{"id":8091,"date":"2017-11-30T16:48:18","date_gmt":"2017-11-30T15:48:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.centigrade.de\/blog\/?p=8091"},"modified":"2020-02-13T16:28:18","modified_gmt":"2020-02-13T15:28:18","slug":"iot-erobern-mit-lean-ux","status":"publish","type":"blog","link":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/blog\/iot-erobern-mit-lean-ux\/","title":{"rendered":"IoT erobern mit Lean UX \u2013 Teil 1"},"content":{"rendered":"<p>Ende 2014: Erstmalig dr\u00e4ngt sich <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Internet_der_Dinge\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">der Begriff IoT (Internet of Things)<\/a> im deutschsprachigen Raum stark ins \u00f6ffentliche Bewusstsein. Das Konzept steckt voller Verhei\u00dfungen: Privatmenschen k\u00f6nnten bei der Bew\u00e4ltigung allt\u00e4glicher Probleme auf eine rundum miteinander vernetzte und intelligente Umwelt bauen. Unternehmen k\u00f6nnten Produkte und Services entwickeln die bisher undenkbar waren und diese im gro\u00dfen Stile absetzen. McKinsey prognostiziert einen <a href=\"https:\/\/www.mckinsey.com\/business-functions\/digital-mckinsey\/our-insights\/disruptive-technologies\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">potenziellen \u00f6konomischen Effekt von 2,7 bis 6,2 Billionen US Dollar<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=5OQQZ9eWF-4\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Unternehmen wie Intel zeichnen die IoT Welt in den buntesten und gewinntr\u00e4chtigsten Farben<\/a>. \u00a0Kein Wunder, dass Produktmanager und leitende Angestellte in Firmen s\u00e4mtlicher Industrienationen den Auftrag erhalten, beim Thema IoT aufzuspringen.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/HighGoals4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-8137 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/HighGoals4.jpg\" alt=\"\" width=\"498\" height=\"372\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/HighGoals4.jpg 1105w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/HighGoals4-300x224.jpg 300w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/HighGoals4-768x573.jpg 768w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/HighGoals4-1024x765.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 498px) 100vw, 498px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ende 2017, drei Jahre sp\u00e4ter, stellt sich eine gewisse Ern\u00fcchterung ein. Zwar schaffen einzelne Konzerne wie Alphabet oder Amazon es, mehr oder weniger erfolgreiche IoT Produkte am Markt zu platzieren, doch gerade mittelst\u00e4ndische Unternehmen tun sich schwer, die neuen M\u00f6glichkeiten f\u00fcr sich zu nutzen und gro\u00dfe Erfolge mit IoT Produkten zu feiern. Woran liegt das? Und lassen sich nicht wom\u00f6glich auch mit geringerem Risiko und ungewohnten Methoden wie \u201eLean UX\u201c bemerkenswerte Resultate erzielen?<\/p>\n<blockquote>\n<div id=\"attachment_8097\" style=\"width: 220px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8097\" class=\"wp-image-8097\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/kai.deller.jpg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"210\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/kai.deller.jpg 320w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/kai.deller-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/kai.deller-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/><p id=\"caption-attachment-8097\" class=\"wp-caption-text\">Kai Deller &#8211; Head of Design bei Centigrade<\/p><\/div>\n<p><em><br \/>\n\u201eLean Prinzipien helfen in dem gro\u00dfen Feld \u201cInternet of Things\u201d einen Einstieg zu finden, indem der Startpunkt eines jeden Projektes auf der Grundlage von menschlichen Bed\u00fcrfnissen gew\u00e4hlt wird. Die\u00a0Komplexit\u00e4t von \u201cIoT\u201d wird durch einen schlanken Projektfokus und kontinuierliches Lernen beherrschbar. Dieser Fokus erm\u00f6glicht es, mit Methoden wie Rapid Prototyping schon fr\u00fch wegweisende Erkenntnisse hervorzubringen, welche gerade f\u00fcr haptische Produkte unerl\u00e4sslich sind.\u201c<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p><!