{"id":9774,"date":"2019-08-13T15:30:44","date_gmt":"2019-08-13T13:30:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.centigrade.de\/blog\/?p=9774"},"modified":"2021-03-11T14:19:51","modified_gmt":"2021-03-11T13:19:51","slug":"ux-design-return-on-invest-roi","status":"publish","type":"blog","link":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/blog\/ux-design-return-on-invest-roi\/","title":{"rendered":"UX Design &#8211; Return on Invest (ROI)"},"content":{"rendered":"<p>User Experience bedeutet, dass Nutzer ein Produkt <em>erleben<\/em>. Die innovativsten Controls und die fl\u00fcssigsten Animationen n\u00fctzen gar nichts, wenn das Produkt nicht verkauft und genutzt wird. Als UX-Dienstleister haben wir vielfach erlebt, wie durch gute UX das Produkt nicht nur bei den Nutzern erfolgreich ankommt, sondern auch wie UX dazu beitr\u00e4gt, dass ein Produkt es \u00fcberhaupt auf den Markt schafft. Der Return on Invest (ROI) von UX-Design zeigt dabei den Gewinn oder Umsatz, der infolge einer Investition in UX Design erzielt wurde. Woher der zus\u00e4tzliche Gewinn \/ Umsatz kommt, welche weiteren Aspekte zum ROI beitragen und weitere Fragen zu Return on Invest von UX-Design beantworten wir in diesem Artikel.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-9811\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/ux-design-return-on-invest.jpg\" alt=\"UX Design Return on Invest\" width=\"850\" height=\"555\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/ux-design-return-on-invest.jpg 850w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/ux-design-return-on-invest-300x196.jpg 300w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/ux-design-return-on-invest-768x501.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 850px) 100vw, 850px\" \/><!--more--><\/p>\n<h2>Warum braucht mein Projekt UX Design? #Mehrwerte entwickeln<\/h2>\n<p>Als Product Owner muss man vielen Anforderungen an sein Produkt gerecht werden. Zu oft f\u00fchrt das dazu, dass man ein bestehendes Feature als Anforderung beschreibt und als User Story in den Sprint einkippt. Dabei bleibt h\u00e4ufig die Frage auf der Strecke, ob man da eigentlich das Richtige entwickelt. Ein Beispiel: In einer Produktionshalle muss ein Schichtleiter mangelhafte Teile seiner Linie dokumentieren. Mit der l\u00f6sungsorientierten User Story &#8222;Der Nutzer m\u00f6chte ein M\u00e4ngelformular ausf\u00fcllen und abschicken&#8220; baut das Entwicklungsteam ein Formular, das der Schichtleiter dann versenden kann.<\/p>\n<p>Die User Story gibt vor, was entwickelt werden soll. Aber wenn die User Story bereits eine uninspirierte L\u00f6sung definiert, statt auf die Probleme und Bed\u00fcrfnisse des Nutzers einzugehen, gibt es keinen Raum f\u00fcr UX-Verbesserungen. Das ist fatal, denn so schlucken die Stories Entwicklungszeit, transportieren aber trotzdem keinen Mehrwert f\u00fcr die Nutzer. POs erhalten trotz hohem Invest nicht die Vorteile einer Neuentwicklung, die sie sich eigentlich w\u00fcnschen. Hier wird gern der Spruch \u201eDas Richtige entwickeln, statt nur richtig entwickeln\u201c verwendet.