{"id":8380,"date":"2018-03-29T15:51:06","date_gmt":"2018-03-29T13:51:06","guid":{"rendered":"https:\/\/www.centigrade.de\/blog\/?p=8380"},"modified":"2018-03-29T15:52:32","modified_gmt":"2018-03-29T13:52:32","slug":"iot-erobern-mit-lean-ux-teil-2","status":"publish","type":"blog","link":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/blog\/iot-erobern-mit-lean-ux-teil-2\/","title":{"rendered":"IoT erobern mit Lean UX \u2013 Teil 2"},"content":{"rendered":"<p>Vor kurzem hat mein Kollege Simon Kieke im ersten <a href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/blog\/iot-erobern-mit-lean-ux\/\">Artikel<\/a> dieses Zweiteilers ein spannendes Fazit zu der Bedeutung von IoT f\u00fcr den Mittelstand gezogen. Statt einer \u201eAlles oder Nichts\u201c Mentalit\u00e4t, schl\u00e4gt er vor, im Kleinen und auf der Basis von Nutzerbed\u00fcrfnissen digitale Services in Bestandsprodukte einzuweben. So entstehen kleine IoT Produkte ohne gro\u00dfe Risiken, die einen unmittelbaren Nutzermehrwert bieten. Hinter diesem Verst\u00e4ndnis von Produktentwicklung steckt das Prozessrahmenwerk Lean UX und die bereits im letzten Artikel beschriebene Kernmethode des Minimum Viable Products (MVP). Aber wie genau definiert man ein MVP und wie l\u00e4sst sich der Projektverlauf durch andere Lean Methoden weiter risiko- und komplexit\u00e4tsreduziert treiben?<\/p>\n<p>In diesem zweiten Teil der Reihen m\u00f6chte ich gerne an einer konkreten Projektgeschichte aus dem Bereich Produktdesign, den Einsatz verschiedener Lean Prinzipien exemplarisch verdeutlichen. Diese ist im Rahmen meiner Lehrt\u00e4tigkeit in dem Seminar \u201eDesigning the User Experience for Ubiquitous Computing Devices\u201c an der Universit\u00e4t des Saarlandes mit einer Gruppe von Informatikern ohne Designhintergrund entstanden.<\/p>\n<p>Umfeld der Projektgeschichte ist eine Gastronomiek\u00fcche. Dieser Kontext wurde von den Studenten frei im Zuge einer fiktiven \u201eStart Up\u201c Gr\u00fcndung gew\u00e4hlt.<\/p>\n<div id=\"attachment_8381\" style=\"width: 1096px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1-Kitchen.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8381\" class=\"wp-image-8381\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1-Kitchen.jpg\" alt=\"\" width=\"1086\" height=\"724\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1-Kitchen.jpg 1920w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1-Kitchen-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1-Kitchen-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/1-Kitchen-1024x683.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1086px) 100vw, 1086px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8381\" class=\"wp-caption-text\">Der ausgew\u00e4hlte Kontext f\u00fcr das \u201eStart Up\u201c (Quelle: https:\/\/pixabay.com\/de\/k\u00fcche-arbeit-restaurant-kochen-731351\/)<\/p><\/div>\n<p><!--more-->Der Protagonist: Ein Gastronomiekoch in einer Restaurantk\u00fcche, der sich vor allem auf das Anbraten von Steaks spezialisiert hat. Als Ziel der Unternehmung sollte die Zahl von Fehlern beim gleichzeitigen Kochen unterschiedlicher Fleischgerichte reduziert werden.<\/p>\n<div id=\"attachment_8382\" style=\"width: 2956px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2-Szenario.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8382\" class=\"wp-image-8382 size-full\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2-Szenario.jpg\" alt=\"\" width=\"2946\" height=\"523\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2-Szenario.jpg 2946w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2-Szenario-300x53.jpg 300w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2-Szenario-768x136.jpg 768w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2-Szenario-1024x182.