{"id":3138,"date":"2012-09-30T16:22:41","date_gmt":"2012-09-30T14:22:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.centigrade.de\/blog\/en\/?p=3138"},"modified":"2020-02-13T16:28:11","modified_gmt":"2020-02-13T15:28:11","slug":"touchen-auf-dem-desktop-uber-moderne-mikro-interaktionen-und-altlasten","status":"publish","type":"blog","link":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/blog\/touchen-auf-dem-desktop-uber-moderne-mikro-interaktionen-und-altlasten\/","title":{"rendered":"Touchen auf dem Desktop \u2013 \u00dcber moderne Mikro-Interaktionen und Altlasten"},"content":{"rendered":"<p>Sie gelten als intuitiv, ihre Bedienung leicht zu erlernen \u2013 Touchscreens. Ist es doch sehr viel nat\u00fcrlicher f\u00fcr den Menschen, den Gegenstand seines Interesses direkt mit dem Finger auf dem Bildschirm zu ber\u00fchren, anstatt den Umweg \u00fcber die Maus zu gehen. Abgesehen von der deutlich leichteren Hand-Augen-Koordination stellen Touchscreens durch die Verschmelzung von Eingabe und Ausgabe in einem Element eine direkte und damit \u00e4u\u00dferst elegante Bedienl\u00f6sung dar.<\/p>\n<p>Doch wie viel Frust und \u00c4rger sie trotz aller Vorteile erzeugen k\u00f6nnen, d\u00fcrfte jeder von uns schon einmal selbst erlebt haben. Wenn man zum Beispiel anstatt das Adressbuch nach unten zu scrollen einen Kontakt ausw\u00e4hlt und anruft, wenn man ein Wort f\u00fcnfmal eingeben muss, weil man jedes Mal den falschen Buchstaben trifft oder Auswahl- und Beenden-Button so nah beieinander liegen, dass man Angst hat, versehentlich den falschen zu dr\u00fccken, h\u00e4tte ein Vertippen doch genau den gegenteiligen Effekt. Es w\u00e4re ja auch zu sch\u00f6n um wahr zu sein, w\u00fcrden Touchscreens keine neuen Usability-Probleme mit sich bringen. Gerade die Bedienung von Desktop-Betriebssystemen wie Windows 7 oder OS X via Touch zieht dabei eine Reihe von Problemen mit sich.<!--more--><\/p>\n<h3>Buttongr\u00f6\u00dfe \u2013 Einfluss auf Genauigkeit und Geschwindigkeit<\/h3>\n<p>Eine in den Beispielen angedeutete Schwierigkeit ist die richtige Gr\u00f6\u00dfe von Buttons. Auf der Suche nach einem Kompromiss zwischen Platzmangel und Bedienfreundlichkeit kann <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fitts%E2%80%99_Gesetz\">Fitts` Gesetz (1954)<\/a> einen ersten Anhaltspunkt bieten. Es handelt sich um den sehr reliablen und oft untersuchten Effekt, dass nahe gro\u00dfe Ziele schneller erreicht werden als entfernte kleine Ziele. So kann zum Beispiel genau berechnet werden, wie viel durch Verkleinern eines Buttons und der daraus resultierenden h\u00f6heren Genauigkeit mit der getippt werden muss, an Geschwindigkeit verloren wird (\u201espeed-accuracy-trade-off\u201c). Nat\u00fcrlich kann man zu Gunsten der Geschwindigkeit die Buttons etwa eines Smartphones nicht beliebig gro\u00df gestalten, sodass man zu einer anderen L\u00f6sung, der sogenannten Kompensation, greift.<\/p>\n<p>Beispielsweise beh\u00e4lt ein Programm w\u00e4hrend der Texteingaben den semantischen Kontext im Auge, ersetzt fehlerhafte Buchstaben durch die Richtigen oder bringt sie in die korrekte Reihenfolge (bspw. dsa ? das). Noch weiter gingen Patrick Baudisch und Christian Holz: Nach ihrem Modell <a href=\"http:\/\/www.christianholz.net\/generalized_perceived_input_point_model.html\">(The Generalized Perceived Input Point Model, 2010)<\/a> kann Treffungenauigkeit von Usern durch Kontextfaktoren wie Neigungsgrad und Orientierung des Fingers sowie dem mentalen Modell, das der Nutzer von der Bedienung hat, erkl\u00e4rt werden. Aufbauend auf diesem Modell entwickelten sie einen Prototyp, der diese Faktoren kompensierte und so eine Treffgenauigkeit von 95% auf einem 4,3 mm-Button erreicht. Ein beeindruckendes Ergebnis, schwanken die bisher ermittelten Minimalgr\u00f6\u00dfen bei vergleichbarer Treffgenauigkeit doch zwischen 10,5 mm und 26 mm. Jedoch werden die recht komplexe Hardware und die Verz\u00f6gerung nach jeder Eingabe wohl daf\u00fcr sorgen, dass es noch eine Weile dauert, bis diese Technologie zum Alltag wird.