<\/p>\n<p>W\u00fcrde man vor dem Entwicklungsstart einen Schritt zur\u00fccktreten und die Perspektive des Nutzers einnehmen, wird schnell klar, dass der Schichtleiter kein Formular ausf\u00fcllen will. Eigentlich WILL niemand jemals ein Formular ausf\u00fcllen. Er will den Mangel so schnell wie m\u00f6glich an eine Person weitergeben, die sich darum k\u00fcmmern sollte. Wenn man keine L\u00f6sung vorwegnimmt, sondern die User Story im Problemraum formuliert, lautet sie: &#8222;Wenn der Schichtleiter ein mangelhaftes Teil entdeckt, muss er den Mangel dokumentieren, damit Kollegen sich um das Problem k\u00fcmmern k\u00f6nnen.\u201c Hier wird keine L\u00f6sung vorgegeben, das Formular ist nicht erw\u00e4hnt. Das Team kann die Nutzerperspektive einnehmen und das Problem aus dessen Kontext heraus l\u00f6sen, statt auf bestehenden Features aufzusetzen, die wom\u00f6glich technologisch \u00fcberholt sind. Auf dieser Basis wurde im realen Projektbeispiel eine L\u00f6sung entwickelt, bei welcher der Schichtleiter an der Maschine sein Smartphone z\u00fcckt und ein Foto von dem mangelhaften Teil schie\u00dft, es mit einem Stichwort versieht und abschickt. Der Workflow ist dem Ausf\u00fcllen eines Formulars vorzuziehen, weil der Nutzer sich die Schreibarbeit spart, keinen Laptop mitschleppen muss und der Mangel anhand des Fotos viel besser beschrieben wird, sodass beim Empf\u00e4nger viel seltener Missverst\u00e4ndnisse auftreten. Dazu sp\u00e4ter mehr.<\/p>\n<p>Dieses Umdenken ganz zu Beginn des Entwicklungsprozesses fokussiert die Kapazit\u00e4t des Entwicklungsteams auf L\u00f6sungen, von denen der Nutzer wirklich profitiert. Es wird keine Zeit in das Nachbauen von alten L\u00f6sungen gesteckt, die zwar Entwicklungszeit fressen, aber keinen Mehrwert f\u00fcr das Produkt schaffen. Bestimmte Funktionen werden vielleicht gar nicht in der Form gebraucht, wie urspr\u00fcnglich gedacht. Auch das kann den Entwicklungsaufwand deutlich reduzieren. Wir sprechen von einer nutzerzentrierten Herangehensweise.<\/p>\n<h2>Kann nicht jeder nutzerzentriert denken? Warum sollte ich Personen, die nicht programmieren k\u00f6nnen, in mein Softwareentwicklungsteam involvieren? #Vorhut<\/h2>\n<p>Die nutzerzentrierte Herangehensweise muss vom ganzen Team geteilt werden. Nur wenn alle mitziehen, kann im Endprodukt eine Verbesserung der User Experience erzielt werden. Auch Software Engineers brauchen diese Sichtweise. Diese vertreten Sie aber nur selten, da sie sich \u00fcberwiegend auf technischen Herausforderungen fokussieren. Der PO oder Projekt Manager vermittelt in erster Linie zwischen dem Entwicklungsteam und umliegenden Abteilungen und Anforderungen aus dem Unternehmen. Falls es also keine UX Designer im Team gibt, fehlt jemand, der die W\u00fcnsche des Nutzers vertritt und so aus einem nutzerzentrierten Requirement auch nutzerzentrierte L\u00f6sungen schafft. Erst die Kombination aller Blickwinkel f\u00fchrt zu einer L\u00f6sung von der POs, das Budget und der Markterfolg des Produktes profitieren.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem f\u00fchrt es zu einer gro\u00dfen Entlastung des Engineering Teams, wenn ein UX Designer bereits alle Fragen aufkl\u00e4rt, Infos zusammentr\u00e4gt und spezifiziert, wie genau das neue Feature funktioniert und sich in den Rest der Software einf\u00fcgt. Dadurch wird nicht nur die initiale Umsetzung f\u00fcr das Team einfacher, sondern es wird auch die Wahrscheinlichkeit reduziert, dass sie auf halber Strecke noch mal umdenken und neu ansetzen m\u00fcssen.