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Über den Tellerrand geschaut

Brauche ich wirklich eine Smartwatch? Teil 2 – Die Apple Watch

Da ist sie also – die Apple Watch. Ein Jahr nach dem Pebble Review liegt das lang erwartete Gadget endlich auf meinem Schreibtisch. Ich komme allerdings erst einige Monate später dazu, einen Test zu starten. Das liegt wohl auch daran, dass sich mein Vorfreude in Grenzen hält – sind doch die Informationen, die ich bisher aus Internet und Erfahrungsberichten erhalten habe eher mäßig begeisternd. Jeden Tag laden? Ein Armbandwechsel für mehrere hundert Euro? Bisher nur eingeschränkter App Support? Alles Faktoren, die den Wunsch, die geliehene Watch irgendwann durch eine eigene zu ersetzen, nicht grade verstärken.

Liest man Erfahrungsberichte im Internet reicht die Varianz der Fazits von „Wie konnte ich nur ohne sie leben“ bis „Absolute Geldverschwendung“. Ich glaube noch bei keinem Apple Produkt waren die Lager derart gespalten, und wenn ich ehrlich bin tragen auch in mir der etwas realistischere Interface Designer und der Apple Fanboy einen harten Kampf aus.

Als Grundlage für die nun kommenden Erfahrungen und Fazits sei erwähnt, dass ich versucht habe bei der Verwendung der Apple Watch soweit möglich auf Google oder andere Hilfsquellen zu verzichten – immerhin soll die Bedienung ja so intuitiv wie nur möglich sein. Weiterhin habe ich auf generelle Informationen über Preis, Akku, etc. verzichtet. Hierzu gibt es genügend Informationen im Internet – ich möchte hier nur über meine persönliche Erfahrung erzählen.

Reine Äußerlichkeiten

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Vor mir liegt also eine Apple Watch Sport, 42mm, mit schwarzem Sportarmband. Der erste Eindruck: Ein geschrumpftes iPhone 3. Ich begrüße schon bei den aktuellen iPhone Serien die Designentscheidung zurück zu runderen Formen zu gehen nicht wirklich. Auch bei der Watch empfinde ich den Look, den ein Kollege als „abgelutschtes Bonbon“ relativ treffend umschreibt, als irgendwie veraltet. Angezogen sieht das Ganze schon etwas besser aus, die dunkle Uhr mit dunklem Armband wirkt schlicht und unauffällig. Wie bei nahezu jeder Smartwatch könnte das Gehäuse etwas schmaler sein, aber hier bewegen sich die Maße in einem absolut brauchbaren Bereich.

Zusammengefasst: Es ist okay. Kein Wow-Effekt, aber auch kein Schocker.

Inbetriebnahme… wie startet man dieses Ding?

Ich bekomme die Uhr von Thomas, der sie vor mir einige Zeit getestet hat, mit nahezu leerem Akku und seinen Einstellungen.

Als Erstes möchte ich einen Blick auf das Display werfen – das zeigt sich aber komplett schwarz. Tappen auf die Uhr, drehen oder Drücken an der Digital Crown… keine Reaktion. Einzig der Druck auf den Side Button verrät mir: Die Uhr hat sich zum Schonen des Akkus in die Gangreserve versetzt, was bedeutet, dass aktuell nur das Ladesymbol und die Uhrzeit angezeigt werden – und selbst das eben nur beim Druck auf den genannten Button.

Erste Impression daher: Ich habe eine Uhr, die mir nicht direkt die Uhrzeit anzeigt.

Die Smartwatch also erst einmal auf die magnetische Ladestation gelegt und durchgeladen. Zwei Stunden später ist der Akku dann auch bereit und die Inbetriebnahme kann beginnen – sofern es mir gelingt die Uhr aus der Gangreserve zu holen. Längeres Ausprobieren zeigt: Um die Apple Watch aus dem Stromsparmodus zu holen muss man sie neustarten. Ein mir absolut unverständliches Prozedere, kenne ich doch Stromsparen bei Notebooks und anderen technischen Geräten als einen Modus, der die minimal notwendigen Funktionen des Geräts aktiviert lässt, um die Zeit des Runter- und Hochfahrens zu vermeiden.

