00fcllvermeidung. Was bedeutet Nachhaltigkeit f\u00fcr digitale Produkte? Digital gibt es keinen M\u00fcll, und Ressourcen sind eher indirekt. Aber der IT-Sektor ist f\u00fcr 4% der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich, genauso viel wie der globale Flugverkehr verursacht. Wo kommen diese Emissionen her? <!--more-->Eine E-Mail erzeugt 10g CO2, weil sie auf ihrem Weg vom Sender zum Empf\u00e4nger durchschnittlich 15.000 km zur\u00fccklegt. Streaming-Dienste (inkl. Video Chat) erzeugen 205g CO2 pro Stunde weltweit, bedingt durch den Energiebedarf von Servern, Routern, etc. Das Konsumieren von Gigabyte verpulvert eine Menge CO2. Es gibt sehr viele sehr n\u00fctzliche Artikel, wie man z.B. Websites so gestalten kann, dass unbescholtene Besucher*innen nicht unwissentlich viel mehr Energie verwenden, als n\u00f6tig z. B.<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"https:\/\/raidboxes.io\/blog\/webdesign-development\/sustainable-web-design\/\">Sustainable Web Design: Wie du nachhaltige Websites gestaltest<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/justcreative.com\/sustainable-web-design\/\">Sustainable Web Design: Everything You Need to Know<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>F\u00fcr uns als UX-Designer*innen hei\u00dft das, wir brauchen ein Bewusstsein f\u00fcr die Menge der Daten, die Nutzer*innen laden m\u00fcssen, um einen Service anzuwenden. Relevante Mengen sparen kann man auf diese Weise aber nur bei sehr hohen Nutzungszahlen. Es ist unklar, wie viel schlanker ein Webservice sein muss, um zu erreichen, dass irgendwo ein ganzer Server abgeschaltet wird, womit dann wirklich eine relevante Menge CO2 eingespart werden kann. Ist es also nachhaltiges UX-Design, den Datenverkehr zu minimieren? Die Wahrheit ist komplexer.<\/p>\n<p>Digitale Produkte sollten Nutzer*innen bef\u00e4higen, sowohl effizient und effektiv (lean) zu arbeiten, als auch ihre Ger\u00e4te und Produkte l\u00e4nger zu verwenden, bevor sie sie entsorgen (long-lasting). Ideen und Vorschl\u00e4ge, wie man das erreichen kann, habe ich in diesem Artikel zusammengetragen.<\/p>\n<h2>Lean: Workflows schlanker gestalten<\/h2>\n<p>Digitale Produkte lenken das Konsumverhalten, von Online-Shopping bis zu Produktionsabl\u00e4ufen. Kann man in einem Produktionszyklus z.B. eine gedruckte Best\u00e4tigung wegk\u00fcrzen, spart man CO2 und Ressourcen bereits ab der ersten Nutzung. Bei nachhaltigem UX-Design geht es weniger um die Software, sondern um das daraus resultierende Verhalten der Nutzer*innen. So erlaubt eine sinnvoll eingesetzte Benachrichtigung zur Abnutzung eines Bauteils Nutzer*innen, Maschinen fr\u00fcher zu warten und dadurch eine l\u00e4ngere Haltbarkeit zu gew\u00e4hren. Ein gutes Fehlermeldungskonzept erleichtert es Nutzer*innen, schneller und ad\u00e4quater zu reagieren und sorgt f\u00fcr weniger Ausschuss, sodass Rohmaterial l\u00e4nger reicht. Nutzer*innen k\u00f6nnen bef\u00e4higt werden, ihre Aufgaben effizienter zu erledigen; dabei geht es nicht zwangsl\u00e4ufig um Zeitersparnis, sondern in erster Linie um Effizienz in Bezug auf die verwendeten Ressourcen. Wenn in der Erarbeitung von User Journeys und Workflows bereits darauf geachtet wird, k\u00f6nnen die Nutzer*innen sich nachhaltiger verhalten.