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 2946px) 100vw, 2946px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8382\" class=\"wp-caption-text\">Schl\u00fcsselszenario von Kennedy Lemeux<\/p><\/div>\n<p>Die in diesem Rahmen entstandene Schl\u00fcsselpersona (=Prototypischer Nutzer aus der Zielgruppe) Kennedy Lemeux, ist 30 Jahre alt und seit Kurzem verheiratet. Das Schl\u00fcsselszenario (=Typischer Tagesablauf der Schl\u00fcsselpersona) beginnt mit der f\u00fcr ihn erfreulichen Botschaft, dass ihm seine Frau von ihrer Schwangerschaft berichtet. W\u00e4hrend er in der K\u00fcche besch\u00e4ftigt ist schweifen seine Gedanken demnach \u00f6fters mal ab \u2026<\/p>\n<p>Das f\u00fchrt zu Problemen, denn heute ist ein besonders gesch\u00e4ftiger Tag und er muss au\u00dfergew\u00f6hnlich viele Gerichte zubereiten. Dazu geh\u00f6ren auch einige gute (und teure) Steaks, die er zeitgleich \u00fcberwachen muss. In Gedanken schon bei dem neuen Familiengl\u00fcck, verpasst er leider den richtigen Garzeitpunkt \u2013 sehr zum \u00c4rger seines Chefs. Schade f\u00fcr Kennedy \u2013 eigentlich h\u00e4tte es doch der perfekte Tag werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Sicherlich gibt es hier professionelle K\u00fcchensysteme, die unter anderem auch f\u00fcr diesen Fallstrick eine (integrierte) L\u00f6sung bereitstellen. Doch ein solches System gibt es nicht in jeder K\u00fcche und so auch nicht bei unserem Koch Kennedy. G\u00e4be es nicht auch eine kleinere, leichter umsetzbare L\u00f6sung \u2013 ein MVP \u2013 f\u00fcr sein Problem?<\/p>\n<p>Ein MVP zu definieren ist keine leichte Aufgabe. Aus diesem Grund sollte man das MVP des Projektes vor Beginn \u201ekurz und knackig\u201c definieren. Dies geschieht im sog. MVP-Statement, welches die Zielrichtung des Projektes in einem einfach verst\u00e4ndlichen Satz formuliert:<\/p>\n<blockquote><p>\u201cMit dem Release des Produktes Ende August 2017, wird Kennedy Lemeux in der Rolle des Souschefs darauf hingewiesen, dass ein Steak seiner Aufmerksamkeit Bedarf, um zu verhindern das ihm bei der parallelen Arbeit ein Steak misslingt.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Erkennbar wird hier ein nachvollziehbares menschliches Bed\u00fcrfnis, dessen L\u00f6sung der Zielgruppe einiges an Frustration ersparen w\u00fcrde. Der fremden Dom\u00e4ne und der Komplexit\u00e4t von IoT-Projekten wird durch ein fokussiertes und benutzerzentriertes Projektziel entgegengewirkt.<\/p>\n<h4>Lean Prinzip: Gemeinsames Verst\u00e4ndnis<\/h4>\n<p>Das kollektive und wachsende Projektwissen muss allen Teammitgliedern schnell und einfach zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Dabei handelt es sich zu Beginn um den Kontext, den Nutzer und seinen (Arbeits-) Alltag. Arbeitsergebnisse wie eine Persona, ein Szenario (in Prosa &amp; als Comic) und ein MVP-Statement bringen diesen Zusammenhang standardisiert und pr\u00e4gnant auf den Punkt. Durch diese Designmethoden ist das Team \u00fcber das Ziel des Projektes informiert und wird von hier in die gleiche Richtung laufen. Los geht\u2019s!<\/p>\n<h3>Nutzerforschung<\/h3>\n<p>Nutzerforschung l\u00e4sst sich sehr aufwendig und zeitintensiv durchf\u00fchren. Unser Projekt ist jedoch bereits im Ursprung \u201eLean\u201c und wir wollen nat\u00fcrlich auch in der Analyse schnell und schlank agieren. Insofern sollte Nutzerforschung nicht willk\u00fcrlich \u201ein der Breite\u201c stattfinden. Stattdessen m\u00fcssen f\u00fcr das Projekt kritische Fragestellung explizit in Form von Annahmen notiert werden. Das Beseitigen dieser \u201eUnsicherheiten\u201c stellt einem unsch\u00e4tzbaren Projektwert dar.