<\/p>\n<h3>Mikro-Interaktionen \u2013 Dilemma zwischen alten Interaktionsformen und neuer Technik<\/h3>\n<p>Um den Problemen auf den Grund zu gehen, muss man auf Mikro-Interaktionsdesign-Ebene gehen. Touchscreens er\u00f6ffnen nur eine beschr\u00e4nkte Reihe von Bedienm\u00f6glichkeiten\u2013 es gibt nun mal nur die (oder bei Single-Touch, den) Finger. Andererseits existiert oft der Wunsch, vom Desktop gewohnte, meist Maus-gesteuerte Funktionen auf Touchscreens zu \u00fcbertragen (siehe Blogartikel <a href=\"http:\/\/www.centigrade.de\/de\/blog\/maus-gegen-touch\/\">Maus gegen Touch<\/a>). Bei diesen Funktionen, handelt es sich z.B. um das \u00d6ffnen eines interaktiven Kontextmen\u00fcs per Rechtsklick oder aber um das Anzeigen eines Tooltips, welcher n\u00e4here Informationen zu demjenigen Element liefert, \u00fcber dem sich gerade die Maus befindet (der sogenannte \u201eHover\u201c Zustand).<\/p>\n<p>Beide Funktionen (Kontextmen\u00fc und Tooltip) stellen zumindest Desktop Entwickler vor ein Dilemma, denn einerseits ist es nicht m\u00f6glich, Rechtsklick und Hover auf Touchbedienung direkt zu \u00fcbertragen, andererseits w\u00fcrde das Wegfallen der beiden Funktionen Kontextmen\u00fc und Tooltip einen emp\u00f6rten Aufschrei bei Nutzern ausl\u00f6sen, die sich daran seit langem gew\u00f6hnt haben.<br \/>\nDie Bedeutung von Kontextmen\u00fcs und Tooltips will nat\u00fcrlich niemand abstreiten, ist es doch gerade f\u00fcr unerfahrene Nutzer hilfreich, Kontextinformationen zur Verf\u00fcgung gestellt zu bekommen, auch auf wenig Platz. Doch wie kann man die genannten Funktionen am besten auf Touchscreens umsetzen?<\/p>\n<h3>iOS und OS X<\/h3>\n<p>iOS als schlanker, touch-optimierter Bruder von OS X hat die eben genannten Probleme der Funktionen-Altlast nicht, da Apple konsequent mit alten Traditionen gebrochen hat. OS X auf Touchscreens, hat bez\u00fcglich Kontextmen\u00fcs gegen\u00fcber Windows 7 die Nase vorn da Apple die Interaktionsm\u00f6glichkeiten von OS X per se st\u00e4rker auf den reinen Linksklick hin optimiert hat. So wurde der fehlende Rechtsklick schon immer durch die Indirektion \u00fcber zus\u00e4tzliche Buttons oder den Longklick gel\u00f6st, was zwar eine zus\u00e4tzliche Mikro-Interaktion f\u00fcr den Nutzer darstellt, zumindest aber konsistent auf eine Einfinger-Touchbedienung \u00fcbertragen werden kann. \u00dcber das Anzeigen von Tooltips per Touch stolpert jedoch auch Mac OS X.<\/p>\n<h3>Windows 7<\/h3>\n<p>Windows 7 bem\u00fcht sich, den Rechtsklick zum \u00d6ffnen eines Kontextmen\u00fcs durch einen sogenannten \u201eLongtap\u201c zu kompensieren. Eine L\u00f6sung, die offensichtlich aus den damals noch begrenzten M\u00f6glichkeiten der Single-Touchscreens erwachsen ist, jedoch leider zu gewissen Usability-Problemen f\u00fchrt. Zum Beispiel st\u00f6rt die Verz\u00f6gerung im Arbeitsfluss und das Wegfallen des visuellen Feedback f\u00fcr den \u201cGedr\u00fcckt\u201c Status: das System muss schlie\u00dflich erst feststellen, ob die Intention des Nutzers ein Einfachtapp oder ein Long-Tap ist. Denkbar