<\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel ist der F\u00fcllstand von Chemikalien in Labormaschinen. Sagen wir, es gibt das Nutzerbed\u00fcrfnis, dass Labormitarbeiter*innen rechtzeitig gewarnt werden m\u00f6chten, bevor die Chemikalie leer ist. Das UX-Team gestaltet daraufhin f\u00fcr das Interface eine Warnung im Stil von \u201eAchtung, niedriger F\u00fcllstand\u201c. Mit dieser Info k\u00f6nnen die Labormitarbeiter*innen den Beh\u00e4lter mit der Chemikalie rechtzeitig austauschen. W\u00fcrde das Nutzerbed\u00fcrfnis nur etwas umformuliert, zum Beispiel \u201eLabormitarbeiter*innen wollen immer eine ausreichende Menge der L\u00f6sung f\u00fcr ihre anstehenden Aufgaben bereitstellen\u201c, w\u00fcrde das UX-Team eher eine pr\u00e4zise F\u00fcllstandsanzeige gestalten. Nutzer*innen sind dann nicht dazu gezwungen, den ganzen Beh\u00e4lter auszutauschen und die darin enthaltenen Reste weg zu kippen, weil sie nicht ermitteln k\u00f6nnen, wie viel genau sie nachf\u00fcllen m\u00fcssen. Sondern sie k\u00f6nnen den Rest weiterverwenden und die optimale Menge einfach nachf\u00fcllen. Das spart auch dem Labor Beschaffungskosten. Workflows zu optimieren ist nichts Neues, sondern eine der Hauptmotivationen f\u00fcr Unternehmen, UX-Designer*innen in ihre Projekte zu involvieren. Das ist eine gute Nachricht, denn es hei\u00dft, wir haben daf\u00fcr bereits gut entwickelte und erprobte Methoden. Ich m\u00f6chte aber das Bewusstsein sch\u00e4rfen, insbesondere auf das Ressourceneinsparungspotenzial zu achten.<\/p>\n<h2>Lean: Das Richtige entwickeln<\/h2>\n<p>Zum Arbeitsalltag von UX-Designer*innen geh\u00f6rt neben der Vereinfachung von Workflows die Analyse der Requirements. Das ist ein weiterer Ansatz f\u00fcr nachhaltiges UX-Design. Haben die formulierten Anforderungen einen wirklichen Mehrwert f\u00fcr die Nutzer*innen? Wir m\u00fcssen uns darauf konzentrieren, die identifizierten Benutzerbed\u00fcrfnisse zu adressieren und uns nicht von zus\u00e4tzlichen Funktionen verleiten lassen, bei denen unklar ist, ob sie \u00fcberhaupt genutzt werden. Mit diesem Ansatz k\u00f6nnen sowohl Entwicklungskapazit\u00e4t als auch Daten eingespart werden bzw. die Entwicklungskapazit\u00e4t kann f\u00fcr etwas eingesetzt werden, wovon die Nutzer*innen wirklich profitieren.<\/p>\n<p>Was ist, wenn der Blick erweitert wird und neben Nutzer*innen auch die Umwelt oder die verwendeten Ressourcen betrachtet werden? Hierzu gibt es ein paar spannende Artikel<\/p>\n<ul>\n<li><a href=\"\u2022%09https:\/uxdesign.cc\/tools-for-environment-centered-designers-actant-mapping-canvas-a495df19750e\">Tools for environment-centered designers: Actant Mapping Canvas<\/a><\/li>\n<li><a href=\"mailto:\u2022%09https:\/\/medium.com\/@envision.london\/1-a-brief-introduction-of-environment-centred-design-270095f54456\">A brief introduction of environment-centred design<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p>Die Erweiterung unserer Perspektive \u00fcber unsere Persona hinweg auf ihren Kontext, ihre Umwelt und das ganze System, in dem sie agiert, sollte ebenfalls dabei helfen, Requirements zu hinterfragen.<\/p>\n<p>Auch hier m\u00f6chte ich ein Beispiel machen. Beim Online-Shopping m\u00fcssen Nutzer*innen oft eine Versandmethode ausw\u00e4hlen. Es liegt auf der Hand, dass Kund*innen ihre Pakete so schnell wie m\u00f6glich erhalten wollen, daher wird als Auswahlkriterium meist haupts\u00e4chlich die Versanddauer angegeben. W\u00fcrde das UX-Team bei der Analyse der Requirements nicht nur die Nutzer*innen ins Zentrum stellen, sondern auch Umweltfaktoren, k\u00f6nnten Anforderungen zur CO2-Bilanz der Versandmethode entstehen. Neben der reinen Dauer k\u00f6nnten dem Interface weitere Kriterien (oder KPIs) wie Versand per LKW, Zug oder Flugzeug oder ein Indikator f\u00fcr die CO2-Belastung der Versandart hinzugef\u00fcgt werden. Das w\u00fcrde die Nutzer*innen bef\u00e4higen, eine informierte Entscheidung zu treffen.<\/p>\n<p>Im Projektalltag ger\u00e4t eine so breit angelegte Fragestellung schnell aus dem Fokus. Hier experimentieren wir gerade mit KI-Unterst\u00fctzung, die Inhalte der User Needs oder User Journeys anhand von Kriterien, die vermutlich f\u00fcr jeden Kontext bzw. Dom\u00e4ne angepasst werden m\u00fcssten, \u00fcberpr\u00fcft. Die Idee ist, dass die KI UX-Designer*innen warnt, falls sich Umweltrisiken oder ungeplanter Einsatz von Ressourcen abzeichnen.