<\/p>\n<h4>Lean Prinzip: Annahmen vor Anforderungen<\/h4>\n<p>Bevor etwas zu einer harten \u201eAnforderung\u201c werden kann, muss ihr Wert f\u00fcr den Endnutzer best\u00e4tigt werden. Erst dann sollten Ressourcen auf Ihre Realisierung gebucht werden. Selbst ein erfahrenes Team kann nicht alles \u00fcber eine Zielgruppe und Ihre Arbeitsabl\u00e4ufe wissen. Eine Produktgestaltung, die auf falschen, nie ausgesprochenen Annahmen aufbaut, kann ihr Ziel verfehlen und im (Arbeits-)Alltag nicht nahtlos oder \u00fcberhaupt einsetzbar sein.<\/p>\n<p>Wir \u00fcberpr\u00fcfen Annahmen durch <a href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/leistungen\/usability\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Nutzerforschung.<\/a><\/p>\n<p>Der Begriff \u201eMinimum Viable\u201c Research mag zwar eine Wortneusch\u00f6pfung darstellen, scheint aber mit Blick auf Lean Prinzipien (semantisch) lange \u00fcberf\u00e4llig. In dem oben genannten Seminar hatten wir Gl\u00fcck: Ein Teilnehmer hatte einen Koch in seinem Bekanntenkreis, was hier \u201eMinimum Viable Research\u201c im wahrsten Sinne des Wortes erm\u00f6glichte. Die Erkenntnisse aus einem kurzen Telefonat haben das Projekt nachhaltig gepr\u00e4gt und Designm\u00f6glichkeiten aufgedeckt, die sonst niemals diskutiert worden w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Nun kann man nat\u00fcrlich nicht immer davon ausgehen, dass man pers\u00f6nlich jemanden aus der Zielgruppe kennt. Hier gilt es, pragmatisch zu sein. Der zentrale Zweck von User Research ist, unbekannte Stolpersteine aufzudecken, bevor man dar\u00fcber f\u00e4llt. Daf\u00fcr k\u00f6nnen auch andere (unkonventionelle) Methoden verwendet werden:<\/p>\n<ul>\n<li>In fachspezifischen Internetforen k\u00f6nnen Informationen gesammelt oder sogar eigene Fragen gestellt werden.<\/li>\n<li>Auch die sozialen Medien erlauben eine neue Art der Vernetzung \u00fcber den eigenen Bekanntenkreis hinweg<\/li>\n<li>Ein Rollenspiel kann zu neuen Erkenntnissen f\u00fchren, die erst in der konkreten Situation auffallen. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit einem kognitiven Durchgang (engl. Cognitive Walkthrough)<\/li>\n<\/ul>\n<h4>Lean Prinzip: \u201cGet Out of the Building\u201d<\/h4>\n<p>W\u00e4hrend die oben genannten Methoden auch vom eigenen Arbeitsplatz ausgef\u00fchrt werden k\u00f6nnen, l\u00e4sst sich die Bedeutung von Vor-Ort Besuchen nicht genug hervorheben. Dabei sollte man aber nicht dogmatisch sein: nicht in jedem Unternehmen lassen sich Besuche bei Nutzern unmittelbar organisieren. Kleine Erfolge durch o.g. Methoden helfen aber bei dem Aufbau einer Argumentationsbasis und erlauben zeitgleich dem Endnutzer fr\u00fch und effizient \u201eGeh\u00f6r zu schenken\u201c oder zumindest Empathie aufzubauen.<\/p>\n<h3>Ideation<\/h3>\n<div id=\"attachment_8383\" style=\"width: 1297px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/3-Ideas.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8383\" class=\"wp-image-8383\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/3-Ideas.png\" alt=\"\" width=\"1287\" height=\"724\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/3-Ideas.png 1440w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/3-Ideas-300x169.png 300w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/3-Ideas-768x432.png 768w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/3-Ideas-1024x576.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1287px) 100vw, 1287px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8383\" class=\"wp-caption-text\">L\u00f6sungsskizzen aus dem Design Studio<\/p><\/div>\n<p>Aufbauend auf den Erkenntnissen geht es nun in die Ideenfindung. Hier bietet sich eine Methode mit dem Namen \u201eDesign Studio\u201c an, die es erlaubt in k\u00fcrzester Zeit viele L\u00f6sungsans\u00e4tze im Verbund des gesamten Teams zu generieren.