schlecht bei einer Bedienoberfl\u00e4che, der ohnehin schon das haptische Feedback fehlt und die so zu Unsicherheit f\u00fchrt. Ganz abgesehen davon, dass der Longtap wesentlich gr\u00f6\u00dfere \u00c4hnlichkeiten mit dem Hover aufweist und so eine viel passendere Interaktion f\u00fcr den Tooltip abgegeben h\u00e4tte (Windows 7 stolpert \u00fcber den Tooltip also \u00e4hnlich wie OS X). Als eine intuitive Interaktion f\u00fcr die Funktion des Kontextmen\u00fcs w\u00e4re dagegen ein Zwei-Finger-Tapp vorstellbar, weil das Aufsetzen des zweiten Fingers analoger zum (Rechts-)Klicken mit dem zweiten Finger ist. Diese L\u00f6sung setzt nat\u00fcrlich den Einsatz eines Multitouch-f\u00e4higen Screens voraus.<\/p>\n<h3>Windows 8<\/h3>\n<p>Bei Windows 8 wird die L\u00f6sung in einer Geste (\u201eSwipe Down\u201c Windows 8 User Experience Guidelines, Kapitel: Touch, Commanding and Controls) gesucht, es bleibt abzuwarten, ob sie zu leicht oder zu schwer ausgel\u00f6st und damit zu einem Usability-Problem wird.<\/p>\n<table class=\"infoTable\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"4\">\n<tbody>\n<tr class=\"infoTableRowHeader\">\n<td class=\"infoTableColumnHeaderOdd\" style=\"border-bottom: 3px solid #BBBBBB;\" rowspan=\"2\">Mikro-Interaktionen bei unterschiedlichen Betriebssystemen und deren Resultat<\/td>\n<td colspan=\"2\">&#8222;Von Altlasten gezeichnet&#8220;<\/td>\n<td colspan=\"2\">&#8222;Mit Mut zu Neuem&#8220;<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"infoTableRowHeader infoTableRowSeparation\">\n<td>Windows 7<\/td>\n<td>OS X<\/td>\n<td>Windows 8<\/td>\n<td>iOS<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"infoTableColumnHeader \">Linksklick<\/td>\n<td>meist Objektselektion oder Ausl\u00f6sen eines Buttons<\/td>\n<td>meist Objektselektion oder Ausl\u00f6sen eines Buttons<\/td>\n<td>direktes \u201eAusl\u00f6sen\u201c eines Elementes<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"infoTableRowOdd infoTableRowSeparation\">\n<td class=\"infoTableColumnHeader infoTableColumnHeaderOdd\">Ein-Finger-Tap<\/td>\n<td>meist Objektselektion oder Ausl\u00f6sen eines Buttons<\/td>\n<td>meist Objektselektion oder Ausl\u00f6sen eines Buttons<\/td>\n<td>direktes \u201eAusl\u00f6sen\u201c eines Elementes<\/td>\n<td>meist Objektselektion oder Ausl\u00f6sen eines Buttons<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"infoTableColumnHeader\">Rechtsklick<\/td>\n<td>meist Kontextmen\u00fc<\/td>\n<td>weitestgehend vermieden, aber wenn meist Kontextmen\u00fc<\/td>\n<td>Kontextmen\u00fc\/Action Bar<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"infoTableRowOdd infoTableRowSeparation\">\n<td class=\"infoTableColumnHeader infoTableColumnHeaderOdd\">Zwei-Finger-Tap<\/td>\n<td>z.B. alternativer Zoom<\/td>\n<td>Nicht anwendbar (au\u00dfer auf Touchpad)<\/td>\n<td>Nicht anwendbar, daf\u00fcr: \u201eSwipe Down\u201c Geste zur Objektselektion f\u00fcr Windows 8 Apps<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td class=\"infoTableColumnHeader\">Hover<\/td>\n<td>Tooltip<\/td>\n<td>Tooltip<\/td>\n<td>Tooltip<\/td>\n<td>&#8211;<\/td>\n<\/tr>\n<tr class=\"infoTableRowOdd\">\n<td class=\"infoTableColumnHeader infoTableColumnHeaderOdd\">Longtap (&#8222;Press and hold&#8220;)<\/td>\n<td>Kontextmen\u00fc<\/td>\n<td>weitestgehend vermieden, aber wenn meist Kontextmen\u00fc<\/td>\n<td>Tooltip oder Kontextmen\u00fc (zum Lernen)<\/td>\n<td>Kontextmen\u00fc(auch durch Indirektion erreichbar)<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<h3>Alternative L\u00f6sungsans\u00e4tze<\/h3>\n<p>Um