Aber gut, dann starte ich die Uhr eben neu. Nachdem ich 20 Sekunden auf den Side Button gedrückt habe und immer noch nichts passiert ist drücke ich noch einmal kurz – und sehe die Uhrzeit der Gangreserve. Ehrlich gesagt bin ich jetzt schon ein wenig genervt. Aber gut, aller Anfang ist schwer, und ich starte ja nicht mit einem neuen, unbenutzten Produkt.  Mein nächster Versuch, Digital Crown und Side Button gleichzeitig zu drücken, ist da schon von mehr Erfolg gekrönt. Nach ca. 15 Sekunden sehe ich das Apple Logo auf meinem neuen Gadget. Bis die Uhr dann wirklich hochgefahren/einsatzbereit ist und mir ein Watchface anzeigt vergehen weitere 100 Sekunden, in denen ich leicht genervt darauf warte endlich mit der Inbetriebnahme loslegen zu können.

Erster Schritt: Zurücksetzen. Relativ problemlos finde ich den entsprechenden Menüpunkt, bestätige die Rücksetzung zweimal und warte einen weiteren Reboot ab. Dieses Mal dauert die Prozedur noch länger, da die Uhr offenbar mit dem Reset beschäftigt ist.

Zweiter Schritt: Koppeln. Über die iPhone App starte ich die Kopplung, die über eine hübsche Animation auf der Apple Watch funktioniert. Der ganze Prozess dauert nur ein paar Sekunden und funktioniert absolut reibungslos – sehr schön! Nachdem ich beide Apple IDs eingerichtet habe (wieso ist dieses Problem eigentlich immer noch nicht behoben?) hangele ich mich zwangsweise durch diverse Einstellungen auf dem iPhone, während das Objekt der Begierde relativ nutzlos daneben liegt. Nach Abschluss aller Grundeinstellungen heißt es schon wieder warten – die Apple Watch wird einige Minuten lang synchronisiert. Kleines, nettes Detail am Rande: Auf dem iPhone wird während des Sync-Vorgangs die Watch mit dem originalen live-Displayinhalt angezeigt. Ich mag solche Details. Mit einem „Bling“ meldet die Uhr einige lange Minuten später endlich Bereitschaft an.

MEINE Watch

Weiter geht’s mit der Anpassung der Watch auf meine Bedürfnisse. Erstes Ziel: Das Ändern des Watchface. Ich mag eigentlich runde Uhren, daher hätte ich gerne ein simples, rundes Erscheinungsbild mit einigen wenigen Mehrinformationen. Das Standard-Face ist für meine Bedürfnisse eindeutig viel zu überladen.

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Aber wie ändert man das Watchface auf einer Apple Watch? Weder auf der Uhr, noch auf dem Handy finde ich in den Einstellungen oder irgendeiner App die Option, das Erscheinungsbild des meistgenutzten Screens zu ändern. Nach einigen Minuten gebe ich tatsächlich auf und bemühe Google. Dort erfahre ich, dass die Lösung im Force Touch liegt, also dem STARKEN Tap auf den Bildschirm. Darauf muss man erst einmal kommen. Die nun folgende Anpassung des Watchface mit Hilfe der Digital Crown ist ungewohnt, macht aber irgendwie schon Spaß, und nach wenigen Augenblicken sieht zumindest der „Homescreen“ schon einmal aus, wie ich mir das vorgestellt habe.