<\/p>\n<p>Die Paarung zwischen User Need und Persona bietet hier das ideale Korsett, um den kreativen Prozess sinnvoll auszurichten. Jeder Teilnehmer generiert in dieser Methode zun\u00e4chst alleine erste Ideen. Nach Ablauf einer festgelegten Zeit stellt jeder Teilnehmer seine Ideen vor und erh\u00e4lt Feedback vom Rest der Gruppe. Anschlie\u00dfend gehen die Teilnehmer erneut in den individuellen Denkprozess. Durch das Feedback bzw. die Vorstellung anderer Ideen wird die Interaktion im kreativen Prozess stark strukturiert. Am Ende k\u00f6nnen die Ideen mit kleinen Aufklebern oder Markern bewertet werden. Die Ideen mit den meisten Punkten schaffen es dann in die n\u00e4chste Runde.<\/p>\n<p>In unserer Fallstudie wurde die Idee der \u201eKitchen Bell\u201c auf diese Weise erarbeitet. Ein Timer f\u00fcr Gastronomiek\u00fcchen, der sich auch mit vollen H\u00e4nden bedienen und sich schnell auf die unterschiedlichen Garzeiten des Steaks einstellen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Interessanterweise: Schon aus dem eng gefassten und gut beschrieben Problem weiter oben dr\u00e4ngt sich die L\u00f6sung fast auf und erscheint damit f\u00fcr alle Gruppenmitglieder pl\u00f6tzlich offensichtlich und alternativlos.<\/p>\n<h4>Lean Prinzip: Anti-Muster \u2013 Rockstars, Gurus &amp; Ninjas<\/h4>\n<p>Interdisziplin\u00e4re Teams sind im IoT ein Muss. Schlie\u00dflich m\u00fcssen Software, Hardware &amp; Services zu einem Gesamtprodukt kombiniert werden. Um Wissensl\u00fccken zu vermeiden (siehe oben) sollte das gesamte Team gerade bei der initialen Ideenfindung beteiligt sein (im Gegensatz zum \u201ehero-based design\u201c). Kollaborative Kreativmethoden wie das Design Studio eignen sich besonders gut, um auch nicht-Designer ins Boot zu holen und damit zu gew\u00e4hrleisten, dass alle Ideen gleicherma\u00dfen Geh\u00f6r finden. Das erweitert nicht nur den Horizont und die Bandbreite der Ideen, sondern erh\u00f6ht auch die Identifikation mit dem Produkt. Eine starke Teamauspr\u00e4gung &amp; Kollaboration ist die Grundlage f\u00fcr eine schnelle und effiziente Projektf\u00fchrung.<\/p>\n<h3>Rapid Prototyping<\/h3>\n<p>Ein ebenfalls beliebter Begriff im Kontext der Lean Prinzipien ist Rapid Prototyping. Dieser l\u00e4sst sich nat\u00fcrlich nur dann sinnvoll praktizieren, wenn die zugrundeliegende Idee auch klein genug ist; und zwar so klein, dass sie sich schnell und einfach prototypisch umsetzen l\u00e4sst. Ohne ein gut gefasstes MVP l\u00e4sst sich die Methode kaum praktizieren.<\/p>\n<div id=\"attachment_8384\" style=\"width: 1096px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/4-Prototypes.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8384\" class=\"wp-image-8384\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/4-Prototypes.png\" alt=\"\" width=\"1086\" height=\"611\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/4-Prototypes.png 1440w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/4-Prototypes-300x169.png 300w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/4-Prototypes-768x432.png 768w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/4-Prototypes-1024x576.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1086px) 100vw, 1086px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8384\" class=\"wp-caption-text\">Ergebnisse des Rapid Prototypings<\/p><\/div>\n<p>Mit der groben Idee aus der letzten Phase gilt es nun, diese in jedem Detail zu durchdenken. Wie genau stellt der Koch den Timer ein? Wie wird er dazu aufgefordert das Steak zu wenden? Wie ist das Ger\u00e4t verbaut bzw. wo ist es positioniert? Wie kann gew\u00e4hrleistet werden; dass man das Signal der Kitchen Bell in jedem Fall auch wahrnimmt?