--more--><\/p>\n<h3>Der Sprung von der Klippe<\/h3>\n<p>Viele mittelst\u00e4ndische Unternehmen sind keine Technologie-Konzerne, sondern verf\u00fcgen \u00fcber ein Produktportfolio mit einem gewissen analogen Anteil, f\u00fcr das sie beim Thema IoT grunds\u00e4tzlich neue Services und Gesch\u00e4ftsmodelle entwickeln m\u00fcssten. Das erfordert nicht nur ein extremes Ma\u00df an Innovationf\u00e4higkeit, sondern auch service-orientierte und technologische Kompetenzen, die bis vor wenigen Jahren f\u00fcr die betreffenden Unternehmen deutlich geringere Relevanz hatten und die nun ausgebaut werden m\u00fcssten.<\/p>\n<p>Hohe Kosten und ein unsicherer Return on Invest \u2013 der Einstieg in das Thema IoT gleicht bei dieser Perspektive f\u00fcr viele Unternehmen dem Sprung von einer Klippe in die st\u00fcrmische See. Es ist ungewiss, ob das Wasser unter den Wellen tief genug ist, oder ob die Landung auf einem Korallenriff \u00e4u\u00dferst unangenehm werden w\u00fcrde. Gleichzeitig bleibt der Wunsch, beim Thema IoT mitzuschwimmen, ungebrochen, denn nach wie vor sind davon v\u00f6llig neue Absatzm\u00e4rkte und Profite zu erwarten. Soll man nun springen \u2013 oder nicht?<\/p>\n<h3>\u201eEin bisschen\u201c ist deutlich besser als nichts<\/h3>\n<p>Manager in diesen Unternehmen d\u00fcrften das \u201eNun spring doch endlich!\u201c gr\u00fcndlich satthaben und zu Recht als unverantwortlich einordnen. Es fehlt nicht am Entwicklungswillen, sondern an kontrollierten Einstiegsm\u00f6glichkeiten in das unbekannte IoT-Gew\u00e4sser.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/EvolutionaryJourney-DE2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-8135\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/EvolutionaryJourney-DE2.jpg\" alt=\"\" width=\"606\" height=\"475\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/EvolutionaryJourney-DE2.jpg 1200w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/EvolutionaryJourney-DE2-300x235.jpg 300w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/EvolutionaryJourney-DE2-768x602.jpg 768w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/EvolutionaryJourney-DE2-1024x802.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 606px) 100vw, 606px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Ohnehin f\u00e4llt bei n\u00e4herer Betrachtung auf, dass die Wellen k\u00fcnstlich hochschlagen. Das \u201eschwarz- und wei\u00df\u201c Denken ist nicht zielf\u00fchrend. Im Gegenteil hemmt es, \u00e4hnlich wie die Vorstellung von IoT als eine Art heiliger Gral zuk\u00fcnftiger wirtschaftlicher Entwicklungen die Handlungsf\u00e4higkeit der Unternehmen. Dabei scheinen gerade die Firmen erfolgreicher als andere zu sein, die sich der mitunter hysterischen \u201ealles oder nichts\u201c Mentalit\u00e4t verweigern und die stattdessen im ganz Kleinen damit anfangen, neu \u00fcber ihre bestehenden Produkte nachzudenken und sie inkrementell, evolution\u00e4r mit digitalen Services anzureichern.<\/p>\n<h3>Unerwartete Komplizen: User Experience Dienstleister<\/h3>\n<p>Unterst\u00fctzung kann hierbei von User Experience Dienstleistern kommen, zu deren t\u00e4glicher Arbeitsrealit\u00e4t es seit Jahren geh\u00f6rt, mittels Lean UX Methoden und kleiner \u201eMVPs\u201c Produkte evolution\u00e4r und risikoarm, Schritt f\u00fcr Schritt zu verbessern. Zu den M\u00f6glichkeiten des Einsatzes von Lean UX im IoT Umfeld hat <a href=\"http:\/\/www.centigrade.de\/team#kai.deller\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kai Deller, Head of Design bei Centigrade<\/a>, vor kurzem auf der Konferenz Internet of Things einen Vortrag gehalten. Im Folgenden m\u00f6chte ich beginnen, das Konzept von Lean UX anhand der Session meines Kollegen vorzustellen. Tiefer ins Detail gehen wird Kai Deller aber selbst in einem sich anschlie\u00dfenden, weiteren Blogartikel.<\/p>\n<h3>Erfolgreich ist, wer Bed\u00fcrfnisse von Nutzern erf\u00fcllt<\/h3>\n<p>Der Lean UX Ansatz fu\u00dft auf Methoden des \u201eLean manufacturing\u201c \u2013 ein System, das darauf abzielt, \u00fcberfl\u00fcssige Produktionsschritte und Materialien aus dem Prozess auszuschlie\u00dfen und nur Aktivit\u00e4ten zuzulassen, die zum letztlichen Wert des Produkts f\u00fcr den Endnutzer beitragen. Dieser Fokus auf konkrete Bed\u00fcrfnisse von Nutzern f\u00fchrt zu einem Entschlacken, durch das nicht nur Produktionsprozesse effizienter werden, sondern wodurch schon bei der Projektdefinition kleinere, beherrschbarere Pakete entstehen.