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Durch Ausprobieren finde ich auch die Schnellzugriffe, (messe kurz meinen Puls), probiere einige Apps aus und arbeite mich durch die Settings. Hierbei passiert es mir mehrfach, dass ich mich in der Navigation mit Display, Crown und Button komplett verlaufe, und sich vor allem die Navigation mit der Digital Crown komplett anders verhält als erwartet. Aber dazu später mehr.

Beim Anpassen der Einstellungen hat Apple einen guten Kompromiss getroffen. Die wichtigsten Settings lassen sich direkt auf der Watch bearbeiten, für alles Weitere wird die Apple Watch iPhone App herangezogen. Trotz getrennter Devices werden alle Änderungen sofort implizit gespeichert und aktiviert. Nach einigen Minuten des Ausprobierens stelle ich fest, dass die meisten Standardsettings auf meine Anforderungen passen und starte den Alltagstest.

Alltägliches

Wie viel Uhr ist es eigentlich?

Smartwatch hin oder her, es ist immer noch eine Uhr. Und wenn ich auf meine Uhr schaue möchte ich die Uhrzeit sehen. Um Akku zu sparen hat Apple die Funktionalität entwickelt, dass die Uhr nur bei gewissen Bewegungsmustern das Display einschaltet. So führt das Heben der Hand ähnlich wie das Drehen des Handgelenks (meistens) zu einer Aktivierung des Displays.

Leider funktioniert diese Technologie weniger zuverlässig als erhofft, so dass man immer mal wieder auf ein schwarzes Display schaut. Grade beim Arbeiten am Rechner, wenn die Hände an Tastatur & Maus verortet sind, lassen sich Notifications oft nur durch ein etwas albern wirkendes Schütteln des Handgelenks auf der Apple Watch anzeigen. Wird man nach der Uhrzeit gefragt ist es quasi unmöglich seinem Gegenüber einfach das aktivierte Ziffernblatt entgegenzustrecken. Somit zeigt die Apple Watch schon Schwierigkeiten in der Disziplin, die eine Uhr ausmacht – dem reinen Anzeigen der Uhrzeit.

Was gibt’s?

Was macht eine Uhr für mich zu einer interessanten Smartwatch? Ganz einfach: Notifications und die Kommunikation mit meinem Handy, ohne dass ich selbiges aus der Tasche ziehen muss.

Die Kommunikation zwischen Handy und Uhr funktioniert absolut problemlos. Daten werden schnell und fehlerfrei kommuniziert und insbesondere bei Verwendung der Haus-Apps ergeben sich keinerlei Schwierigkeiten oder Probleme. Eigentlich ganz genau so, wie man es von Apple, dem Meister der Synchronisation, erwartet.

Bei den Notifications ergeben sich – zumindest bezogen auf meine Erwartungen – einige Probleme. Bekommt mein Handy eine Nachricht vibriert/klopft die Apple Watch an meinem Handgelenk. Soweit so gut, wäre da nicht das Problem, dass ich keinerlei visuelles Feedback über Art und/oder Inhalt der Notification bekomme, bevor ich nicht die bereits erwähnte Geste zur Aktivierung des Displays durchführe. Leider bewirkt das Vorhandensein der Uhr ebenfalls, dass bei jeglichen Notifications das Display und der Ton meines iPhones deaktiviert bleiben.

Sitze ich also ganz normal am PC, im Auto oder am Tisch, habe ich sowohl das Handy als auch die Uhr im Blick, jedoch keine Möglichkeit, die einkommende Nachricht zu SEHEN oder durch den von mir eingestellten Klingelton am iPhone zu erkennen, um welche Art der Notification es sich handelt. Ich muss also doch wieder zum Handy greifen, vor allem, wenn mehr als eine Nachricht gleichzeitig ankommt.