<\/p>\n<h2>Long-lasting: \u00c4ltere Hardware unterst\u00fctzen<\/h2>\n<p>Reicht es aus, Ressourcen zu sparen? Unser lineares Wirtschaftssystem basiert auf Wachstum, dem Gegenteil von Sparen. Interessante Antworten liefert die \u201e<a href=\"https:\/\/www.circulardesignguide.com\">Circular Economy<\/a>\u201c (Kreislaufwirtschaft). Rohstoffe sollten nach der aufw\u00e4ndigen Gewinnung und Verarbeitung so lange wie m\u00f6glich verwendet oder sogar wiederverwendet werden, um so sp\u00e4t wie m\u00f6glich ihre \u201eEnd-of-Life\u201c-Phase zu betreten, mit der sie als sekund\u00e4re Rohstoffe in die Industrie zur\u00fcckflie\u00dfen. Das steigert den Mehrwert der Rohstoffe und er\u00f6ffnet neue Gesch\u00e4ftsmodelle mit einer deutlich besseren Umweltbilanz. Als UX-Designer*innen k\u00f6nnen wir auf die Nutzungsphase von Produkten einwirken. Dieser Aspekt wird bisher nicht in UX-Design-Prozessen fokussiert. Sollten wir langlebigere digitale Produkte gestalten?<\/p>\n<p>Digitale Produkte skalieren anders als physische Produkte, da sie weder M\u00fcll erzeugen noch Rohstoffe ben\u00f6tigen. Ein Bauer kann ohne globale Auswirkungen auf seiner Alm eine Kuh melken und deren Milch trinken. Wenn hingegen alle Menschen Milch trinken wollen, f\u00fchrt das zu umweltsch\u00e4dlichen Strukturen. F\u00fcr nur eine oder wenige Personen eine App zu entwickeln, w\u00e4re allerdings nicht sehr nachhaltig. Bei Software sind die Mechanismen andere als bei physischen Produkten. Software ist umso langlebiger, je l\u00e4nger sie auch auf \u00e4lteren Endger\u00e4ten und unterschiedlichen Ger\u00e4ten l\u00e4uft und sich modular anpasst. Software-Updates und -Wechsel sind sinnvoll, da <a href=\"https:\/\/sustainabilityguide.eu\/ecodesign\/product\/\">neuere Software oft effizienter ist<\/a>. Es gibt Argumente, wieso ein altes Auto weiter gefahren werden sollte; bei Software hingegen ist ein Update meist nachhaltiger als die alte weiter laufen zu lassen oder gar neue Hardware zu kaufen.<\/p>\n<h2>Long-lasting: Software nach Standards gestalten<\/h2>\n<p>Es geht also nicht darum, dass die Software l\u00e4nger h\u00e4lt, sondern dass sie flexibler auf Hardwareanforderungen reagieren kann. Aus UX-Design-Sicht kann man dies unterst\u00fctzen, indem man auf Standardisierung und Responsive Design setzt. Komplexe Custom Controls kann man je nach Software-Dom\u00e4ne nicht ganz vermeiden (und befriedigen auch den gewissen Geltungsdrang von UX-Designer*innen), aber sich an Standards zu halten ist nachhaltiger, da diese tendenziell besser auf verschiedenen Endger\u00e4ten funktionieren und eher Accessibility-Anforderungen entsprechen.<\/p>\n<p>Statt mit besonders innovativen L\u00f6sungen sollten wir uns in Zukunft mit L\u00f6sungen br\u00fcsten, die unseren Nutzer*innen erlauben, ihre Endger\u00e4te l\u00e4nger zu behalten, so dass es sich auch lohnt, z.B. alte Smartphones zu reparieren und damit seltene Erden zu sparen. Es gibt dazu einen sch\u00f6nen <a href=\"https:\/\/blog.prototypr.io\/humility-in-tech-for-the-greater-good-2d6cb6249709\">Artikel<\/a>, der zu mehr Demut im UX-Design aufruft. Es macht auch Sinn, zum Beispiel etablierte Anbieter f\u00fcr Login und Nutzerverwaltung einzubinden. Hier gibt es Anbieter, die ihren Service seit Jahren auf besonders effizienten Datenverbrauch optimieren. Diesen Vorsprung kann man im eigenen Projekt niemals aufholen. Im Sinne der Standardisierung sind auch Design Systeme nachhaltiger, sofern die Komponenten responsive sind.