<\/p>\n<h2>Wie ist das Kosten-Nutzen-Verh\u00e4ltnis von UX Design? #Entwicklungskosten sparen<\/h2>\n<p>Prototypen und Mockups, die man schon mit Nutzern besprechen oder mit Stakeholdern pr\u00fcfen kann, decken viele Fehler auf, die man sonst erst w\u00e4hrend der Implementierung oder sogar erst nach dem Release feststellt. Werden die Fehler erst festgestellt, wenn das Produkt ver\u00f6ffentlicht wurde, birgt das verschiedenste Risiken:<\/p>\n<ul>\n<li>Das Risiko, dass man sich die ersten Nutzer verprellt und einen weniger erfolgreichen ersten Release hinlegt als erwartet.<\/li>\n<li>Das Risiko, Nutzer durch Bugs nach einem Update dazu zu erziehen, dass sie keine Updates mehr annehmen wollen.<\/li>\n<li>Das Risiko, das Nutzer aufh\u00f6ren, das Produkt zu nutzen (Worst Case).<\/li>\n<\/ul>\n<p>Gleichzeitig ist zu bedenken, dass sich Konzepte und Screen Mockups sehr viel schneller und damit g\u00fcnstiger umsetzen lassen, als Code oder eine Anwendung, die bereits ver\u00f6ffentlicht wurde. Als Faustregel zwischen Entwicklung, Implementierung und dem laufender Betrieb kann man ein Verh\u00e4ltnis von 1:6:10 anlegen.<em>\u00a0<\/em><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-9795\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Korrekturfaktor-Projektphase-Implementierung-Laufender-Betrieb.jpg\" alt=\"\" width=\"689\" height=\"450\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Korrekturfaktor-Projektphase-Implementierung-Laufender-Betrieb.jpg 689w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Korrekturfaktor-Projektphase-Implementierung-Laufender-Betrieb-300x196.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 689px) 100vw, 689px\" \/><\/p>\n<p>Software Engineers sind zudem h\u00e4ufig teurer als Designer. Laut Gehalt.de verdienen Software Engineers in Deutschland durchschnittlich 4.093 \u20ac (3.357 \u20ac bis 4.830 \u20ac), w\u00e4hrend UX Designer durchschnittlich 3.327 \u20ac (2.852 \u20ac bis 3.803 \u20ac) verdienen. Dies schl\u00e4gt ebenfalls bei sp\u00e4teren \u00c4nderungen nach Release zu Buche und f\u00fchrt zu deutlich h\u00f6heren Kosten. Nehmen wir ein konkretes Zahlenbeispiel:<\/p>\n<p>W\u00e4hrend \u00c4nderungen im Prototypen-Stadium ca. drei Stunden Entwicklungsarbeit kosten (UX Designer: 1 Std. = 115 \u20ac, Developer: 2 Std. = 254 \u20ac), ist bei sp\u00e4teren \u00c4nderungen im laufenden Betrieb evtl. sogar ein kompletter Sprint n\u00f6tig (UX Designer: 2 Tage = 1.836 \u20ac, Developer: 7 Tage =7.126 \u20ac). Macht also im direkten Vergleich <strong>369 \u20ac im Prototypen-Stadium vs. 8.962 \u20ac im Livebetrieb.<\/strong><\/p>\n<table style=\"border: 1px solid black;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"201\"><\/td>\n<td width=\"201\"><strong>Prototyp<\/strong><\/td>\n<td width=\"201\"><strong>Livebetrieb<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"201\"><strong>Kosten UX Designer<\/strong><\/td>\n<td width=\"201\">115 \u20ac<\/td>\n<td width=\"201\">1.836 \u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"201\"><strong>Kosten Developer<\/strong><\/td>\n<td width=\"201\">254 \u20ac<\/td>\n<td width=\"201\">7.126 \u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"201\"><strong>Gesamtkosten<\/strong><\/td>\n<td width=\"201\">369 \u20ac<\/td>\n<td width=\"201\">8.962 \u20ac<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Diese Kosten m\u00fcssen nat\u00fcrlich aufgewogen werden, gegen die Aufw\u00e4nde, die das UX-Team grunds\u00e4tzlich erzeugt. Studien haben gezeigt, dass in den meisten Entwicklungsteams