<\/p>\n<p>Aufbauend auf den Ergebnissen aus dem Design Studio wurden verschieden Varianten prototypisch exploriert und auch hinsichtlich des \u201eSpa\u00dffaktors\u201c (engl. Joy of Use) bewertet. Dazu geh\u00f6rte eine einfache Vorrichtung mit drei Schaltfl\u00e4chen, eine intelligente Steak-Pfanne mit der sich die Garzeit \u00fcber die Ausrichtung des Griffs einstellen lie\u00df und zuletzt eine Vorrichtung, die an der Dunstabzugshaube befestigt wurde und sich mittels einer Wischgeste parametrisieren lie\u00df. Die drei Garzeiten (Rare, Medium &amp; Well-Done) sollten \u00fcber die H\u00f6he der Wischgeste eingestellt werden.<\/p>\n<h4>Lean Prinzip: Fail Early<\/h4>\n<p>Fr\u00fches Scheitern stellt im Lean Thinking keinen Misserfolg dar. Indem wir fr\u00fch scheitern, erhalten wir neues Wissen, welches wir wieder in die Produktgestaltung einflie\u00dfen lassen k\u00f6nnen. Scheitern k\u00f6nnen wir bereits w\u00e4hrend der Nutzerforschung, wenn wir feststellen, dass unser Nutzerbed\u00fcrfnis in der Realit\u00e4t gar nicht existiert. Haben wir diese H\u00fcrde jedoch bestanden k\u00f6nnen wir Ideen intern \u201eauf den Pr\u00fcfstand\u201c stellen, ohne uns in lange Diskussionen zu verstricken. Einfache und schnelle Prototypen k\u00f6nnen Probleme in unserem Design aufdecken, bevor wir unser MVP an einen Testkunden ausliefern (und dort zwangsl\u00e4ufig, aber viel sp\u00e4ter zu der gleichen Erkenntnis kommen). So hilft Prototyping, Ideen besser zu beurteilen und ggf. \u201esterben zu lassen\u201c, bevor sie erhebliche Entwicklungskosten und im schlimmsten Falle Reputationsverluste nach sich ziehen, wenn zum Beispiel ein schlechtes Produkt an Kunden ausgeliefert worden ist.<\/p>\n<h3>Umsetzung<\/h3>\n<div id=\"attachment_8385\" style=\"width: 1096px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/5-ElectricWiring.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8385\" class=\"wp-image-8385\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/5-ElectricWiring.png\" alt=\"\" width=\"1086\" height=\"611\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/5-ElectricWiring.png 1440w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/5-ElectricWiring-300x169.png 300w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/5-ElectricWiring-768x432.png 768w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/5-ElectricWiring-1024x576.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1086px) 100vw, 1086px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8385\" class=\"wp-caption-text\">7-Segmentanzeige mit Ultra Sonic Sensor (links) und LED Streifen mit Batterie Status (rechts)<\/p><\/div>\n<p>Elektrotechnisch betrachtet ist die Kitchen Bell unglaublich simpel. Eine 7-Segementanzeige, ein LED Streifen und ein Abstandssensor bilden den Kern der Hardware. Trotz der trivialen Umsetzung, steckt jedoch eine ganz eigene Geschichte und ein bewusst gew\u00e4hltes Nutzerbed\u00fcrfnis hinter den einfachen Schaltpl\u00e4nen.<\/p>\n<p>Durch einen 3D Drucker l\u00e4sst sich f\u00fcr die Hardware schnell ein passendes Geh\u00e4use drucken. In diesem Fall eine H\u00fclle mit magnetischer Oberseite, die schnell am Arbeitsplatz aufgeh\u00e4ngt werden kann. So kann das Produkt direkt und im realen Umfeld getestet werden.<\/p>\n<div id=\"attachment_8386\" style=\"width: 1096px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/6-Product.