<\/p>\n<h2>Long-lasting: F\u00fcr zuk\u00fcnftige Anforderungen gestalten<\/h2>\n<p>Auch wenn der Fokus auf der Langlebigkeit von Hardware oder verwendeten Materialien liegen sollte, haben dennoch Softwarehersteller Interesse daran, dass die Software selbst m\u00f6glichst lange einen Mehrwert bietet. Um das zu gew\u00e4hrleisten, sollte unsere Software auf soliden Software-Design-Prinzipien aufgebaut sein, und ihre Funktionalit\u00e4t sollte auch in den kommenden Jahren relevant bleiben, insbesondere indem wir sicherstellen, dass wir bereits zuk\u00fcnftige Vorschriften wie beispielsweise Barrierefreiheit erf\u00fcllen. Das <a href=\"https:\/\/www.bgbl.de\/xaver\/bgbl\/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl&amp;start=%2F%2F%2A%5B%40attr_id=%27bgbl122s0928.pdf%27%5D#__bgbl__%2F%2F*%5B%40attr_id%3D%27bgbl122s0928.pdf%27%5D__1696838535351\">Barrierefreiheitsst\u00e4rkungsgesetz<\/a> sieht zum Beispiel vor, dass ein digitales Produkt Kommunikation, einschlie\u00dflich zwischenmenschlicher Kommunikation, Bedienung, Information, Steuerung und Orientierung \u00fcber mehr als einen sensorischen Kanal erm\u00f6glichen muss. Visuelle Elemente sollten eine flexible Einstellung der Gr\u00f6\u00dfe, der Helligkeit und des Kontrasts vorsehen und vieles mehr.<\/p>\n<p>Ein weiteres Beispiel f\u00fcr relevante Regulatorien ist das <a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/aktuelles\/lieferkettengesetz-1872010\">Lieferkettengesetz<\/a>, welches neben transparenten Einblick in die Herstellungsprozesse aller Zulieferer mit Augenmerk auf Umweltrisiken und Menschenrechtsverletzungen auch Beschwerdem\u00f6glichkeiten f\u00fcr Nutzer*innen fordert. Ab 2023 gilt es zun\u00e4chst f\u00fcr Unternehmen mit mindestens 3.000, ab 2024 auch f\u00fcr Unternehmen mit mindestens 1.000 Besch\u00e4ftigten in Deutschland.<\/p>\n<h2>Long-Lasting: Bindung zwischen Produkt und Nutzer*innen gestalten<\/h2>\n<p>Viele Produkte sind heute darauf ausgelegt, eine kurze Lebenszeit zu haben, Stichwort geplante Obsoleszenz. Dabei geht es oft um Strategien, die auch durch Marketing umgesetzt werden sollen. Ein neues Produkt muss immer begehrenswerter sein als das aktuelle. Daher ist ein Schl\u00fcsselaspekt f\u00fcr langlebige Produkte auch die emotionale Bindung zwischen einem Produkt und den Nutzer*innen. Vertrauen sie in z.B. assoziierte Services (also die verf\u00fcgbaren Apps oder Softwareprodukte), werden sie ihre Ger\u00e4te weniger h\u00e4ufig austauschen wollen. Attraktivit\u00e4t spielt in diesem Zusammenhang ebenfalls eine bedeutende Rolle. Im UI-Design sollte nach M\u00f6glichkeit entweder auf Langlebigkeit und somit auf klassische \u00c4sthetik gesetzt werden, oder der Look sollte kontinuierlich weiterentwickelt und angepasst werden, so dass der Service begehrenswert bleibt. Personalisierung kann den gleichen Effekt erzielen. Hier sehen wir in Zukunft Potenziale durch die Nutzung von KI im Design-Prozess, die individuelle Daten erfassen und personalisierte UIs erstellen k\u00f6nnte.<\/p>\n<h2>Long-lasting: Das Narrativ \u00e4ndern<\/h2>\n<p>Es ist an der Zeit, das richtige Narrativ zu finden und zu verwirklichen, um eine nachhaltige Zukunft f\u00fcr uns und kommende Generationen zu gestalten. Designer*innen spielen hier eine zentrale Rolle, denn sie sind diejenigen, die den sozialen Rahmen gestalten und somit Einfluss auf die Konsumgesellschaft nehmen, wie Leyla Acaroglu im <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=oAk-MsxnK2w&amp;t=323s\">Video<\/a> treffend bemerkt.<\/p>\n<p>Die Zukunft ist noch nicht vollst\u00e4ndig entworfen, und UX-Designer*innen haben ma\u00dfgeblichen Einfluss darauf, wie diese Zukunft aussehen wird. Dies reicht von der Gestaltung neuer Technologien bis hin zur Beeinflussung gesellschaftlicher Trends, wie etwa, was als &#8222;cool&#8220; und was als &#8222;nicht cool&#8220; angesehen wird.