ungef\u00e4hr 1 UX Designer auf 6 bis 8 Software Engineers kommt. Vergleicht man das mit dem angenommenen Gehalt von oben (2.852\u20ac bis 3.803\u20ac) bleibt f\u00fcr den Sprint immer noch eine <strong>Aufwandsersparnis von 5.266\u20ac<\/strong>. (Quelle: <a href=\"https:\/\/techcrunch.com\/2017\/05\/31\/here-are-some-reasons-behind-techs-design-shortage\/?guccounter=1\">https:\/\/techcrunch.com\/2017\/05\/31\/here-are-some-reasons-behind-techs-design-shortage\/?guccounter=1<\/a>)<\/p>\n<h2>Welchen Return on Invest (ROI) hat nun UX Design und was bringt es f\u00fcr meinen Markterfolg? #Verkaufsargumente<\/h2>\n<p>UX lohnt sich nicht nur f\u00fcr das Entwicklungsbudget. Das Ziel von UX Design ist die User Experience zu verbessern, daher entfaltet es nat\u00fcrlich beim Kunden, der das Produkt benutzt, sein gr\u00f6\u00dftes Potenzial. Bei jedem Software Projekt sollte man sich dar\u00fcber im Klaren sein, an wen man das Produkt verkaufen will und welche Probleme die K\u00e4ufer aktuell haben, die man mit dem neuen Produkt bzw. mit der Neuentwicklung des Produktes, beheben will. Wenn man konkrete Probleme benennt, kann z. B. Marketing oder ein Vertriebler diese direkt aufgreifen und potenziellen Kunden br\u00fchwarm erz\u00e4hlen, wie die neue Software ihre pers\u00f6nlichen Schmerzen lindert.<\/p>\n<p>Greifen wir das Beispiel von vorhin noch mal auf. Es ging darum, dass der Schichtleiter einen Mangel in der Maschinenhalle entdeckt und diesen an einen Kollegen weitergeben muss, damit der sich darum k\u00fcmmern kann. Die neue L\u00f6sung war, dass der Schichtleiter ein Foto von z. B. einem mangelhaften Teil an seiner Produktionslinie schie\u00dft, statt umst\u00e4ndlich ein Mangelformular auszuf\u00fcllen, f\u00fcr das er auch noch seinen Laptop mitschleppen oder holen musste.<\/p>\n<p>Stellen wir mal gegen\u00fcber, was diese \u00c4nderung f\u00fcr den Betrieb, der die Software einsetzt, bedeutet.<\/p>\n<div id=\"attachment_9793\" style=\"width: 654px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-9793\" class=\"wp-image-9793 size-full\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Workflow-vor-\u00dcberarbeitung-UX-Team.jpg\" alt=\"Workflow vor \u00dcberarbeitung UX Team\" width=\"644\" height=\"976\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Workflow-vor-\u00dcberarbeitung-UX-Team.jpg 644w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Workflow-vor-\u00dcberarbeitung-UX-Team-198x300.jpg 198w\" sizes=\"auto, (max-width: 644px) 100vw, 644px\" \/><p id=\"caption-attachment-9793\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 1 \u2013 Workflow vor der \u00dcberarbeitung<\/p><\/div>\n<p>In der bisherigen L\u00f6sung sah der Workflow unseres Schichtleiters folgenderma\u00dfen aus (Abb. 1):<\/p>\n<ol>\n<li>Der Schichtleiter (nennen wir ihn Sven) wird zu einer Maschine seiner Linie gerufen, weil der Maschinenbediener ein Problem festgestellt hat. Sven sieht, dass der Barcode, der auf einem Teil graviert werden sollte, nicht zu lesen ist. (Dauer: 2 Min)<\/li>\n<li>Sven geht zur\u00fcck ins Office und holt seinen Laptop. Im Office fehlen ihm die Daten zum Auftrag und so weiter, er geht mit dem Laptop zur\u00fcck zur Maschine (Dauer: 4 Min)<\/li>\n<li>Sven \u00f6ffnet die Software und \u00f6ffnet das M\u00e4ngelformular, Sven l\u00e4sst sich vom Maschinenbediener die Auftragsnummer und die ID des produzierten Teils