dem Wunsch nach Umstellung auf Touchscreens ohne Verlust von Funktionen gerecht zu werden, lohnt es sich also im Detail \u00fcber m\u00f6gliche unterschiedliche Mikro-Interaktionen nachzudenken. Eine recht gute noch nicht in vollem Potential ausgereizte M\u00f6glichkeit stellt dabei eventuell der Zwei-Finger-Tap dar. Das Aufsetzen eines zweiten Fingers, ohne dass dieser einen bestimmten Punkt zu treffen hat, sollte einen angenehmen Arbeitsfluss erlauben. Gleichzeitig \u00e4hnelt er keiner Geste oder anderen Interaktion, die er ungewollt ausl\u00f6sen k\u00f6nnte (so lange sich die beiden Finger nicht von Ihrem urspr\u00fcnglichen Ort wegbewegen) . Wie schon weiter oben im Text erw\u00e4hnt \u00e4hnelt der Zwei-Finger-Tap in erster Linie dem Rechtklick, sodass er sich f\u00fcr das \u00d6ffnen von Kontextmen\u00fcs eignen w\u00fcrde.<\/p>\n<h4>Technische Restriktionen<\/h4>\n<p>F\u00fcr eine reibungslose technische Umsetzung w\u00e4re nat\u00fcrlich noch die eine oder andere Sache zu kl\u00e4ren: Beispielsweise w\u00e4re ein Timer von N\u00f6ten, um das ungewollte Ausl\u00f6sen eines Elements durch die minimale Verz\u00f6gerung zwischen dem Aufsetzen der beiden Finger (\u201eFingerreihenfolge\u201c) zu verhindern. Weiterhin ist der Zwei-Finger-Tap nat\u00fcrlich nur eine L\u00f6sung f\u00fcr Multitouch-Screens, denn mindestens zwei Ber\u00fchrungen m\u00fcssen zur gleichen Zeit erkannt werden. Dabei muss der Touchscreen in der Lage sein, zwei sehr dicht benachbarte Finger auch wirklich als zwei separate Punkte und nicht als einen dicken Finger aufzufassen, der dann ja f\u00e4lschlicher Weise als einfacher Linksklick interpretiert werden w\u00fcrde (\u201eFingerpositionen\u201c).<\/p>\n<p>Das offensichtlichste Problem er\u00f6ffnet sich jedoch durch die oben erw\u00e4hnte Buttongr\u00f6\u00dfe. Oft sind Buttons ja schon zu klein, um sie mit <em>einem<\/em> Finger bequem zu bedienen. Wie schwierig wird es erst mit <em>zwei<\/em> Fingern?<\/p>\n<h4>Strategien zur Bestimmung der Trefferfl\u00e4che<\/h4>\n<p>Um dieses Problem zu l\u00f6sen, k\u00f6nnte man beim Zwei-Finger-Tap die Trefferfl\u00e4che eines Elements auf eine andere Art und Weise berechnen. Im Normalfall gilt ein UI Element als \u201cgetroffen\u201c, wenn der registrierte Touchpunkt (oder Mauspointer) innerhalb der visuellen Grenzen des UI Elementes liegt. Wenn aber zwei Ber\u00fchrpunkte registriert werden, w\u00e4re es m\u00f6glich, zwischen ihnen eine Verbindungslinie zu ziehen, \u00fcber die das getroffene Element ermittelt wird. Es werden die prozentualen Anteile der \u00dcberschneidung dieser Linie mit den umliegenden Bedienfl\u00e4chen berechnet, und das Bedienelement in dem die gr\u00f6\u00dfte dieser \u00dcberschneidungen existiert wird ausgew\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Die folgenden Grafiken veranschaulichen auf eine schematische Weise die m\u00f6glichen Fingerpositionen\/-reihenfolge und ausgel\u00f6sten Bedienelemente je nachdem wann ein UI Element als \u201egetroffen\u201c gewertet wird. Es werden vier verschiedene Fingerpositionen und drei Umsetzungsstrategien unterschieden.<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><a href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/FingerpositionenTouchscreen11.