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-8386\" class=\"wp-image-8386\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/6-Product.png\" alt=\"\" width=\"1086\" height=\"611\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/6-Product.png 1440w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/6-Product-300x169.png 300w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/6-Product-768x432.png 768w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/6-Product-1024x576.png 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1086px) 100vw, 1086px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-8386\" class=\"wp-caption-text\">3D Druck und finales Produkt<\/p><\/div>\n<h3>Product Test<\/h3>\n<p>Oftmals erh\u00e4lt man authentisches Feedback erst dann, wenn man einen Nutzer das Produkt im (Arbeits-) Alltag verwenden l\u00e4sst. Dabei gibt es ein einfaches Benchmark: Wird das Nutzerbed\u00fcrfnis erf\u00fcllt?<\/p>\n<p>Klassische Low-Fi Testing Methoden wie Pen &amp; Paper Testing eignen sich leider weniger, um komplexe, haptische Produkte zu evaluieren. Bei solchen wird oftmals eher das Konzept und weniger das Produkt getestet.<\/p>\n<p>Da der komplette Prozess von der Analyse bis hin zum ersten MVP auf Agilit\u00e4t und Schnelligkeit ausgelegt ist, wird das neue Wissen nun in den n\u00e4chsten Entwicklungszyklus eingegossen.<\/p>\n<p>Im Falle des Seminars hatten wir uns Feedback f\u00fcr das MVP in der benachbarten Mensa eingeholt. Demnach w\u00e4re der Einsatz des Produktes durchaus vorstellbar!<\/p>\n<h4>Lean Prinzip: Build, Measure, Learn<\/h4>\n<p>Sicherlich eine der zentralen S\u00e4ulen von Lean UX. Ob nun durch Prototyping, Product Tests oder weitere Verfahren sollen neue Erkenntnisse immer wieder in den Entwicklungsprozess einflie\u00dfen. Dies hilft, die Marschrichtung in kurzen Zyklen zu alignieren und vermeidet, dass zu lange an der Realit\u00e4t vorbei gearbeitet wird.<\/p>\n<h3>Zusammenfassung<\/h3>\n<p>Ob man als Team \u201ein die richtige Richtung l\u00e4uft\u201c, l\u00e4sst sich nur herausfinden, indem man sein Produkt zeitnah gegen ein vorher extrahiertes Nutzerbed\u00fcrfnis testet. Schnelligkeit ist auch insofern von gro\u00dfer Bedeutung, da in moderner (Software-) Entwicklung Code bereits fr\u00fch und agil geschrieben wird. Dabei f\u00fchrt ein kleiner und abgegrenzter Projektfokus nicht nur schneller zum Ziel, sondern f\u00f6rdert auch interessantere Designideen. Diesen Fokus gilt es vor allem durch mehr Kreativit\u00e4t bei der Anwendung von Methoden tief zu ergr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Lean Prinzipien helfen aber vor allem einen Einstieg in das gro\u00dfe Feld \u201eIoT\u201c zu finden. Sie minimieren das Risiko durch einen schmalen Fokus, explizites Know-How Management und ein fr\u00fches Involvement der Endnutzer. Gleichzeitig wird die Produktsch\u00f6pfung nicht technisch, sondern auf Grundlage von echten, menschlichen Bed\u00fcrfnissen getrieben. Durch kontinuierliches Lernen k\u00f6nnen wir hoch komplexe Projekte immer wieder richtig alignieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h5>Quellen<\/h5>\n<p>Lean UX: Designing Great Products with Agile Teams [Buch]\u00a0\/ Verf. Jeff Gothelf Josh Seiden.\u00a0&#8211; [s.l.]\u00a0: O&#8217;Reilly Media, Inc, 2016.<\/p>\n","protected":false},"author":20,"featured_media":0,"template":"","tags":[604,84,577],"class_list":["post-8380","blog","type-blog","status-publish","hentry","tag-iot-de","tag-prototyping-de","tag-ux-de-1"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/8380","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/20"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/8380\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8380"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8380"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}