diktieren (2 Min)<\/li>\n<li>Sven fragt, um welche Maschine es sich handelt, der Maschinenbediener sagt, das sei die Linie 6 und die Maschine 4. Sven tr\u00e4gt das ein. (0,5 Min)<\/li>\n<li>Sven beschreibt das Problem mit dem Barcode in wenigen Worten (0,5 Min)<\/li>\n<li>Sven muss eine Kategorie ausw\u00e4hlen, die bestimmt, an wen der Mangel weitergeleitet werden soll, dazu muss er eine Nummer aus einer Excelliste \u00fcbertragen, die die Kategorie codiert. (1 Min)<\/li>\n<li>Dann speichert er das Formular und schickt es ab.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das ergibt in Summe eine Dauer von 10 Min zur Erfassung des Mangels.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter wp-image-9820 size-full\" src=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Workflow-nach-Ueberarbeitung-UX-Team.jpg\" alt=\"Workflow-nach \u00dcberarbeitung UX Team\" width=\"644\" height=\"1009\" srcset=\"https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Workflow-nach-Ueberarbeitung-UX-Team.jpg 644w, https:\/\/www.centigrade.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/Workflow-nach-Ueberarbeitung-UX-Team-191x300.jpg 191w\" sizes=\"auto, (max-width: 644px) 100vw, 644px\" \/><\/p>\n<p>Der neue Workflow nach der \u00dcberarbeitung durch das UX Team (Abb. 2):<\/p>\n<ol>\n<li>Sven erh\u00e4lt eine Benachrichtigung auf sein Handy, dass an Linie 6 Maschine 4 ein Problem vorliegt. Sven geht hin und der Maschinenbediener zeigt ihm, dass der Barcode, der auf einem Teil graviert werden sollte, nicht zu lesen ist. (Dauer: 2 Min)<\/li>\n<li>Sven klickt in seiner App (bereits offen wegen der Benachrichtigung) auf die markierte Maschine, um den Mangel aufzunehmen.<\/li>\n<li>Es \u00f6ffnet sich die Kamera und Sven schie\u00dft ein Foto vom Teil. Mit seinem Finger markiert es auf dem Foto den interessanten Bereich, wo man den Mangel erkennen kann. (0,5 Min)<\/li>\n<li>Dann fordert die App ihn auf, den Code des Auftrags zu scannen. Sven greift nach dem Laufzettel, auf dem alle Auftragsdaten vermerkt sind und scannt den Auftragscode. (0,5 Min)<\/li>\n<li>Sven muss eine Kategorie ausw\u00e4hlen, die bestimmt, an wen der Mangel weitergeleitet werden soll. Dazu w\u00e4hlt er eine der Kategorien aus, die die App ihm vorschl\u00e4gt. (0,5 Min)<\/li>\n<li>Dann schickt Sven den Mangel ab.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Insgesamt also eine Dauer von 3,5 Min zur Erfassung des Mangels. Das bedeutet eine Aufwandsreduktion von 6,5 Min pro aufgenommenen Mangel. Angenommen, ein solcher Mangel tritt 7x am Tag auf, sind das ca. 45 Minuten am Tag. Auf den Monat gerechnet w\u00e4ren das (bei 20 Arbeitstagen) <strong>15 Stunden, die der Schichtleiter in andere Aufgaben investieren kann.<\/strong><\/p>\n<p>Davon profitiert nat\u00fcrlich auch das Unternehmen. Wenn wir davon ausgehen, dass es im Unternehmen 10 solcher Schichtleiter gibt, w\u00e4ren wir bei 150 Stunden im Monat. Bei einem angenommenen Netto-Stundensatz von 25 Euro macht das <strong>3.750 Euro im Monat bzw. 45.000 Euro im Jahr<\/strong>, die bei der Mangelerfassung eingespart werden. Und hier haben wir nur den Zeitunterschied betrachtet. Hinzu kommt noch, dass im \u00fcberarbeiteten Workflow auch das Fehlerpotenzial stark reduziert wurde, sodass die M\u00e4ngel nicht nur schneller erfasst werden, sondern auch der Empf\u00e4nger h\u00e4ufiger direkt richtig reagieren kann.