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3083\" title=\"FingerpositionenTouchscreen1\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/FingerpositionenTouchscreen1-171x300.png\" alt=\"\" width=\"171\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/FingerpositionenTouchscreen1-171x300.png 171w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/FingerpositionenTouchscreen1.png 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 171px) 100vw, 171px\" \/><\/a><\/td>\n<td class=\"subscription\">Strategie 1:<br \/>\nDer erste Finger bestimmt bereits das Element, welches bei Aufsetzen des zweiten Fingers ausgel\u00f6st wird.<br \/>\nWie man in der Abbildung sieht, l\u00f6sen mit dieser Strategie zwei der m\u00f6glichen Fingerpositionen\/-reihenfolge versehentlich ein anderes Element aus (in rot markiert).<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><a href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/FingerpositionenTouchscreen21.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3084\" title=\"FingerpositionenTouchscreen2\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/FingerpositionenTouchscreen2-176x300.png\" alt=\"\" width=\"176\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/FingerpositionenTouchscreen2-176x300.png 176w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/FingerpositionenTouchscreen2.png 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 176px) 100vw, 176px\" \/><\/a><\/td>\n<td class=\"subscription\">Strategie 2:<br \/>\nNur beide Finger gleichzeitig innerhalb der Elementgrenzen bestimmen, dass es ausgel\u00f6st werden soll:<br \/>\nMan sieht, dass nur eine der m\u00f6glichen Fingerpositionen\/-reihenfolge das gew\u00fcnschte Element ausl\u00f6st.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><a href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/FingerpositionenTouchscreen31.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-3085\" title=\"FingerpositionenTouchscreen3\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/FingerpositionenTouchscreen3-179x300.png\" alt=\"\" width=\"179\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/FingerpositionenTouchscreen3-179x300.png 179w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/FingerpositionenTouchscreen3.png 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 179px) 100vw, 179px\" \/><\/a><\/td>\n<td class=\"subscription\">Strategie 3:<br \/>\nDie gr\u00f6\u00dfte \u00dcberschneidung der zwischen den Punkten gespannten Linie mit den Elementgrenzen bestimmt dar\u00fcber, welches Element ausgel\u00f6st werden soll.<br \/>\nWie man sieht, kann mit dieser Strategie jede der m\u00f6glichen Fingerpositionen\/-reihenfolge das gew\u00fcnschte Element ausl\u00f6sen.<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Die Hypothese ist, dass diese Art der Verrechnung einen positiven Einfluss auf die User Experience hat. Da es nicht mehr n\u00f6tig ist, einen Punkt genau zu treffen, sondern man nur ungef\u00e4hr auf die Fl\u00e4che zielen muss und selbst beim Ber\u00fchren einer andere Bedienfl\u00e4chen keine Falscheingabe entsteht, sollte sich ein bemerkbarer Gewinn an Bediengeschwindigkeit ergeben (siehe oben: Fitts` Gesetz). Ein Effekt, der sich sehr positiv auf das Vertrauen in die Kontrolle \u00fcber das Ger\u00e4t und somit auch auf die gesamte User Experience auswirkt.