<\/p>\n<p>Pro Projekt wird immer genau ein Nutzerbed\u00fcrfnis \u2013 nicht zwei oder drei \u2013 identifiziert, das durch die Nutzung des Produkts befriedigt werden soll. Die Entwicklung s\u00e4mtlicher weiterer \u201eFunktionen\u201c, \u201eFeatures\u201c und \u201eRequirements\u201c wird dem gegen\u00fcber nachrangig behandelt.<\/p>\n<div id=\"attachment_8096\" style=\"width: 550px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/IPhone1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8096\" class=\"wp-image-8096\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/IPhone1.jpg\" alt=\"\" width=\"540\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/IPhone1.jpg 1024w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/IPhone1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/IPhone1-768x512.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 540px) 100vw, 540px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8096\" class=\"wp-caption-text\">Das erste iPhone \u2013 von Carl Berkeley \u2013 Riverside California, via Wikimedia Commons<\/p><\/div>\n<p>Ein radikales Beispiel f\u00fcr den Erfolg dieses kompromisslosen Ansatzes ist das erste iPhone aus dem Jahr 2007: Viele Funktionalit\u00e4ten, die damals als goldener Standard f\u00fcr Software galten, wurden bei der Produktion einfach \u00fcber Bord geworfen. Dazu geh\u00f6rten unter anderem:<\/p>\n<ul>\n<li>Kopieren &amp; Einf\u00fcgen<\/li>\n<li>Undo \/ Redo<\/li>\n<li>Installierbare Programme (Apps)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Daf\u00fcr wurde ein v\u00f6llig neues menschliches Bed\u00fcrfnis abgedeckt. Der Nutzer konnte pl\u00f6tzlich immer und \u00fcberall zuverl\u00e4ssig auf das Internet zugreifen: das gesammelte Wissen der Welt in der eigenen Hand und die \u201eSuperkraft\u201c jede Frage, jederzeit beantworten zu k\u00f6nnen. So ist ein nicht perfektes, aber lebens- und begeisterungsf\u00e4higes Produkt entstanden, das ein spezifisches Problem f\u00fcr einen spezifischen Nutzertyp in einem spezifischen Kontext l\u00f6st \u2013 ein sogenanntes Minimum Viable Product (kurz MVP).<\/p>\n<h3>Ausblick<\/h3>\n<p>Genau in diesem Fokus auf die Erf\u00fcllung eines einzigen Nutzerbed\u00fcrfnisses liegt eine gro\u00dfe Innovationskraft f\u00fcr IoT Projekte. Mittels des MVP Ansatzes und weiterer Tools und Methoden von Lean UX, kann schon auf die Zielsetzung und Projektdefinition so eingewirkt werden, dass im Rahmen eines einzelnen \u00fcberschaubaren Projekts ein signifikanter und sogar vermarktbarer Mehrwert entsteht. Dadurch wird ein kontrollierter Einstieg in das Thema IoT m\u00f6glich \u2013 anstatt eines Sprungs ins Ungewisse. Es k\u00f6nnen risikoarm kleine IoT Produkte entwickelt werden, die bereits einen Mehrwert an sich bieten. Um genauer zu erkl\u00e4ren, welche weiteren Methoden und Prinzipien genutzt werden k\u00f6nnen, wird mein Kollege Kai Deller in einem sp\u00e4teren Artikel einige Lean Prinzipien pr\u00e4sentieren und aufzeigen, wie Manager diese Prinzipien nutzen k\u00f6nnen, um in ihren Unternehmen dem Thema IoT ein neues Momentum zu geben.<\/p>\n<p>Falls Sie Fragen zum strategischen Einsatz von UX Methoden haben sollten, k\u00f6nnen Sie sich auf unserer <a href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/leistungen\/ux-strategy\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">UX Strategy Service Seite<\/a>\u00a0einen weiteren Einblick verschaffen.<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"template":"","tags":[511,465,512,16,139],"class_list":["post-8091","blog","type-blog","status-publish","hentry","tag-internet-of-things","tag-iot","tag-lean-ux","tag-prototyping","tag-ux"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/8091","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/8091\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11335,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/8091\/revisions\/11335"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8091"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8091"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}