<\/p>\n<p>Es ist von entscheidender Bedeutung, dass wir die Konversation \u00fcber Design und Nachhaltigkeit auf ein h\u00f6heres Niveau heben. Wir m\u00fcssen uns von der Vorstellung verabschieden, dass Nachhaltigkeit lediglich ein &#8222;Add-on&#8220; ist, das nachtr\u00e4glich hinzugef\u00fcgt werden kann. Stattdessen m\u00fcssen wir schon bei der Definition unserer Businessziele, bei der Priorisierung von Projekten, und bei der Erfassung von Requirements das Thema Nachhaltigkeit ansprechen. Kleine Ver\u00e4nderungen f\u00fchren zu gro\u00dfen Ver\u00e4nderungen. Schon eine regelm\u00e4\u00dfige Diskussion \u00fcber Nachhaltigkeit in Besprechungen wird andere ermutigen, in ihren eigenen Kontexten \u00e4hnliche Fragen zu stellen. So kann man in jeder Organisation Ver\u00e4nderungen bewirken. Dabei ist es nicht notwendig, spezielle Rollen oder Berufsbilder f\u00fcr nachhaltiges Design zu etablieren; viele der Ans\u00e4tze in diesem Artikel sind bereits mit Methoden und Prozessen aus dem UX-Design zu erreichen. Lediglich die Aufmerksamkeit muss mit einem neuen Narrativ auf die richtigen Fragen gelenkt werden.<\/p>\n<p>Die Sorge, dass Unternehmen oder die Gesch\u00e4ftsleitung nicht offen f\u00fcr das Thema Nachhaltigkeit sind, ist nach Gunther Rothermel von SAP unbegr\u00fcndet. Laut seinem Vortrag bei der UIG Tagung 2023 haben sich viele CEOs das Thema bereits selbst als Ziel gesetzt (zum Beispiel auch bei SAP). Er beobachtet eine neue Generationen von F\u00fchrungskr\u00e4ften, die intrinsisch motiviert ist, nachhaltige Entscheidungen zu treffen. Sie bringen ein starkes pers\u00f6nliches Engagement f\u00fcr Umweltschutz und soziale Verantwortung mit. Die Ans\u00e4tze in diesem Artikel erzeugen f\u00fcr Kunden und Auftraggeber auch keine expliziten zus\u00e4tzlichen Entwicklungsaufw\u00e4nde, sondern sind im Gegenteil sogar noch st\u00e4rker auf effiziente Ressourcennutzung fokussiert als eine reine nutzerzentrierte Herangehensweise.<\/p>\n<p>Es gibt also Grund zum Optimismus, dennoch sind die gesammelten Ans\u00e4tze nicht einfach zu erreichen. Als UX-Designer*innen m\u00fcssen wir die komplexen Zusammenh\u00e4nge verstehen und unsere Nutzer*innen bef\u00e4higen, ihre Ziele mit weniger Material- oder Energieeinsatz zu erreichen (lean) und ihre Ger\u00e4te und Produkte l\u00e4nger zu nutzen und auch l\u00e4nger nutzen zu wollen, indem wir das Narrativ anpassen und Nachhaltigkeit in den Kern unserer Arbeit r\u00fccken lassen (long-lasting).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wir haben Dein Interesse geweckt? Schau Dir unsere <a style=\"color: #2d373b; text-decoration: underline;\" href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/leistungen\/uebersicht\">Leistungen<\/a> an!<\/strong><\/p>\n<span class='maxbutton-1-container mb-container'><a class=\"maxbutton-1 maxbutton maxbutton-ux-design-de\" title=\"UX Design\" href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/leistungen\/ux-design\"><span class='mb-text'>UX Design<\/span><\/a><\/span>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":37,"featured_media":0,"template":"","tags":[512,973,146],"class_list":["post-16385","blog","type-blog","status-publish","hentry","tag-lean-ux","tag-nachhaltigkeit","tag-ux-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/16385","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/37"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/16385\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16402,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/16385\/revisions\/16402"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=16385"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=16385"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}