<\/p>\n<h3>Fazit<\/h3>\n<p>Maus-gesteuerte Funktionen lassen sich also nicht einfach auf Touchscreens \u00fcbertragen, es gilt Dinge wie technologische M\u00f6glichkeiten oder die notwendige Trefferfl\u00e4che zu beachten um zufriedenstellende Ergebnisse in Bezug auf Usability und User Experience zu erzielen. Eine m\u00f6gliche Mikro-Interaktion zur \u00dcbertragung der Funktionen ist der oben vorgestellte Zwei-Finger-Tap, der jedoch eine spezielle Berechnung der Trefferfl\u00e4che eines Elements erfordert. Lie\u00dfe sich dieser Interaktionsvorschlag einsetzen um beispielsweise das Ausl\u00f6sen des Kontextmen\u00fcs oder Tooltips auf Desktop Betriebssystemen zu steuern? K\u00f6nnte er ein potentieller neuer Rechtsklick werden? Oder vielleicht eine ganz neue Funktion ausl\u00f6sen? Sicherlich muss er erst einmal ausf\u00fchrlich auf seine Tauglichkeit hin gepr\u00fcft werden. Gegen seinen Einsatz spricht die \u2013 wenn auch etwas neuere \u2013Altlast des Longtaps, der bisher bei Touchscreens als Rechtsklick diente und an den man sich inzwischen gew\u00f6hnt hat.<br \/>\nUnd auch hier sollte uns die Vergangenheit lehren, dass das Mitschleppen von Altlasten fast immer zu suboptimalen UIs f\u00fchrt (siehe oben: Win7 und OS X), w\u00e4hrend ein mutiges In-Frage-Stellen oder sogar Beschneiden alter Ans\u00e4tze meist zu wesentlich besseren Ergebnissen f\u00fchrt(siehe oben: Windows 8 und iOS). Windows 8 hat dabei weiterhin das Problem, dass auch Desktop Anwendungen im Touchumfeld vollst\u00e4ndig interaktionsf\u00e4hig bleiben m\u00fcssen. Das Brechen mit Altlasten passiert zur Zeit. also nur partiell f\u00fcr die touch-optimierten sogenannten \u201eWindows 8\u201c Apps. Es bleibt abzuwarten, ob mit der just bevorstehenden offiziellen Einf\u00fchrung von Windows 8 die Begeisterung f\u00fcr das Touchen auf dem Desktop ausgel\u00f6st werden kann oder nicht.<\/p>\n<p>Literaturangaben:<\/p>\n<ul>\n<li>Holz, C. and Baudisch, P. (2010). The Generalized Perceived Input Point Model and How to Double Touch Accuracy by Extracting Fingerprint. CHI 201,0 April 10\u201315, 2010<\/li>\n<li>Fitts, P.M. (1954). The information capacity of the human motor system in controlling the amplitude of movement. Journal of Experimental Psychology, 47, 381-391.<\/li>\n<li>Hall, A.D., Cunningham, J.B., Roache, R.P., and Cox, J.W. (1988). Factors affecting performance using touchentry systems: Tactual recognition fields and system accuracy. Journal of Applied Psychology, 4, 711\u2013720.<\/li>\n<li>Vogel, D. and Baudisch, P. (2007). Shift: A Technique for Operating Pen-Based Interfaces Using Touch. In Proc. CHI\u201907, 657\u2013666.<\/li>\n<li>Windows 8 User Experience Guidelines (nicht mehr online verf\u00fcgbar)<\/li>\n<li>iOS Human Interface Guidelines<\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/developer.apple.com\/library\/ios\/DOCUMENTATION\/UserExperience\/Conceptual\/MobileHIG\/MobileHIG.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/developer.apple.com\/library\/ios\/DOCUMENTATION\/UserExperience\/Conceptual\/MobileHIG\/MobileHIG.pdf<\/a><\/li>\n<li>Windows User Experience Interaction Guidelines for Windows 7 and Windows Vista<\/li>\n<\/ul>\n<p><span style=\"font-size: xx-small;\">Alle genannten Marken oder eingetragene Marken sind Eigentum der jeweiligen Markeninhaber.<\/span><\/p>\n","protected":false},"author":28,"featured_media":0,"template":"","tags":[114,126,162,3],"class_list":["post-3138","blog","type-blog","status-publish","hentry","tag-interaktionsdesign","tag-mikro-interaktionen","tag-psychologie","tag-usability"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/3138","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/28"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/3138\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11301,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/3138\/revisions\/11301"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3138"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3138"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}