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Das führt direkt zu einem weiteren Problem – dem Handling bei mehreren Informationen einer einzelnen Anwendung. Hier meldet die Apple Watch beispielsweise nur: „2 neue Nachrichten“. Möchte ich wissen von wem diese Nachrichten sind und mit welchem Inhalt muss ich erst die Notification bestätigen, dann die Mitteilungszentrale ins Bild swipen, und kann dort dann die einzelnen Mitteilungen (in Kurzform) lesen, oder durch einen weiteren Tap, die komplette Information abholen und – in einem sehr beschränkten Rahmen – reagieren. In der dafür benötigten Zeit habe ich auch mein Handy aus der Tasche geholt, die Mitteilung gelesen und kann gleich in vollem Umfang antworten.

Ich hoffe, dass sich dieses Verhalten irgendwo in den Einstellungen der Apple Watch oder des iPhones anpassen lässt, jedoch habe ich auch nach längerem Suchen keinen Weg gefunden.

Krone und Knopf

Die Bedienung ist reduziert auf drei Eingabemethoden – wobei eigentlich würde ich eher sagen 3,5 Eingabemethoden: Touch, Digital Crown und Side Button. Als halbe Interaktion würde ich den Force Touch zählen, da man hier mehr oder weniger raten muss, ob dieser grade möglich ist. Die Idee mit der Digital Crown zu zoomen und zu scrollen gefällt mir, auch wenn die Interaktion oft etwas hakelig ist: die Interface Elemente „rasten ein“, an der Krone ist davon aber nichts zu spüren. Ein Druck auf die Digital Crown führt zurück zum Hauptscreen – der jedoch je nach vorheriger Navigation ein Watchface oder das Appmenü sein kann. Leider ist auch diese Navigation nicht zuverlässig, da beispielsweise bei aktivierter Favoritenansicht (welche immer und überall durch den Side Button aktiviert wird) die Digital Crown nicht zum Watchface führt, sondern auf den Screen, den man vorm Drücken des Side Buttons aktiviert hatte. Handelt es sich hierbei um eine App führt die Interaktion also plötzlich in eine App. Ich persönlich habe eine ganze Weile gebraucht, bis ich diese Inkonsistenz begriffen hatte.

Der Side Button ist da konsistenter. Egal in welcher App oder an welcher Stelle des WatchOS ich mich befinde öffnet er immer die Favoritenansicht. Ein langes Drücken führt zur Auswahl „Herunterfahren“ oder „Gangreserve“.

Der Touch macht rein technisch keinerlei Probleme, reagiert schnell und zuverlässig. Einzig Interfaces mit oft sehr klein geratenen „Zurück“ Elementen machen öfters mal Probleme. Hier ertappe ich mich immer wieder dabei die Digital Crown als Zurück-Button verwenden zu wollen, und mich dann über das Ergebnis zu ärgern.

Außenwirkung

Die Apple Watch wird überall relativ schnell als solche erkannt. Die Reaktionen sind meist sehr neugierig und von der Grundstimmung überraschend positiv – „Ist geil, oder?!“ ist glaube ich die am häufigsten gestellte Frage. Umso enttäuschter sind meine Gegenüber, wenn ich, der ehemalige Apple Fanboy, mich enttäuscht über die Funktionsweise des Gadgets äußere.

Fazit

Ich hatte mir mehr erhofft. Nicht nur, dass kaum eine Fremdanwendung eine Funktionalität anbietet, die über die Datendarstellung herausgeht. Nein, auch von Apples WatchOS und den hauseigenen Apps hätte ich mir eine bessere und szenariobasiertere Funktionalität gewünscht. Ein gutes Beispiel hierfür lieferte mir Thomas mit diesem Screenshot:

Fail

Hand auf’s Herz – wer hat das gereviewt? Weiterhin ist eine Uhr bei der ich in Probleme laufen kann, wenn ich die Uhrzeit wissen will, für mich ein nicht praxistaugliches Konzept. Der ein oder andere Apple-Fan wird jetzt sagen: „Sowas hätte es bei Steve nicht gegeben“ – und ich muss ausnahmsweise sagen: „Ja, das glaube ich auch!“

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