<\/p>\n<p>Im ersten Workflow ist es zum Beispiel relativ wahrscheinlich, dass der Nutzer eines der geforderten Formularfelder leer l\u00e4sst, sodass das Formular nicht abgeschickt werden kann, er muss dann nacharbeiten. Oder dass die Beschreibung des Mangels beim Empf\u00e4nger nicht verstanden wird, sodass dieser nachfragen muss, was wieder mehr Zeit kostet. All diese Fehlerquellen sind in der App quasi ausger\u00e4umt, weil der Nutzer st\u00e4rker durch die Eingaben gef\u00fchrt wird, sodass er nichts vergessen kann. Die Beschreibung entf\u00e4llt zugunsten des Fotos.<\/p>\n<p>In Abb. 2 ist zu sehen, dass im neuen Workflow im Durchschnitt 91 % der Nutzer das Formular sinnvoll ausgef\u00fcllt abschicken, w\u00e4hrend es im alten Workflow nur bei 34 % der Nutzer klappt. Unterm Strich also <strong>eine Reduktion von 65 %<\/strong>. Zieht man dies in Betracht, m\u00fcsste man die zeitliche Einsparung von 45.000 Euro pro Jahr stark nach oben korrigieren.<\/p>\n<p>Das hat nicht nur finanzielle Auswirkungen. Das Hauptziel von UX Design ist, dass die Nutzer sich besser f\u00fchlen. Die Reduktion von Fehlern und die Zeitersparnis nehmen dem Nutzer viele frustrierende Momente. Auch wenn sich das nicht direkt zur\u00fcckverfolgen l\u00e4sst, f\u00fchrt doch eine Erleichterung wie diese zu weniger Stress, h\u00f6herer Motivation und langfristig gesehen zu weniger Krankmeldungen.<\/p>\n<p>Man k\u00f6nnte sich andere Beispiele anschauen, wie zum Thema Erstnutzer beim Erlernen der Software zu unterst\u00fctzen oder seltene F\u00e4lle und Fehlerf\u00e4lle so zu gestalten, dass der Schulungs- und Supportaufwand beim Kunden gesenkt wird. Mozilla z. B. berichtet dass durch eine Verbesserung der UX ihre Support-Website die\u00a0Anzahl der <strong>telefonischen Support-Anfragen um 70 % gesenkt<\/strong> werden konnte. (Quelle: <a href=\"https:\/\/rapidusertests.com\/blog\/testing-tipps\/roi-usability-zeit-und-geld-sparen\/\">https:\/\/rapidusertests.com\/blog\/testing-tipps\/roi-usability-zeit-und-geld-sparen\/<\/a>)<\/p>\n<h2>Welchen Mehrwert hat UX Design f\u00fcr den Nutzer? Reicht es nicht aus, wenn die Oberfl\u00e4che moderner aussieht?<\/h2>\n<p>Ma\u00dfnahmen, wie die Senkung von Support Anfragen, lassen sich nicht mit einer moderneren und sch\u00f6neren Oberfl\u00e4che erreichen. Es gibt viele Ziele, die man mit einer Verbesserung des User Interface, also der Oberfl\u00e4che des Interface, erreichen kann. Man kann dem Produkt Wiedererkennungswert geben, man kann dessen Tonalit\u00e4t ver\u00e4ndern, z. B. ein Interface, was altbacken und konservativ wirkte, kann trendy werden. Man kann Aufmerksamkeit oder Begehrlichkeit wecken. Das sind Bed\u00fcrfnisse der Marke, die in der User Experience eine wichtige \u00fcbergeordnete Rolle spielt, da sich Nutzer damit identifizieren k\u00f6nnen oder eine Beziehung zu dem Produkt aufbauen k\u00f6nnen. Wenn sie aber mit einem attraktiven Produkt nicht klarkommen, davon genervt sind oder ihre Probleme mit einem anderen Produkt besser l\u00f6sen k\u00f6nnen, h\u00e4lt die Attraktivit\u00e4t allein sie nicht fest. Was UX Design, das sich mit den Nutzerbed\u00fcrfnissen befasst, leisten kann, ist die Nachhaltigkeit in der Beziehung zum Produkt. Wenn ein Nutzer sich durch das Produkt pl\u00f6tzlich kompetenter f\u00fchlt, weil ihm seine Aufgaben leichter fallen, er weniger Zeit verliert, er seltener Hilfe braucht oder er etwas erreichen kann, das andere (mit anderen Produkten) nicht k\u00f6nnen, dann wird er das Produkt weiter nutzen wollen. Ideal ist nat\u00fcrlich die Verbindung von Attraktivit\u00e4t und Kompetenzerlebnis.<\/p>\n<h2>Wie l\u00e4sst sich der Return on Invest (ROI) von UX Design beweisen? #Vorstand \u00fcberzeugen<\/h2>\n<p>Lass Zahlen sprechen. Wir haben oben schon viel zu Kostenersparnis in der Entwicklung und gesteigerter Produktivit\u00e4t durch bessere Nutzerf\u00fchrung und weniger Fehler geh\u00f6rt. (Zur Erinnerung: 1. \u00c4nderungen vor der Umsetzung also im UX Design kosten in unserem Rechenbeispiel 24 Mal weniger als \u00c4nderungen im Livebetrieb 2. Nur auf Basis einer einzigen User Story in unserem Beispiel oben, spart der Kunde in seiner Produktion 45.000 Euro im Jahr durch bessere Nutzerf\u00fchrung).<\/p>\n<p>Wer UX einsetzt, ist au\u00dferdem in guter Gesellschaft. Unter den 10 Marken, die weltweit das st\u00e4rkste Wachstum verzeichnen, wachsen 5 ausschlie\u00dflich durch Software Produkte und haben daf\u00fcr in den letzten 12 Monaten die Anzahl der besch\u00e4ftigten Designer um 65% erh\u00f6ht. (Quelle <a href=\"https:\/\/www.slideshare.net\/johnmaeda\/design-in-tech-report-2017\">https:\/\/www.slideshare.net\/johnmaeda\/design-in-tech-report-2017<\/a>). Zus\u00e4tzlich gibt es eine <a href=\"http:\/\/simplicityindex.com\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/SG_WSB_NOV12_interactive.pdf\">Studie<\/a>, die belegt, dass Marken, die sich auf Einfachheit und eine einfache User Experience ausgerichtet haben im internationalen Vergleich sehr viel besser abschneiden als andere Marken. Nicht \u00fcberraschend, die Top 10 der international am einfachsten bewerteten Marken kennen und nutzen wir alle. Die Studie verfolgt seit 2009 das Wachstum dieser Marken an der B\u00f6rse und stellt fest, dass die 10 \u201eSimpelsten\u201c bewerteten Marken 679 % besser an der B\u00f6rse abschneiden als der Durchschnitt aller anderen Marken. Zu den Top 10 geh\u00f6ren 2018 erstens Netflix, zweitens Aldi, drittens Google und so weiter. Spotify ist auf dem achten Platz. Die ganze Studie findest du <a href=\"http:\/\/simplicityindex.com\/\">hier<\/a>. Au\u00dferdem sind <strong>55 % aller Konsumenten bereit f\u00fcr ein vereinfachtes Nutzererlebnis mehr Geld zu zahlen und 64 % w\u00fcrden eine Marke aufgrund einer erlebten Vereinfachung empfehlen.<\/strong><\/p>\n<p>Was verbindet solche Firmen wie Netflix, Google, Spotify oder auch IKEA? Die Nutzung ihrer Produkte sind Erlebnisse, die auf den Nutzer abgestimmt sind. Es gibt Menschen, welche als Tagesausflug mit der ganzen Familie zum Ikea fahren mit dem Highlight nach dem Einkauf einen Hotdog zu verspeisen. Die Nutzerzentrierung und User Experience haben diese Firmen gro\u00df gemacht.<\/p>\n<p>Wer noch nicht gro\u00df ist, es aber mal werden will, ist auf gute Beurteilungen durch z. B. social Media angewiesen. Die heutigen Produkte werden \u00f6ffentlich durchgetestet und beurteilt, manchmal sogar bevor diese auf den Markt kommen. Auch die Handhabung sowie die Nutzerzentrierung sind Aspekte, welche abgeklopft und diskutiert werden. Diese Beurteilungen in den Sozialen Netzwerken oder im AppStore sorgen f\u00fcr ein Anstieg oder Abstieg der Verkaufszahlen. Ein gut durchdachtes und konsequentes UX Design begeistert die Tester und f\u00fchrt dabei nicht nur zu steigenden Verkaufszahlen, sondern auch zu mehr Markenvertrauen und einem positiven Image.<\/p>\n<h2>Was bekomme ich f\u00fcr den Preis und was haben meine UX Design Ma\u00dfnahmen bewirkt? Ein Fazit #Return on Invest<\/h2>\n<p>Durch den Einsatz von UX Design werden an vielen anderen Stellen Kapazit\u00e4ten frei, die woanders sinnvoll eingesetzt werden k\u00f6nnen. Das eigene Team operiert effizienter, ist weniger frustriert und produziert Ergebnisse mit einem h\u00f6heren Mehrwert.<\/p>\n<p>Mitarbeiter kommen besser durch ihre Workflows, generieren weniger Fehleraufw\u00e4nde, sind schneller und dadurch zufriedener. Dies wirkt sich positiv auf die Fluktuationsquote, den Krankenstand und somit die wirtschaftliche Unternehmenssituation aus. Im konkreten Fall von oben k\u00f6nnen im Jahr somit 45.000 Euro eingespart und die Fehleranf\u00e4lligkeit um 65 % reduziert werden.<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr kleine und junge Firmen oder neue Produkte ist der Auftritt in Social Media und die Bewertung in den Stores wichtig, um einen erfolgreichen Release hinzulegen. Die Nutzer lassen sich generell durch die Vereinfachung ihrer Aufgaben besser \u00fcberzeugen als durch \u00fcberladene Produkte mit vielen Funktionen. In harten Zahlen ausgedr\u00fcckt sind 55 % aller Konsumenten bereit f\u00fcr ein vereinfachtes Nutzererlebnis mehr Geld zu zahlen und 64 % w\u00fcrden eine Marke aufgrund einer erlebten Vereinfachung empfehlen.<\/p>\n<p><strong>Wir haben Ihr Interesse geweckt? Schauen Sie sich unsere <a style=\"color: #2d373b; text-decoration: underline;\" href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/leistungen\/uebersicht\">Leistungen<\/a> an!<\/strong><\/p>\n<p><span class='maxbutton-1-container mb-container'><a class=\"maxbutton-1 maxbutton maxbutton-ux-design-de\" title=\"UX Design\" href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/leistungen\/ux-management\"><span class='mb-text'>UX Management<\/span><\/a><\/span> <span class='maxbutton-1-container mb-container'><a class=\"maxbutton-1 maxbutton maxbutton-ux-design-de\" title=\"UX Design\" href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/leistungen\/ux-design\"><span class='mb-text'>UX Design<\/span><\/a><\/span>\u00a0\u00a0<span class='maxbutton-1-container mb-container'><a class=\"maxbutton-1 maxbutton maxbutton-ux-design-de\" title=\"UX Design\" href=\"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/leistungen\/ux-strategy\"><span class='mb-text'>UX Strategy<\/span><\/a><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"author":37,"featured_media":0,"template":"","tags":[84,614,102,146,390],"class_list":["post-9774","blog","type-blog","status-publish","hentry","tag-prototyping-de","tag-roi","tag-user-interface-design-de","tag-ux-de","tag-ux-design"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/9774","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/blog"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/37"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/9774\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":11259,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/blog\/9774\/revisions\/11259"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9774"}],"wp:term":[{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.centigrade.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9774"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}